Genf (dts Nachrichtenagentur) – Die Verhandlungen über einen internationalen Pandemievertrag sind im zuständigen Zwischenstaatlichen Verhandlungsgremium (INB) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag ohne eine Einigung zu Ende gegangen. Das Mandat des Gremiums endet damit. Die Verhandlungen sollen nun in der Weltgesundheitsversammlung fortgesetzt werden.
Das höchste beschlussfassende Organ der WHO hatte das Verhandlungsgremium 2021 eingerichtet, um ein Übereinkommen oder ein anderes Instrument auszuarbeiten, mit dem die Vorsorge vor und Bekämpfung von Pandemien zu stärken. Dabei ging es insbesondere darum, Frühwarnsysteme auszubauen, deren Finanzierung zu sichern und einen gleichberechtigten Zugang der Länder zu Schutzinstrumenten sicherzustellen. Gerade letzteres stieß auf den Widerstand reicher Länder. Als weitere Schwierigkeit in den Verhandlungen kam weit verbreitete Desinformation über das geplante Dokument dazu.
„Vor einiger Zeit dachte ich, dass ich auf diesem Tisch stehen und ein Lied singen würde, während ich eine Flasche Champagner über meinem Kopf ausleere“, sagte der Roland Driece, Co-Vorsitzender des Gremiums. „Aber das werden wir heute natürlich nicht tun, denn wir sind nicht da, wo wir zu Beginn dieses Prozesses hofften zu sein.“
WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, man habe einen großen Fortschritt erreicht. Mehr als sieben Millionen seien offiziellen Zahlen zufolge und bei einer hohen Dunkelziffer durch die Corona-Pandemie gestorben. Die ganze Welt sei von Covid als Geisel genommen worden, sagte er. Die Welt sei immer noch nicht gegen die nächste Pandemie gerüstet. „Wir müssen uns immer wieder daran erinnern, dass wir als Menschen dazu neigen, den Schmerz zu vergessen und darüber hinwegzugehen, wenn er wirklich nicht mehr so groß ist“, so Tedros. „Natürlich sollten wir weitermachen, aber wir sollten uns auch immer an das Problem erinnern, das passiert ist, und nicht ruhen, bis die Lösung kommt.“
Foto: Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) erhöht das Tempo bei der Novelle des Tierschutzgesetzes, die das Bundeskabinett am Freitag beschlossen hat. Dem Kabinettbeschluss sei ein umfangreicher Konsultationsprozess, teilte sein Ministerium mit. Der Bundesrat soll sich noch vor der Sommerpause damit befassen, die Beratungen in den Gremien des Bundestages könnten direkt nach der Sommerpause starten.
Die allermeisten Tierhalter in Deutschland würden ihrer Verantwortung gegenüber den Tieren gerecht, „doch noch immer gibt es beim Umgang mit und der Haltung von Tieren Defizite und deshalb leiden in Deutschland viele Tiere“, sagte Özdemir. „Mit dem Kabinettbeschluss haben wir umfassende Verbesserungen für den Tierschutz auf den Weg gebracht. Das ist die umfangreichste Überarbeitung des Tierschutzgesetzes seit vielen Jahren.“
Nach der Gesetzesänderung gehe es vielen Tieren besser als vorher. „Und das ist auch gut für alle, die Tiere halten. So will doch zum Beispiel kein Halter von Hund, Katze und Co., dass sein Haustier an Herzfehlern oder schmerzhaften Gelenkproblemen leidet, kaum atmen kann oder sogar früher stirbt“, sagte der Grünen-Politiker.
Im Haustierbereich soll mit dem Gesetz erklärtermaßen die Qualzucht beenden werden. Die bestehenden Regeln sollen um eine nicht abschließende Liste mit möglichen Symptomen der Qualzucht ergänzt werden. Dazu gehören Symptome wie Blindheit, Taubheit oder Atemnot, wenn sie erblich bedingt sind und zu Schmerzen und Leiden bei den Tieren führen. Das Züchten gesunder Tiere bleibe erlaubt, so das Ministerium. Es gehe nicht um das pauschale Verbot von bestimmten Rassen.
