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Vereinte Nationen verurteilen Angriffe auf Blauhelmsoldaten in Zypern

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Fahne vor den Vereinten Nationen (UN) (Archiv), über dts NachrichtenagenturPyla (dts Nachrichtenagentur) – Die Blauhelmmission der Vereinten Nationen in Zypern (UNFICYP) hat Angriffe auf die UN-Friedenstruppen und die Beschädigung von UN-Fahrzeugen durch Mitarbeiter der türkisch-zypriotischen Seite scharf verurteilt. Der Vorfall vom Freitagmorgen soll sich UN-Angaben zufolge in der Nähe von Pyla (türkisch: Pile) innerhalb der Pufferzone ereignet haben, als die Blauhelmsoldaten nicht genehmigte Bauarbeiten in diesem Gebiet blockierten.

„Die Bedrohung der Sicherheit der UN-Friedenstruppen und die Beschädigung von UN-Eigentum sind inakzeptabel und stellen ein schweres Verbrechen nach internationalem Recht dar, das in vollem Umfang strafrechtlich verfolgt werden wird“, so die UNFICYP-Mission. Man fordere die türkisch-zypriotische Seite dazu auf, „das Mandat der Mission innerhalb der UN-Pufferzone zu respektieren, alle Handlungen zu unterlassen, die zu einer weiteren Eskalation der Spannungen führen könnten, und das gesamte Personal und die Ausrüstung unverzüglich aus der UN-Pufferzone zurückziehen.“ Man beobachte die Lage genau und setze sich weiterhin für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Stabilität in dem Gebiet ein, so die Blauhelmsoldaten. UNFICYP ist die drittälteste noch andauernde UN-Friedensmissionen.

Sie wurde 1964 eingerichtet, um Kämpfe zwischen griechisch-zyprischen und türkisch-zyprischen Gruppen auf der Insel zu verhindern. Seit 1974 überwachen die Truppen eine 180 Kilometer lange Pufferzone, die ein Gebiet von 346 Quadratkilometern umfasst.


Foto: Fahne vor den Vereinten Nationen (UN) (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Schuster verteidigt Film "Maestro" gegen Antisemitismus-Vorwürfe

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Josef Schuster (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Zentralrat der Juden in Deutschland kann Vorwürfe des „Jewfacing“ durch eine verwendete Nasenprothese im Hollywoodfilm über den Künstler Leonard Bernstein nicht nachvollziehen. „Durch Maskenbildung – auch Nasenprothesen – einer jüdischen historischen Figur für einen Film optisch möglichst nahe zu kommen, ist aus meiner Sicht unproblematisch“, sagte Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe).

Die Familie Bernsteins sehe es in diesem Fall genauso, sagte Schuster. In der Debatte um die Film-Biographie „Maestro“ waren zuvor die Kinder des verstorbenen Komponisten dem Regisseur und Hauptdarsteller Bradley Cooper öffentlich beigesprungen. Schuster erklärte weiter: „Anders ist es, wenn beliebige jüdische Figuren durch die Verwendung von Stereotypen als ebensolche dargestellt werden sollen.“ Auch die Besetzung jüdischer Figuren mit nicht jüdischen Schauspielern stelle grundsätzlich in seinen Augen kein Problem dar.

„Es gibt keine äußerlichen oder charakterlichen Merkmale, die Juden explizit von Anderen unterscheiden“, sagte Schuster. „Eine solche Debatte wärmt leider genau diese falsche Sichtweise auf.“


Foto: Josef Schuster (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Hans-Hermann Weyer im Alter von 85 Jahren verstorben

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Hans-Hermann Weyer (Archiv), über dts NachrichtenagenturRio de Janeiro (dts Nachrichtenagentur) – Hans-Hermann Weyer ist am vergangenen Dienstag im Alter von 85 Jahren in seiner Wahlheimat Rio de Janeiro verstorben. Das berichtet die „Münchener Abendzeitung“ unter Verweis auf Weyers Familie am Freitag.

Der gebürtige Berliner war als Titelhändler bekannt und trat mit selbst entworfenen Uniformen als „Consul Weyer Graf von Yorck“ auf. Eigenen Angaben zufolge will er 465 Honorarkonsulate vermittelt haben. Über seinen Stiefvater soll Weyer Zugang zu Diplomatenkreisen erhalten haben, hieß es. Kontakte soll er Medienberichten zufolge insbesondere nach Südamerika gehabt haben.

