Jeroen van Oerle, Portfoliomanager bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM) berichtet über die wichtigsten Fintech-Trends in der Investment-Branche und aktuelle Chancen:
Obwohl die Fintech-Landschaft sehr dynamisch ist und raschen Veränderungen unterliegt, gehen wir davon aus, dass ein wichtiger Trend im nächsten Jahr die KI-Möglichkeiten im Finanzdienstleistungsbereich sein werden. Es ist unwahrscheinlich, dass generative KI den Finanzsektor umkrempelt, vielmehr wird sie zur Effizienzsteigerung eingesetzt werden. KI im Finanzdienstleistungssektor muss dabei ganz anders betrachtet werden als in anderen Sektoren.
Der gesamte KI-Markt, einschließlich Dienstleistungen und Hardware, dürfte bis 2026 ein Volumen von 900 Mrd. USD erreichen, was eine CAGR von 19 % bedeuten würde. Finanzinstitute machen 20 bis 25 Prozent dieses Gesamtmarktes aus.
Bei Finanzdienstleistungen wird KI am ehesten in den Bereichen Risikobewertung, Betrugsprävention, Marketing und Kundendienst eingesetzt. Ein wichtiger Bereich für Effizienzsteigerungen ist die Forschung und Entwicklung, wobei branchenführende Unternehmen wie PayPal bereits Kosteneinsparungen von 20-40 % erzielt haben, was für die Branche beispielhaft sein könnte.
Breitere Einführung von Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) und Tokenisierung von Vermögens-werten
Ein weiterer Trend, der diskutiert wird, sind die Zentralbank-Digitalwährungen, die unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Eingliederung in unterversorgten Märkten sinnvoll erscheinen. Wir bleiben allerdings vorsichtig, was die breite Einführung in den Industrieländern angeht, da alle Beteiligten weiterhin Zweifel haben. Dennoch werden im nächsten Jahr mehr Länder von der Forschungsphase in die Vorbereitungs- und Umsetzungsphase übergehen, was die Diskussion sicherlich am Leben erhalten wird. Die größten Schritte in Richtung einer digitalen Währung sehen wir in China, gefolgt von anderen Schwellenländern.
Effizientere und kostengünstigere grenzüberschreitende Zahlungen bleiben eine große Chance, insbesondere Echtzeit-Zahlungen in der Fintech-Branche, also die Möglichkeit, Zahlungen nahezu sofort zu tätigen. Die Chancen ergeben sich aus dem Angebot besserer, schnellerer und bequemerer Finanzdienstleistungen, während die Risiken in einer möglichen Störung bestehender Fintech-Angebote oder Zahlungssysteme bestehen. PIX in Brasilien oder UPI in Indien sind Beispiele für das schnelle Wachstumspotenzial alternativer Zahlungen.
Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach alternativen und privaten Vermögenswerten erwarten wir, dass sich der Trend zur Tokenisierung von Vermögenswerten im nächsten Jahr beschleunigen wird, da er dazu beiträgt, Investitionen in bisher illiquide Vermögenswerte für ein breites Publikum zu demokratisieren.
Unternehmen im Zahlungsverkehr mit potenziell hohen Renditen
Zahlungsverkehrsunternehmen werden als sehr attraktiv bewertet angesehen, jedoch gehen wir hier selektiv vor. Derzeit halten wir 20 Titel aus dem Bereich Zahlungsverkehr, was einer durchschnittlichen Position von 1,75 % entspricht. In unseren Top-Holdings finden sich mehrere Zahlungsunternehmen mit maximaler Modellgewichtung (wir haben 1%, 2% und 4% Portfolio-Modellgewichtung). Eine Kombination aus starken Fundamentaldaten, günstigen Bewertungen und den makroökonomischen Aussichten versetzt dieses Segment in eine gute Position, um in den kommenden Jahren hohe Renditen zu erzielen.
Zahlungsdienstleister hatten in den letzten 24 Monaten eine schwierige Zeit in Bezug auf ihre Bewertungen. Steigende Zinsen, Befürchtungen über harte Landungen und die Auswirkungen auf künftige Gewinnschätzungen führten zu einem starken Rückgang der Bewertungen. Die Unternehmen, in die wir investieren, haben jedoch Quartal für Quartal gezeigt, dass sie in der Lage sind, die Erwartungen zu übertreffen und ihre Umsätze und Gewinne weiter zu steigern.