Tiere, die Merkmale von Qualzucht aufweisen, sollen künftig auf Online-Plattformen nicht mehr zum Kauf angeboten werden können. Anbieter von lebenden Tieren müssen zudem ihre Daten bei der Online-Plattform hinterlegen.
Im Nutztierbereich soll eine Verpflichtung zu Videoaufzeichnungen in Schlachthöfen eingeführt werden, damit sich Behörden ein besseres Bild davon machen können, was in Schlachthöfen passiert. Außerdem soll das Schwänzekupieren von Lämmern verboten werden. Bei Ferkeln sollen konkretere Vorgaben für das Kupieren der Schwänze gelten. Für das Ausbrennen von Hornanlagen bei Kälbern soll künftig eine Betäubung notwendig werden. Die Anbindehaltung von Tieren soll grundsätzlich untersagt werden, bei Rindern soll das Verbot nur teilweise und mit zeitlicher Verzögerung kommen.
Auch in Bezug auf Tiere in reisenden Zirkussen gibt es Neuerungen. Sind beispielsweise Elefanten, Affen, Giraffen oder Flusspferde Bestand eines Zirkus, können sie weiterhin gehalten werden. Eine Neuanschaffung von Tieren dieser Arten soll jedoch nicht mehr möglich sein.
Für das Töten eines Tieres ohne „vernünftigen Grund“ soll der Strafrahmen in bestimmten Fällen von derzeit bis zu drei auf bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe steigen. Auch der Versuch der Misshandlung oder Tötung eines Tieres steht nach Özdemirs Entwürfen künftig unter Strafe: Der Bußgeldrahmen verdoppelt sich von derzeit bis zu 25.000 Euro auf bis zu 50.000 Euro.
Foto: Cem Özdemir (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen wollen Abschiebungen von Ausreispflichtigen ohne Pass beschleunigen. Das geht aus einem Brief der Länder an das Innenministerium unter Leitung von Nancy Faeser (SPD) hervor, über den der „Spiegel“ berichtet.
Darin beklagen sie die Zusammenarbeit mit dem Faeser unterstellten Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Diese sei „zunehmend problematisch“, es komme zu „Verzögerungen im Arbeitsablauf“, die Unzufriedenheit bei allen Beteiligten wachse. Die Probleme seien „in allen Bundesländern nahezu identisch“.
Ein Hauptkritikpunkt ist die Beschaffung von Ersatzpapieren für abgelehnte Asylbewerber ohne Pässe, die in Teilen im Zuständigkeitsbereich des Bamf liegt. Bisher sei es nicht gelungen, zu verbindlichen Standards zu gelangen.
Trotz eines mehrmonatigen Verfahrens halte sich das Bamf „nicht an bereits abgestimmte Vereinbarungen“. Die „Maßnahmen zur Identitätsklärung“ erfolgten „eher defizitär“.
Auch fehlten aussagekräftigen Statistiken. Weder sei klar, „wie viele Fälle noch anhängig seien“, noch, wie viele der Migranten, für die Ersatzpapiere ausgestellt wurden, tatsächlich abgeschoben worden seien. Offen sei auch, wie viele Abschiebeverfahren eingestellt würden. Das Durcheinander sei „nicht länger hinnehmbar“, so die Bundesländer.
Foto: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundeswehr will die umstrittene Internetplattform Tiktok zur Rekrutierung neuer Soldaten nutzen. Derzeit arbeitet das Verteidigungsressort an kurzen Werbeclips, in denen die Bundeswehr als Arbeitgeber vorgestellt wird, berichtet der „Spiegel“. Die Spots sollen im Juni auf der Plattform veröffentlicht werden.
Die Bundeswehr setzt damit eine ähnliche Kampagne auf YouTube und Instagram fort. Dafür hatte das Referat „Arbeitgebermarke Bundeswehr“ mit viel Aufwand Clips produziert. Die Idee war einst unter der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) entstanden, um über die sozialen Medien junge Menschen besser zu erreichen.