1979 gründete Weyer eine eigene Partei, die bei der Bundestagswahl 1980 mit einem Direktkandidaten im Wahlkreis Freising 96 Stimmen erreichte. Weyer trat über viele Jahre in Talkshows sowie in Reklame auf. Boulevardblätter schrieben häufig über sein Jetset-Leben.


Foto: Hans-Hermann Weyer (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Beschuldigte müssen wegen Beleidigung von Drosten vor Gericht

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Christian Drosten (Archiv), über dts NachrichtenagenturWaren (Müritz) (dts Nachrichtenagentur) – Drei Berliner, die den Virologen Christian Drosten auf einem Campingplatz beleidigt und verleumdet haben sollen, müssen sich demnächst in einem Prozess verantworten. Das Amtsgericht Waren (Müritz) hat die Anklage in dem Fall zugelassen, wie der „Spiegel“ unter Verweis auf einen Sprecher berichtet.

Hintergrund sind Vorfälle auf einem Zeltplatz bei Wesenberg in Mecklenburg-Vorpommern im Juni 2022. Angeklagt ist ein Mann, der den Virologen als „Massenmörder“ und „Verbrecher“ beschimpft haben soll. Er habe zudem versucht, die Aufmerksamkeit weiterer Campinggäste auf Drosten zu lenken, um ihn und seine Familie von dem Platz zu „vertreiben“, so die Ermittler. Laut Anklage soll der Mann den Wissenschaftler fotografiert und zwei Bilder per Telegram in zwei Chatgruppen verbreitet haben.

Der Partnerin des Beschuldigten und einer Bekannten wird unter anderem Beleidigung zur Last gelegt. Die drei Angeklagten hatten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg zunächst kaum zum Sachverhalt geäußert, sondern auf die Meinungsfreiheit verwiesen.


Foto: Christian Drosten (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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SPD-Chef weist Union-Vorstoß zu "Agenda 2030" zurück

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Lars Klingbeil (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Chef Lars Klingbeil hat den Union-Vorstoß zu einer „Agenda 2030“ zurückgewiesen. Dabei gehe es nur darum, „Überschriften zu schaffen“ – und zur Gegenfinanzierung müssten dann alle länger arbeiten, sagte er am Freitag dem TV-Sender „Welt“.

„Die Union verspricht gerade allen alles.“ Das sei eine „völlige finanzpolitische Unseriosität“, aber wenn es dann um Respekt gegenüber den Arbeitnehmern und Rentnern gehe, sei man auf einmal sehr schnell dabei – aufseiten der Union, gerade – den Menschen auch Rechte zu nehmen, so Klingbeil. „Auf einmal soll später in die Rente eingetreten werden, es soll länger gearbeitet werden.“ Die Ampel setze stattdessen auf Investitionsanreize, Bürokratieabbau und – wenn es nach ihm gehe – auch auf einen Industriestrompreis als „klares Signal an die Industrie und den energieintensiven Mittelstand“, so der SPD-Chef.

Die Union hingegen wolle „sehr grundsätzlich“ auch den Schutz von Arbeitnehmern infrage stellen, so Klingbeils Vorwurf: „Und das ist nicht das, was ich mir vorstelle unter einem Aufbruch, dass man auf einmal anfängt, denen, die fleißig sind, die jeden Tag hart arbeiten, die das Land zusammenhalten, denen zu sagen: `So, für Euch ist weniger da`, und an anderen Stellen muss dann mehr ausgegeben werden.“ Insofern sei das kein durchdachtes Konzept, das für die Menschen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in diesem Land irgendeinen Nutzen hätte, sagte Klingbeil.


Foto: Lars Klingbeil (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Ökonom kritisiert Lindners "Wachstumschancengesetz"

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Christian Lindner (Archiv), über dts NachrichtenagenturDüsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Der Ökonom Sebastian Dullien hält das aktuell diskutierte „Wachstumschancengesetz“ von Bundesfinanzminister Christian Lindner für unzureichend. „Das Paket ist gerade einmal 6 Milliarden Euro groß, und das zeigt schon, wie gering der Impuls sein würde“, sagte er dem Wirtschaftsmagazin Capital.

Zwar seien in dem Paket einige gute Vorschläge enthalten, über die man nicht streiten müsse, doch das Wachstumschancengesetz setze nicht am wahren Problem an: der Unsicherheit vieler Unternehmen – vor allem bei Energiekosten. Der Ökonom der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung spricht sich deshalb auch für einen Industriestrompreis aus. Das könne allerdings nur eine von mehreren Maßnahmen sein. Die Regierung müsse das aktuelle Umfeld stabilisieren.

