Ein aktueller Marktkommentar von Daleep Singh, Chief Global Economist bei PGIM Fixed Income:
Mit dem aktuellen Israel-Palästina-Konflikt befinden wir uns weiterhin in einem globalen Umfeld intensiver geopolitischer Konkurrenz – die Schocks werden nicht ausbleiben. In einer kurzen Analyse beleuchten wir zwei mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen auf die Märkte.
Das derzeit wahrscheinlichere Szenario beinhaltet eine weitgehende Beschränkung des Konflikts auf den Gazastreifen. Aus unserer Sicht gibt es derzeit genug Anreize, dass eine unkontrollierte Eskalation des bewaffneten Konflikts verhindert werden wird.
Dieses Szenario eines weitgehend auf den Gazastreifen beschränkten Konflikts beruht auf drei Annahmen: Die bevorstehenden Militäroperationen bleiben deutlich unter einem Maximalszenario, der Iran kann von einer Ausweitung des Konflikts abgehalten werden und Russland nimmt eine „faire Vermittlerrolle“ ein, um ein Druckmittel in der Ukraine zu finden. In diesem Fall wären die globalen Auswirkungen auf den Markt gering und es gäbe eine kurzfristige Flucht in risikofreie Anlagen.
Mit etwas geringerer Wahrscheinlichkeit weitet sich der Konflikt zu einem regionalen Krieg aus. Die Gefahr dafür ist zwar etwas niedriger als Szenario 1, aber immer noch recht groß. Dieses Szenario beruht auf folgenden Annahmen: Israel startet einen maximalen Angriff, der als überzogen empfunden wird.
Es kommt zu einem Mehrfrontenkrieg und Israel und Iran liefern sich einen Schlagabtausch, in den auch andere Weltmächte involviert sind. Die Marktreaktion auf dieses Negativszenario könnte in einem anhaltenden Anstieg der Brent-Rohölpreise und einer möglichen Versteilerung der Renditekurven bestehen. Die Auswirkungen auf den Ölmarkt in diesem Szenario hängen jedoch auch von der Bereitschaft Saudi-Arabiens ab, eine Unterbrechung der iranischen Lieferungen zu kompensieren.
Ausblick
Zudem könnten vor den US-Wahlen im November 2024 weitere geopolitische Schocks hinzukommen. Länder wie Russland, Iran, Nordkorea und China könnten von einer möglichen Rückkehr der USA zum Isolierungskurs in der Außenpolitik profitieren. In diesem Fall könnten diese vier ihre „Option“ wahrnehmen und vor den US-Wahlen Chaos und Verwirrung stiften, also zu einem Zeitpunkt, an dem ihr Einfluss am größten zu sein scheint.
Außerdem zeigt sich erneut, dass sich die Kriegstechnologie schnell verändert. Israels scheinbar undurchdringlicher Schutzschild aus Geheimdienstinformationen, Raketenabwehr („Iron Dome“) und Grenzsicherung wurde von einer Low-Tech-Kombination aus billigen Raketen und kleinen Drohnen durchbrochen, die Israels teure Sensoren und Panzer außer Gefecht setzten. Dies erinnert in vielerlei Hinsicht an den anfänglichen Erfolg des viel kleineren, aber technologisch hoch entwickelten ukrainischen Militärs gegen Legionen russischer Panzer und Flugzeuge.
Das bedeutet: Neue Technologien reduzieren Ungleichzeiten in der konventionellen Kriegsführung, was Exportkontrollen für alle militärisch nutzbaren Güter noch wahrscheinlicher macht und es gleichzeitig noch unwahrscheinlicher macht, dass die politischen Entscheider die ungehinderte grenzüberschreitende Verbreitung von Hochtechnologie zu kommerziellen Zwecken zulassen.
Für die Anleihenmärkte gibt es, zusätzlich zu den direkten Auswirkungen, die wir bei den Szenarien beschrieben haben, einen eher spekulativen Effekt zweiter Ordnung. Unter Nationalen Sicherheitsexperten wird diskutiert, ob die US-Verteidigungsindustrie über ausreichende Durchsatzkapazitäten verfügt, um die Ukraine, Israel und möglicherweise Taiwan in einem gleichzeitigen und ausgedehnten Konfliktszenario mit Artillerie und Munition zu unterstützen.
Die einhellige und nachdrückliche Antwort der Experten lautet „Nein“, was aus meiner Sicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Periode fiskalischer Dominanz unterstreicht, in der Defizite weitgehend ignoriert werden und sich die Zinssätze auf einem höheren Niveau einpendeln werden.
Mögliche geopolitische Marktauswirkungen des Israel-Palästina-Konflikts
Foto von Daleep Singh (Quelle: PGIM Fixed Income)
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bei dem Großangriff der Hamas auf Israel sind nach Einschätzung der Bundesregierung auch mehrere Deutsche getötet worden. Man müsse davon ausgehen, dass eine „einstellige Zahl“ deutscher Staatsangehöriger „dem Hamas-Terror zum Opfer gefallen“ sei, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. 
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge macht in der Wohnungspolitik Druck auf die Ampel-Koalitionspartner. Sie erwarte vom Bundeskabinett bis Weihnachten einen Beschluss zu mehreren wichtigen Maßnahmen, sagte Dröge am Mittwoch den Sendern RTL und ntv. 
Kairo (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem Raketeneinschlag in einem Krankenhaus im Gazastreifen mit mutmaßlichen Hunderten von Toten drängt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf Aufklärung. „Noch wissen wir nicht genau, was passiert ist“, sagte er am Mittwoch nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Abd al-Fattah al-Sisi in Kairo. 
Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Die Börse in Frankfurt hat zum Handelsstart am Mittwoch zunächst Kursverluste verzeichnet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Dax mit rund 15.210 Punkten berechnet, was einem Minus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Handelsschluss am Vortag entspricht. 
Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Wirtschaft und die privaten Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2019 rund 71 Milliarden Kubikmeter Wasser aus der Umwelt entnommen. Die Wasserentnahme sank damit gegenüber dem Jahr 2010 um 14 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. 
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die FDP hat in einem offenen Brief an die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, ein konsequenteres Vorgehen gegen den Missbrauch von Bürgergeld- und Arbeitslosengeldleistungen gefordert. Das berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochsausgaben) unter Berufung auf ein Schreiben des Bürgergeldsprechers der FDP-Bundestagsfraktion, Jens Teutrine. 
Peking (dts Nachrichtenagentur) – UN-Generalsekretär António Guterres fordert einen „sofortigen humanitären Waffenstillstand“ im Krieg zwischen Israel und der Hamas. Ziel sei es, „das unermessliche menschliche Leid zu lindern, dessen Zeuge wir sind“, sagte er bei einer Veranstaltung in Peking. 
Philadelphia (dts Nachrichtenagentur) – Deutschland und Mexiko haben sich bei einem Freundschaftsspiel in den USA mit einem 2:2 unentschieden getrennt. In der nach deutscher Uhrzeit mitten in der Nacht ausgetragenen Partie ging Deutschland durch Antonio Rüdiger in der 25. Minute nach einem Eckstoß in Führung, für Mexiko glich Uriel Antuna in der 37. in einem schnellen Konter nach einem Abseits-Treffer der Deutschen aus.