Aus Sicherheitsgründen arbeiten die Personalwerber für die neue Tiktok-Kampagne auf eigens angeschafften Rechnern und Smartphones, da das Aufspielen der App auf Dienstgeräte der Bundeswehr verboten ist. Neben der Rekrutenwerbung will das Ministerium eigene Informationen über die Bundeswehr verbreiten, da auf Tiktok viele, teils unseriöse Privatvideos über die Truppe im Umlauf sind.
Bei Datenschützern ist Tiktok umstritten, da befürchtet wird, dass chinesische Behörden Zugriff auf die Nutzerdaten haben. In den USA droht sogar ein Verbot.
Foto: Bundeswehr-Soldat mit G36 (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Wolfsburg (dts Nachrichtenagentur) – Der frühere VW-Chef Matthias Müller begrüßt die erneute Debatte über das ab 2035 geplante Aus für Neuwagen mit Verbrennungsmotor. „Ich glaube, wir müssen die Diskussion um Technologieoffenheit an der Stelle dann doch noch mal eröffnen“, sagte er den Sendern RTL und ntv am Freitag.
Laut Internationaler Energieagentur (IEA) müssen 2030 mindestens 66 Prozent der verkauften Autos elektrisch angetrieben sein, um das Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Dennoch sieht Müller offenbar auch über das Jahr 2035 hinaus noch eine Übergangszeit: Er stellte die Frage, „ob der Verbrenner nicht zumindest in einer Übergangszeit mit Hybriden oder und oder mit synthetischen Kraftstoffen eine Lösung sein könnte“. Dies wäre für ihn ein Weg, den Kunden einen sanfteren Übergang zur E-Mobilität zu ermöglichen.
Aktuell sieht der ehemalige VW-Chef noch eine Zurückhaltung bei den Kunden. „Das kühlt sich deswegen ab, weil der Kunde nicht entsprechend reagiert“, sagte er. Man erreiche nicht das von der Politik vorgegebene Ziel bei den Verkaufszahlen von E-Autos. Es gebe derzeit einen Dialog, der in den nächsten Monaten aufgelöst werden müsse. Die Entscheidung einiger Hersteller, voll auf Elektroautos zu setzen, sieht er als „politisch getrieben“ an. Global betrachtet habe der Verbrenner weiterhin eine große Bedeutung.
Um die Attraktivität von E-Autos zu steigern, gebe es noch einige Hürden. „Die Autos sind noch zu teuer, wir haben begrenzte Lademöglichkeiten und auch der Strom ist relativ teuer und auch nicht immer grün“, so Müller. „Und wir brauchen natürlich eine andere Reichweite.“ Hier seien weitere Investitionen und technologische Entwicklung nötig.
Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie sieht der ehemalige VW-Lenker durch den Wandel gefährdet. Er zeigt sich aber „zuversichtlich, dass die deutschen Autokonzerne und auch die europäischen Partner in Frankreich, dass die die innovative Kraft haben, dem Wettbewerb an der Stelle zu begegnen“.
Auch aus China sieht Müller eine wachsende Konkurrenz, die bereits auf dem Markt aktiv ist. Bei einem chinesischen E-Auto, das er selbst gefahren ist, hatte er „nichts auszusetzen“. Dennoch müsse man Preis, Service und Markenstärke im Blick haben. „Also da haben die Chinesen schon auch noch Aufgaben vor sich, insbesondere in Europa“, so der Ex-Manager.
Das Verbrennerverbot der EU wurde als Teil des „European Green Deal“ verabschiedet, durch den Wissenschaftlern zufolge die EU von einem CO2-Reduktionspfad, der mehr als vier Grad Erderhitzung bedeutet hätte, nahezu auf Pfad von etwas mehr als zwei Grad gekommen ist. In dem Gesetzespaket ist auch der neue EU-Emissionshandel für Gebäude und Verkehr enthalten, der ab 2027 das Fahren von Verbrennern drastisch verteuern dürfte.