Ein klassisches Konjunkturpaket mit Steuersenkungen und Mehrausgaben hält er hingegen für unnötig. „Ein Konjunkturpaket würde nicht zu den gewünschten Investitionen führen, weil die Unsicherheit damit nicht beseitigt wird“, sagte Dullien.


Foto: Christian Lindner (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Wie wird die Zukunft des globalen Network-Marketings aussehen?

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globalen

Die Herausforderungen und Chancen des globalen Network-Marketings

In der modernen Geschäftswelt hat sich das Network-Marketing als bedeutende Vertriebsstrategie etabliert. Von den Straßen New Yorks bis zu den digitalen Korridoren Indiens haben sich Unternehmen auf diese Vertriebsform verlassen, um ihre Produkte und Dienstleistungen direkt an die Verbraucher zu bringen, und das oft ohne die Kosten und Komplexität traditioneller Vertriebskanäle.

Das globale Network-Marketing, oft auch Multi-Level-Marketing (MLM) genannt, baut auf der Idee auf, ein Produkt nicht nur durch einzelne Verkäufe, sondern durch die Schaffung eines Netzes von Vertretern und Vertriebspartnern zu vermarkten. Dieses Modell hat sich in vielen Ländern als besonders erfolgreich erwiesen und bietet Unternehmen eine einzigartige Möglichkeit, ihre Marktreichweite zu erhöhen und gleichzeitig eine loyale Gemeinschaft von Vermarktern aufzubauen.

Aber wie jedes Geschäftsmodell ist auch das Network-Marketing nicht ohne seine Herausforderungen. Während viele die Vorteile des Modells preisen, gibt es auch Kritiker, die auf mögliche Fallstricke und Grenzen hinweisen. In diesem Beitrag beleuchten wir sowohl die Chancen als auch die Schwierigkeiten, die sich im Zuge der globalen Expansion des Network-Marketings ergeben.

Herausforderungen des globalen Network-Marketings

Rechtliche Hürden: In verschiedenen Ländern gelten unterschiedliche Gesetze und Bestimmungen für das Network-Marketing. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie in jedem Markt, in den sie eintreten, alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
Kulturelle Unterschiede: Ein Marketingansatz, der in einem Land funktioniert, ist nicht unbedingt auch in einem anderen Land erfolgreich. Marken müssen die kulturellen Nuancen jedes Marktes berücksichtigen und ihre Strategien entsprechend anpassen.
Wettbewerbsdruck: Mit der weltweiten Verbreitung von MLM steigt auch der Wettbewerb.

Neue Akteure drängen ständig auf den Markt und bestehende Unternehmen müssen sich ständig weiterentwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Skepsis und Vorurteile: Das Network-Marketing wird oft mit illegalen Pyramidensystemen verwechselt. Dies hat zu einer gewissen Skepsis in der Öffentlichkeit geführt und stellt eine Herausforderung für die Akquisition neuer Vertreter und Kunden dar.

Chancen des globalen Network-Marketings

Globale Reichweite: Dank digitaler Technologien können Unternehmen ihr Netzwerk schnell auf der ganzen Welt ausbauen und so neue Märkte erschließen.
Persönlicher Kontakt: In einer Zeit, in der der Online-Vertrieb dominiert, bietet das Network-Marketing eine persönliche Note. Dies kann insbesondere in Märkten, in denen der persönliche Verkauf noch immer geschätzt wird, von Vorteil sein.

Niedrige Einstiegskosten: Für viele Menschen weltweit bietet das Network-Marketing eine kostengünstige Möglichkeit, ein eigenes Geschäft zu starten.
Flexibilität: Network-Marketing ermöglicht es Einzelpersonen, ihre Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, was in vielen Kulturen besonders attraktiv ist.

Die stetige Digitalisierung und das Network-Marketing

Die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung des globalen Network-Marketings. Die Verbreitung sozialer Medien und anderer Online-Plattformen hat das Potenzial von MLM neu definiert.

Digitale Schulungen: Viele Unternehmen nutzen Online-Plattformen, um Schulungen anzubieten, wodurch sichergestellt wird, dass ihr Netzwerk immer auf dem neuesten Stand ist.