Unserer Meinung nach ist der Markt möglicherweise zu hart mit diesen Unternehmen umgegangen. Es ist ungewiss, wann die Bewertungen für diese Unternehmen, die ein Umsatzwachstum von über 10 % und ein Gewinnwachstum von 12-15 % aufweisen, wieder auf ein normalisiertes Niveau zurückkehren werden. Wir wissen jedoch, dass das zu erwartende Renditeprofil sehr attraktiv ist, wenn sie sich weiterhin so entwickeln wie in der Vergangenheit.
Die Finanzdienstleister (B2B) sind etwas teurer als der Zahlungsverkehr. Die starken und stabilen CFROI-Profile machen diesen Bewertungsunterschied jedoch wieder wett. Wir erwarten kein extrem günstiges makroökonomisches Umfeld für Software, aber wir glauben, dass die Pipelines weiterhin gefüllt bleiben und das kommende Jahr für die meisten Softwareanbieter wie gewohnt verlaufen wird. Dies könnte dazu führen, dass die Titel in ihre Bewertungen hineinwachsen und ihre Sensibilität gegenüber dem Zyklus zeigen. Wenn die Bewertungen auf diesem Niveau bleiben, wird sich auch dieses Segment gut entwickeln.
Zusammenfassend sind wir der Meinung, dass die derzeitigen attraktiven Bewertungen in Verbindung mit einer erneuten Konzentration auf die Rentabilität und zahlreichen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz sowie unterstützenden Faktoren wie Inflation und Zinssätzen im Jahr 2024 viel Raum für Überraschungen nach oben lassen.
Fintech-Trends 2024: KI, Tokenisierung, Zahlungsverkehr
Foto von Jeroen van Oerle (Quelle: LOIM)
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Spitzenkandidatin für die Linke bei der Europawahl 2024, Carola Rackete hat einen mangelnden Klimaschutz beklagt. „Wir sind meilenweit von effektivem Klimaschutz entfernt“, sagte sie dem Podcast „Die Boss – Macht ist weiblich“ des „Stern“. Die Dringlichkeit der Klimakrise habe sie die Brücke vom Aktivismus zur Politik schlagen lassen.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Grünen-Chefin Ricarda Lang hat sich offen gezeigt für einen parteiübergreifenden Dialog mit den Landwirten, den zuvor NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) angeregt hatte. „Das ist eine interessante Initiative von Hendrik Wüst und ich begrüße es, dass sich Teile der Union konstruktiv an dieser Debatte beteiligen“, sagte Lang der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe).
München (dts Nachrichtenagentur) – BMW will am traditionsreichen Stammwerk in München ab dem Jahr 2027 nur noch E-Autos fertigen. 75 Jahre nach der Einführung des BMW 501 im Jahr 1952 gehe damit in München die Ära von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu Ende und es beginne „eine neue Zeitrechnung“, teilte der Autobauer am Mittwoch mit.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Eigenkapital der Bahn wird 2024 um knapp 4,4 Milliarden Euro auf dann 5,5 Milliarden Euro aufgestockt. Das geht aus der sogenannten Bereinigungsvorlage des Bundesfinanzministeriums für den Bundeshaushalt 2024 hervor, über die die „Rheinische Post“ in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesregierung hat einen neuen Großangriff der Huthi-Miliz im Jemen auf Schiffe im Roten Meer scharf verurteilt. „Die Attacke stellte nach jetziger Kenntnis den umfangreichsten Angriff der Huthis auf den internationalen Schiffsverkehr seit Mitte Oktober dar“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin.

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Mittwoch nach einem verhaltenen Start und einem anschließenden kurzen Ausflug ins Plus bis zum Mittag wieder auf das Vortagesniveau gerutscht. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 16.685 Punkten berechnet und damit minimal unter dem Schlussniveau von Dienstagnachmittag. An der Spitze der Kursliste standen Heidelberg Materials, Rheinmetall und SAP, die größten Verluste gab es bei Qiagen, Bayer und Symrise.