Foto: VW-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Baden-Baden (dts Nachrichtenagentur) – Billie Eilish steht mit ihrem neuen Album „Hit Me Hard And Soft“ an der Spitze der offiziellen deutschen Album-Charts. Das teilte die GfK am Freitag mit. Die US-Sängerin landet damit ihre zweite Nummer-eins-Platte nach „Happier Than Ever“.
Der „Guns N` Roses“-Gitarrist Slash folgt mit „Orgy Of The Damned“ an zweiter Stelle. Kerry King schafft es mit „From Hell I Rise“ auf Platz drei. Die Zusammenstellung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert, Vol. 11“ (vier), Portishead-Sängerin Beth Gibbons („Lives Outgrown“, fünf), die Rapper Asche („Lang lebe Asche“, sieben) und sowie Ex-„One Direction“-Mitglied Zayn („Room Under The Stairs“, neun) steigen neu in die Top Ten ein.
Bei den Singles schafft Billie Eilish mit „Lunch“ auf Rang fünf den höchsten Neueinstieg. An der Spitze bleiben zum vierten Mal in Folge Ayliva und Apache 207 mit „Wunder“. Die übrigen Medaillen gehen an Artemas („I Like The Way You Kiss Me“, zwei) und Cyril („Stumblin` In“, drei). Auch die „Eurovision Song Contest“-Beiträge des niederländischen Kandidaten Joost („Europapa“, 14), von Siegeract Nemo („The Code“, 32) und Deutschlands Teilnehmer Isaak („Always On The Run“, 41) bleiben in den Top 50.
Die offiziellen deutschen Charts werden von GfK Entertainment im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie ermittelt. Sie decken 90 Prozent aller Musikverkäufe ab.
Foto von Euart MacKerron (Quelle: Aegon Asset Management)
Ein aktueller Marktkommentar von Euart MacKerron, Research Analyst bei Aegon Asset Management:
85 Prozent der Weltbevölkerung leben in Schwellenländern. Diese bieten zunehmend Chancen für nachhaltige und entwicklungsorientierte Investments. Anleger, die ihr Engagement im Hinblick auf ein oder mehrere Klima-, Nachhaltigkeits- oder Entwicklungsziele erhöhen möchten, um positive Veränderungen voranzutreiben, können gezielt über aufstrebende Unternehmensemittenten investieren. Dabei gibt es eine Reihe von Emittenten aus Schwellenländern, die das Potenzial haben, attraktivere Renditen zu bieten als ihre Pendants aus Industrieländern mit vergleichbarem Rating.
Auch wenn das investierbare Universum aus der Perspektive eines Anlegers mit spezifischen Klima-, Nachhaltigkeits- oder Entwicklungszielen variiert, lassen sich etwa 65 Mrd. US-Dollar an Technologie-, Medien- und Telekommunikationsanleihen sowie 90 Mrd. US-Dollar an nachhaltigen Instrumenten, die von Unternehmen ausgegeben werden, identifizieren. Das gibt einen Hinweis auf die Untergruppen der Investitionsmöglichkeiten.[1]
Indien: Kapazitäten erneuerbarer Energie bis 2030 verdreifachen
Eines der prominentesten Beispiele ist Indiens Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugungskapazität des Landes bis 2030 auf 50 % zu erhöhen, um die Emissionsintensität bis 2030 um 45 % gegenüber 2005 zu senken.2 Die Stromnachfrage wird bis 2026 voraussichtlich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6 % steigen, und das Land steht vor der Herausforderung, seine historische Abhängigkeit von der Verbrennung thermischer Brennstoffe (etwa 76 % der Stromerzeugung 2023-24) zu verringern, um das gestiegene Verbrauchsvolumen zu decken.3
Die Investitionen in erneuerbare Stromerzeugungskapazitäten sind in Indien rasch gestiegen, unterstützt durch staatliche Subventionen und günstige Tarifregelungen, die darauf abzielen, die derzeitige Kapazität erneuerbarer Energien bis 2030 auf 500 Gigawatt nahezu zu verdreifachen. Das Wachstum hing jedoch auch von der Unterstützung durch den Privatsektor ab, der mindestens 90 % des Kapazitätsausbaus übernommen hat und in der Regel fremdfinanziert ist.4 Wir schätzen den Nominalwert der ausstehenden Anleihen auf rund USD 8,5 Mrd. und gehen davon aus, dass dieser Wert weiter steigen wird.5 Der Sektor war nicht immun gegen negative Schlagzeilen.