Online-Netzwerkbau: Statt sich auf persönliche Treffen zu verlassen, ermöglichen soziale Medien den Aufbau von Netzwerken in einer globalen Zielgruppe.
E-Commerce Integration: MLM-Unternehmen bieten Vertretern zunehmend E-Commerce-Plattformen an, was das Verkaufspotenzial erheblich erweitert.

Zukunft des globalen Network-Marketings

Technologische Fortschritte und Marktveränderungen versprechen ein florierendes Network-Marketing. Unternehmen, die innovativ und ethisch handeln, werden führend sein. Doch trotz aller Technologie bleibt der menschliche Aspekt entscheidend.

In einer immer vernetzteren und globalisierten Welt, in der der Grenzübertritt von Produkten und Dienstleistungen so mühelos wie nie zuvor erscheint, bietet das globale Network-Marketing eine facettenreiche Landschaft von Herausforderungen und Chancen. Es repräsentiert nicht nur einen Vertriebskanal, sondern auch eine Bewegung, die das Potenzial hat, die Art und Weise, wie Geschäfte geführt werden, neu zu definieren.

Das Gleichgewicht zwischen technologischem Fortschritt und dem menschlichen Element wird dabei entscheidend sein. Firmen, die sich an die sich wandelnden Gezeiten anpassen, ethische Praktiken beibehalten und echte Beziehungen zu ihren Netzwerkpartnern pflegen, werden diejenigen sein, die in diesem dynamischen Umfeld am meisten profitieren. Es ist jedoch auch wichtig, dass sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen stets auf der Hut vor den möglichen Risiken und Fallstricken sind, die dieses Modell mit sich bringen kann. Mit einer gut durchdachten Strategie und einem ethischen Ansatz kann das Network-Marketing jedoch eine win-win-Situation für alle Beteiligten darstellen.

Titelbild/ Bildquelle: Bild von Gerd Altmann für pixabay

Effizientes Bauschutt-Recycling

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© Optocycle

DBU fördert Startup „Optocycle“ aus Tübingen

Werden Gebäude abgerissen oder etwa Straßen aufgerissen, bleiben sogenannte mineralische Bauabfälle zurück – laut dem Umweltbundesamt waren es 2020 mehr als 220 Millionen Tonnen allein in Deutschland. Das Startup Optocycle aus Tübingen in Baden-Württemberg entwickelt mit Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein System, das per Kameras und künstlicher Intelligenz Bauabfälle klassifiziert. So sollen die unterschiedlichen Bestandteile des Bauschutts besser voneinander getrennt und dadurch effektiver wiederverwertet werden können.

Potenzial stofflicher Wiederverwertung von Bauschutt mehr ausschöpfen

Beton, Ziegel, Keramik, Kunststoff und Metall: Bauschutt besteht aus vielen verschiedenen Materialien, sogenannten Stoff-Fraktionen. Deren Herstellung kostet Ressourcen sowie Energie und verursacht erhebliche klimaschädliche Treibhausgase (THG). „Allein auf die Zementproduktion – ein wichtiger Bestandteil von Beton – entfallen derzeit etwa acht Prozent der globalen Kohlendioxid-Emissionen“, sagt Franz-Peter Heidenreich, der Leiter des DBU-Referats Wasser, Boden und Infrastruktur. Wichtig sei daher, dass nach einem Gebäudeabriss so viele Bauabfälle wie möglich hochwertig recycelt werden.

Das Problem: Der Bauschutt wird meistens per Lastwagen zu Entsorgungsbetrieben transportiert und dort ohne digitale Hilfsmittel klassifiziert. „Ein automatisches Sortieren der Bauabfälle nach recycelbaren und schadstoffarmen Materialien könnte Kosten einsparen, wäre präziser und ganz im Sinne einer echten Kreislaufwirtschaft“, sagt Heidenreich. Bauschutt werde jedoch derzeit zu einem großen Teil niederwertig für den Straßen- und Deponiebau sowie zum Verfüllen von stillgelegten Tagebauen verwendet. „Dabei ließe sich das Potenzial zum Einsparen von Rohstoffen und Treibhausgas-Emissionen durch ein Wieder- und Weiterverwerten im Hochbau viel mehr ausschöpfen“, so Heidenreich. Bestimmte Bauschutt-Bestandteile könnten nach seinen Worten beispielsweise zu Recyclingbeton oder Dämmstoffen verarbeitet werden.