Der Sektor war zwar nicht immun gegen die Risiken der Schlagzeilen, aber insgesamt scheint das Betriebsregime für langfristige Investoren konstruktiv zu sein, und aus der Sicht der Unternehmensführung sind einige Anleiheemittenten durch abgeschottete Strukturen, die Präsenz ausländischer Vermögensfonds und große Beteiligungen im Energiesektor gut abgesichert. Diese Kombination kann globalen Anlegern relativ attraktive kurz- und langfristige Anleihen bieten. Neben dieser großen Volkswirtschaft sehen wir auch Chancen für Investitionen in erneuerbare Energien in den Schwellenländern Europas und Mittelamerikas, wo die hydrologischen Bedingungen für Investitionen in einen Sektor ähnlich günstig sind, der im Vergleich zu den traditionellen Öl- und Gasunternehmen weniger zyklisch ist.
Stromsektor in Indien: Kumulatives Erzeugungswachstum und Anteil erneuerbarer Energien
an der Stromerzeugung
Quelle: Indisches Ministerium für Energie. Erneuerbare Energien einschließlich großer Wasserkraftwerke. Laufzeit bis zum 31. März 2024.
Afrika und Südasien: Mobilfunknetz und Datenabdeckung
In den Frontier-Märkten, insbesondere in den Ländern Afrikas und Südasiens, ist die Mobilfunk- und Datenabdeckung noch deutlich geringer als in den weiter entwickelten Ländern. So liegt die 4G-Abdeckung in den Ländern des asiatisch-pazifischen Raums bei 96 %, in den afrikanischen Ländern dagegen nur bei 50 %.[2]6 Noch deutlicher sind die Unterschiede, wenn die Zahlen nach ländlichen und städtischen Gebieten aufgeschlüsselt werden: In Afrika liegt die 4G-Abdeckung in ländlichen Gebieten bei 25 %, in städtischen Gebieten dagegen bei
84 %.
Für Investoren bieten sich hier Chancen, von einer im Vergleich zu den relativ gesättigten westlichen Märkten robusteren Nachfrage zu profitieren und gleichzeitig Telekommunikations- und Infrastrukturunternehmen bei ihren Bemühungen zu unterstützen, die Netzabdeckung insbesondere in ländlichen Gebieten auszuweiten. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein enger Zusammenhang zwischen der Mobilfunkverbreitung und dem Pro-Kopf-BIP besteht. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass ein Anstieg der mobilen Breitbandverbreitung um 10 % zu einem Anstieg des Pro-Kopf-BIP um 2,5 % bis 2,8 % führt.7 Eine höhere Mobilfunkverbreitung könnte nicht nur die Produktivität steigern und zum Gesamt-BIP einer Volkswirtschaft beitragen, sondern auch dazu beitragen, abgelegene Bevölkerungsgruppen an die Märkte anzuschließen, den Zugang der Bürger zu sozialen Diensten zu verbessern und die Bildungschancen zu erhöhen.
Darüber hinaus wird diese Infrastruktur in einigen Fällen zunehmend mit umweltfreundlicheren Stromerzeugern (Solar- oder Hybridanlagen) betrieben, anstatt mit Dieselgeneratoren, die in ländlichen Gebieten aufgrund der schlechten Netzzuverlässigkeit häufig zum Einsatz kommen, was sich sowohl positiv auf die Entwicklung als auch auf das Klima auswirkt. Der Nominalwert der in Frage kommenden Anleihen wird auf etwa 10,8 Mrd. US-Dollar geschätzt, und auch dieser Sektor erscheint im Vergleich zu ähnlich rentablen, aber zyklischeren Rohstoffkrediten attraktiv.8
Prozentualer Anteil der Internetnutzer weltweit und Kaufkraftparität BIP pro Kopf, in US-Dollar
Quelle: World Bank Open Data. Stand der Daten: 31. Dezember 2021.
Ukraine: Ein nachhaltiger Wiederaufbau
Vor dem Krieg in der Ukraine mussten die Stahlwerke des Landes modernisiert werden, damit ihre Exporte den Dekarbonisierungsvorschriften der Europäischen Union entsprechen. So schätzte der CEO des Bergbau- und Metallunternehmens Metinvest in einem Interview kürzlich die Kosten für die künftige umweltfreundliche Umgestaltung der Anlagen des Unternehmens, die größtenteils noch aus der Sowjetzeit stammen, auf 9 Mrd. US-Dollar. [3]9 Dies ist nur ein Beispiel aus dem Industriesektor, das zusammen mit einem breiteren Investitionsbedarf im Eisenbahnnetz und in der Stromerzeugung die Schlüsselrolle unterstreicht, die ausländische Investoren bei der Unterstützung nachhaltiger Initiativen in der gesamten Ukraine während der umfangreichen Wiederaufbaubemühungen spielen müssen, deren Kosten bereits auf 486 Mrd. US-Dollar und mehr geschätzt werden. [4]10
Bei herkömmlichen Staatsanleihen, bei denen die Verwendung der Erlöse viel breiter angelegt sein kann, könnten Anleger hingegen Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeitsorientierung haben. Die zunehmende Emission von Staatsanleihen mit Sozial- und Nachhaltigkeitssiegeln, bei denen die Verwendung der Erlöse spezifiziert wird, kann dieses Unbehagen etwas mildern, aber derzeit wird der Markt weitgehend von China, Korea, Chile und anderen Ländern mit hohem Rating dominiert. Ägypten beispielsweise ist bislang das einzige Land auf dem afrikanischen Kontinent, das eine solche Anleihe mit Zweckbindung emittiert hat. Ein gezielter sektoraler Fokus im Bereich der Unternehmensanleihen – wie bei den oben genannten afrikanischen Unternehmen – kann Anlegern einen konkreteren Zugang zu Anleihen bieten, die auf ihre eigenen Klima-, Nachhaltigkeits- oder Entwicklungsziele ausgerichtet sind.
Nachhaltige Schwellenländerinvestements: Indien, Afrika und die Ukraine
[1] Die Zahlen basieren auf dem JP Morgan Corporate EMBI Global Diversified Index, ohne China, Hongkong, Korea und Singapur. Nennwerte ausstehender Anleihen mit einer Restlaufzeit von mindestens 6 Monaten und einem Umlaufvolumen von mindestens 300 Mio. USD. zum 14. Mai 2024.
2 Kaushik Deb und Noyna Roy, „COP28: Assessing India’s Progress against Climate Goals“, Center on Global Energy Policy an der Columbia University | SIPA, 1. Dezember 2023.
3 „India Sees Higher Peak in Electricity Demand as Power Consumption Surges,“ Business Standard, February 26, 2024.
4 Vibhuti Garg, “Renewable Energy | Private Sector | View: Private Sector Driving Renewable Energy Wave in India,” The Economic Times, 9. April, 2022.
5 Die Zahlen basieren auf dem JP Morgan Corporate EMBI Global Diversified Index. Nennwerte der ausstehenden Anleihen mit einer Restlaufzeit von mindestens 6 Monaten und einem ausstehenden Betrag von mindestens 300 Mio. USD. zum 14. Mai 2024.
6 „Fakten und Zahlen 2022 – Mobilfunknetzabdeckung“, Website der Internationalen Fernmeldeunion. Abgerufen am 13. Mai 2024.
7 „Economic import of broadband in LDC, LLCs and SIDS: Eine empirische Studie,“ International Telecommunication Union Publications, 2019.