Optocycle will Bauschutt-Recycling mithilfe künstlicher Intelligenz vereinfachen

Damit in Zukunft mehr Abbruchmaterial wieder zu hochwertigen Produkten verarbeitet werden kann, entwickelt das DBU-geförderte Startup Optocycle aus Tübingen ein System, das automatisch unterschiedliche Stoff-Fraktionen erkennt. „Zuerst nehmen Kameras Bilder des Bauschutts auf, zum Beispiel von einer Lastwagen-Ladung oder einem Förderband“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Max-Frederick Gerken. „Die von uns entwickelte Software bestimmt dann durch optische Auswertung der Bilder mittels künstlicher Intelligenz die stoffliche Zusammensetzung des Materials.“ Abbruchunternehmen, Entsorgungsbetriebe oder Rohstoffproduzenten könnten das System entweder kaufen oder mieten und in üblichen Fahrzeugwaagen montieren.

Pilotanlage des Erkennungssystems im Betrieb von Umweltpreisträger Walter Feeß

In der Nähe von Stuttgart im Betrieb von Walter Feeß, der als Wegbereiter für Recycling-Beton von der DBU 2016 mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet wurde, ist die Einfahrtswaage bereits mit einer Optocycle-Pilotanlage ausgestattet und unterstützt die Mitarbeitenden bei der Sortierung und Analyse verschiedener Stoff-Fraktionen. „Durch genaue Aussagen über die Zusammensetzung von Bauschutt ermöglicht unsere Technologie eine optimale Nutzung von Abbruchmaterial“, sagt Gerken. Durch eine solche umfassende Kreislaufwirtschaft werden nach seinen Worten Ressourcen effizienter genutzt sowie der Verbrauch von Rohstoffen und Abfall reduziert. DBU-Fachexperte Heidenreich: „Zudem könnte das Vorhaben des Startups Optocycle durch die im August in Kraft getretene Ersatzbaustoffverordnung für Entsorgungsfirmen interessant werden, zum Beispiel bei Annahme- und Qualitätskontrollen.“ Es sei geplant, das Erkennungssystem auf die Analyse von Bio- und Papierabfällen zu übertragen. Die DBU fördert das junge Unternehmen mit etwa 109.000 Euro.

Über die Green Startup Förderung

Mit der Green Startup Förderung unterstützt die Stiftung junge Gründerinnen und Gründer, die auf innovative und wirtschaftlich tragfähige Weise Lösungen für Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit entwickeln. Mehr Informationen unter https://www.dbu.de/startup.

Bild Um das Potenzial von Bauschutt-Recycling mehr auszuschöpfen, entwickeln die Gründer des Startups Optocycle Max-Frederick Gerken und Lars Wolff (v.l.) mit Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein System, das automatisch unterschiedliche Bestandteile von Bauabfällen erkennt. © Optocycle

Quelle Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Back to the roots

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(c) Hotels & Residences
Falkensteiner Family Resort Lido

Über den Food Trend New Glocal und die 12-Höfe-Küche im Falkensteiner Family Resort Lido

Laut Food Report 2023, der jedes Jahr von der österreichischen Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler in Kooperation mit dem deutschen Zukunftsinstitut erstellt wird, ist New Glocal einer von drei starken Food Trends. Hinter diesem Begriff steht die „Re-Regionalisierung und Neuausrichtung des globalisierten Ernährungssystems“. Regionale Agrarstrukturen, kürzere Lieferketten und der Fokus auf die Binnenmärkte stehen im Mittelpunkt, um die weltweite Lebensmittelversorgung nachhaltiger zu gestalten. Food Trends werden auch von der Spitzenhotellerie, die ihren Gästen höchste Qualität und Service anbietet, interessiert verfolgt.

So auch von der Falkensteiner Hotelgruppe, die in ihren Häusern seit längerem einen starken Fokus auf New Glocal legt. Im Stammhaus des Familienunternehmens, dem Falkensteiner Family Resort Lido in Südtirol, greift man eine bewährte Tradition auf und lässt die regionale 12-Höfe-Küche wieder aufleben. Früher waren es 12 Produzenten, die das Hotel mit Produkten kontrollierten Ursprungs aus Südtirol und Italien belieferten. Heute sind es ein paar mehr – im Mittelpunkt steht jedoch weiterhin Regionalität, Authentizität und Umweltbewusstsein.