8 Die Zahlen basieren auf dem JP Morgan Corporate EMBI Global Diversified Index, unter Hinzufügung von VEON-Anleihen. Nennwerte der ausstehenden Anleihen mit einer Restlaufzeit von mindestens 6 Monaten und einem ausstehenden Betrag von mindestens 300 Mrd. US-Dollar. zum 14. Mai 2024.
9 Forbes Ukraine Interview mit Metinvest-CEO Yuriy Ryzhen, Metinvest-Website, 20. Dezember 2023.
10„Updated Ukraine Recovery and Reconstruction Needs Assessment Released,“ Pressemitteilung der Europäischen Kommission, 15. Februar 2024.
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Den Haag (dts Nachrichtenagentur) – Die dts Nachrichtenagentur in Halle (Saale) verbreitet soeben folgende Blitzmeldung aus Den Haag: Internationaler Gerichtshof ordnet Stopp von Rafah-Offensive an. Die Redaktion bearbeitet das Thema bereits.
Weitere Details werden in wenigen Momenten gesendet.
Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Die Deutsche Bahn (DB) kann auf hohe Einnahmen durch den Verkauf ihrer Logistik-Tochter Schenker hoffen. In der ersten Bieterrunde gingen mehrere unverbindliche Gebote ein, einige davon überstiegen die Marke von 15 Milliarden Euro, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Informationen von mit der Angelegenheit vertrauten Personen berichtet. In Kürze soll demnach aus den verbliebenen Bietern eine Shortlist erstellt werden.
Der Zeitung zufolge sollen drei bis vier Bieter auf der Shortlist stehen, die dann einen tieferen Einblick in Schenkers Bücher werfen und danach verbindliche Angebote abgeben dürfen. Investorenkreise hatten zuvor eine erwartete Preisspanne für die Logistiktocher von zehn bis 15 Milliarden genannt.
„In den vergangenen Wochen hatten die Bieter Gelegenheit, auf Basis umfassender Informationen ihre unverbindlichen Angebote für DB Schenker zu konkretisieren“, sagte eine Bahn-Sprecherin dem „Handelsblatt“. Diese nicht bindenden Angebote seien inzwischen eingereicht worden, und würden nun sorgfältig bewertet, „bevor zügig die nächste Phase des Verkaufsprozesses startet“, sagte die Sprecherin. Der Prozess laufe planmäßig.
Foto: Lkw von DB Schenker (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Foto von Christian Rom (Quelle: DNB Asset Management)
Ein aktueller Marktkommentar von Christian Rom, Portfoliomanager bei DNB Asset Management:
Der Sektor Erneuerbare Energie ist in den letzten Jahrzehnten sehr stark gewachsen. Was als kleine Nische mit hohen Kosten begann, die von einer begrenzten Zahl von Unternehmen abgedeckt wurde und sich an eine spezialisierte Gruppe von Stakeholdern richtete, hat sich zu einem äußerst wettbewerbsfähigen Sektor entwickelt. Mittlerweile machen Cleantech-Investitionen inzwischen zwei Drittel der weltweiten Energieinvestitionen aus. Diese Investitionen fördern einen starken Trend zur Elektrifizierung. Der Wettbewerb hat dabei zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen in Teilsektoren wie der Solar- und der Windbranche geführt.
80 % des Solarsektors werden von China bedient, während der größte Teil des globalen Windsektors (ohne China) von einigen wenigen westlichen Akteuren bedient wird. Auch der Ressourceneffizienz wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet, da die bisher vorherrschende Mentalität des Benutzens und Wegwerfens nicht für eine Netto-Null-Emissionswelt geeignet ist. Alles in allem handelt es sich um einen Sektor mit einem hohen Umsatzwachstum. Allerdings muss ein hohes Ertragswachstum nicht unbedingt zu einem Shareholder Value führen. Um den Aktienwert langfristig zu steigern, müssen die Unternehmen einen Mehrwert schaffen, indem sie etwas Einzigartiges auf den Markt bringen.
Sektor funktioniert auch mit höheren Zinssätzen
Höhere Zinssätze haben sich in den letzten Jahren auf den Sektor ausgewirkt. Dadurch sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien gestiegen. Trotzdem wird der Sektor auch bei diesem neuen Zinsniveau weiter wachsen, da die relative Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien und der Wunsch der Stakeholder, Emissionen zu reduzieren, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die globale Gesellschaft zu vermeiden, eine Rolle spielen. Dies wird durch die Tatsache belegt, dass Unternehmen weltweit in den letzten 12 Monaten mehr Verträge für neue Ökostromanlagen unterzeichnet haben als je zuvor. Auch die Regierungen kaufen weiterhin erneuerbare Energien zu höheren Preisen, wie die jüngsten Auktionen für erneuerbare Energien in den USA, in Großbritannien, Deutschland und vielen anderen Ländern zeigen, weil die Länder weiterhin hinter ihren Dekarbonisierungszielen zurückbleiben.
Die Nachfrage scheint sich daher trotz höherer Zinssätze gut zu halten, da das Thema der säkularen Elektrifizierung weiter anhält Auch beim Thema Refinanzierungskosten sehen wir eher ein geringes Risiko. Ein großer Teil der Schulden im Zusammenhang mit diesen Projekten für erneuerbare Energien wird mit langfristigen Festzinskrediten finanziert, die sich über die Vertragslaufzeit amortisieren. Zudem gibt es oftmals einen Inflationsschutz, das heißt, die Einnahmen steigen während der Vertragslaufzeit stärker als die Zinskosten. Neuere Verträge werden zu einem Preisniveau abgeschlossen, die den höheren Finanzierungskosten Rechnung tragen.
Unternehmen mit starker Position in Nischenmärkten
Wir sehen die US-Wahlen als weniger kritisch für den Sektor an, da die letzten Jahre eine starke parteiübergreifende Unterstützung für den Sektor gezeigt haben. Die positiven Auswirkungen der Schaffung neuer Arbeitsplätze und der Konjunkturbelebung infolge der Inflationsbekämpfung sind in republikanischen wie in demokratischen Bundesstaaten gleichermaßen spürbar. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass die meisten Investitionsentscheidungen in den USA von den Unternehmen und den Bundesstaaten und nicht von der Bundesregierung getroffen werden.
Eine größere Herausforderung sehen wir in den Auswirkungen der von China vorangetriebenen Kommodifizierung auf bestimmte Bereiche unseres Anlageuniversums. Für Anleger ist es jedoch wichtig zu wissen, dass der Fonds weit mehr bietet als Solar-, Wind- und Batteriefabriken. Ressourceneffizienz ist ein Bereich, in dem wir viele interessante Anlagemöglichkeiten finden. Es wird immer billiger sein, eine Energieeinheit einzusparen, als eine neue zu erzeugen, und es gibt viele Möglichkeiten, eine Energieeinheit einzusparen. In diesem Bereich haben wir zahlreiche interessante Unternehmen identifiziert, die eine starke Position in ihren jeweiligen Nischenmärkten einnehmen und ein sehr gutes Wertversprechen für langfristiges, profitables Wachstum haben.
Ein Beispiel ist Novonesis, der weltweit führende Anbieter von Enzymen und Bakterien. Mit diesen kann eine breite Palette von Endprodukten – von Waschmitteln bis hin zu Biokraftstoffen – ressourceneffizienter und nachhaltiger gemacht werden. Weitere Beispiele für gut positionierte Unternehmen sind Kingspan, das energieeffiziente Dämmlösungen für Gebäude anbietet, NIBE, das mit seinen Wärmepumpen energieeffizientes Heizen ermöglicht, und Darling, ein führender Hersteller von Biodiesel, der für die Dekarbonisierung schwer abbaubarer Sektoren wie schwere Nutzfahrzeuge und Flugzeuge benötigt wird.
Erneuerbare Energie: Was Anleger jetzt beachten sollten
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