„Unsere wichtigsten Partner für dieses kulinarische Konzept sind die regionalen Lieferanten, die uns mit den besten Lebensmitteln aus unserer Heimat versorgen. Dank eines verantwortungsvollen Anbaus und artgerechter Tierhaltung können sie uns höchste Produktqualität garantieren“, so Chefkoch Danny Mitterrutzner und Foodscout Markus Mair am Tinkhof. Zu den Lieferanten zählen etwa das Familienunternehmen Meracinque, welches das Hotel mit Carnaroli-Reis von hochwertigster Qualität aus der Lombardei beliefert, die Fischzucht Schiefer aus Südtirol oder der Olivenöl-Hersteller „Coppini Arte Olearia“ aus Parma.

Artgerechte Haltung und Fütterung von Tieren, saisonales Gemüse und Obst, kurze Lieferketten und plastikfreie Verpackungen – all diese Aspekte gehören zum kulinarischen Konzept des Hauses. Eine weitere Besonderheit: Das Nose-to-Tail-Prinzip. Tiere werden nur im Ganzen gekauft und alle Teile verwertet.

„Ein verantwortungsvoller und saisonaler Einkauf sowie eine zero-waste Zubereitung fließen genauso in die Erstellung unserer kulinarischen Kreationen ein, wie Südtiroler Authentizität und kompromissloses Qualitätsstreben,“ so der Küchenchef.

Inspiration findet Mitterrutzner tagtäglich bei seinem 30-köpfigen Team, dessen Mitglieder aus den verschiedensten Regionen der Welt stammen. Hier ergeben sich spannende und geschmacksintensive Kreationen. So zaubert er Sushi aus heimischen Fischen oder bereitet ein thailändisches Nationalgericht mit Südtiroler Zutaten zu.

90 Prozent der Lebensmittel, die im Lido verwertet werden, stammen bereits aus der Region oder Italien. „Wir verzichten zum Beispiel auf Flugmangos. Und auch Tiere, deren Artenvielfalt bedroht ist, sind ein absolutes Tabu für uns. Genauso wie minderwertige Ware“, macht Mitterrutzner seinen Standpunkt klar. „Bevor wir mit Produzenten zusammenarbeiten, besuchen wir die Höfe und machen uns ein eigenes Bild über die Produktionsstätten. Das sind wir unserem Anspruch an uns selbst, unseren Gästen, die sich höchste Qualität erwarten und vor allem unserer Umwelt schuldig“.

Bild (c) Hotels & Residences

Quelle c/o Global Communication Experts GmbH

Klingbeil beklagt Verlust anfänglicher Ampel-Stimmung

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Ampel-Spitzenpolitiker Wissing, Klingbeil und Kellner (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Chef Lars Klingbeil beklagt nach der Gesetzesblockade durch Familienministerin Lisa Paus (Grüne) den Verlust der positiven Ampel-Stimmung der ersten Monate. „Da war viel Vertrauen, da war Aufbruch, da war Miteinander, da war Fortschritt, das ist die Erwartung, da muss in Meseberg sehr offen drüber geredet werden“, sagte er dem TV-Sender „Welt“.

Das müsse geklärt werden. „Ich möchte, dass wir zu dem alten Zustand zurückkommen“, sagte Klingbeil. Die Ampel habe „in der Substanz“ viele Dinge vorangebracht, findet Klingbeil, „aber ein so öffentlicher Streit überlagert dann alles und das macht natürlich auch viel Vertrauen kaputt in der Bevölkerung, das führt zu Verunsicherung“. Überhaupt sei ihm noch immer unklar, warum Familienministerin Paus diesen offenen Konflikt überhaupt gesucht habe, so Klingbeil: „Ich habe versucht, für mich herauszufinden, was die Gründe sind – und ich kann bis heute nicht erkennen, was der Grund sein soll.“

Das blockierte Wachstumschancengesetz sei „ein wichtiges Gesetz, das die Wirtschaft stärkt, das Impulse gibt, gerade in einer unsicheren Zeit“, so der SPD-Chef. „Das Gesetz wird kommen, da bin ich mir ganz sicher. Das kommt jetzt zwei Wochen später – das ist wichtig, dass es kommt – aber es war völlig unnötig, das jetzt zu blockieren.“ In der Sache stehe die SPD zur Kindergrundsicherung, so Klingbeil.

Über den Gesetzentwurf müsse „jetzt im Detail diskutiert werden, aber das kann auch geräuschlos funktionieren“. Die SPD sei bei der Stärkung von Familien „völlig klar“, sagte er, „aber Klarheit muss ja nicht bedeuten, dass man sowas mit öffentlichem Streit auch begleitet“.


Foto: Ampel-Spitzenpolitiker Wissing, Klingbeil und Kellner (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts