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Nachhaltigkeit als strategischer Vorteil

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nachhaltigkeit Arkadi Belocerkov ist Gründer und Geschäftsführer der Swiss Value Group AG

Wie Unternehmen durch nachhaltige Praktiken langfristigen Erfolg sichern können

In Zeiten globaler Herausforderungen gewinnt Nachhaltigkeit für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Sie ist nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern bietet auch strategische Vorteile. Unternehmen, die Nachhaltigkeit in ihre Geschäftsstrategie integrieren, sichern sich langfristig Kosteneinsparungen, stärken ihre Markenreputation und erschließen neue Marktchancen. Doch welche konkreten Vorteile ergeben sich daraus? Wie können nachhaltige Praktiken langfristig Marktchancen schaffen? Und welche Herausforderungen sind bei der Umsetzung zu meistern?

Vorteile der Nachhaltigkeit für Unternehmen

Nachhaltigkeit bietet vielfältige Vorteile, die über den Umweltschutz hinausgehen. Ein zentraler Aspekt ist die Risikominderung. Unternehmen, die auf nachhaltige Wertschöpfungsketten setzen, minimieren Risiken in ihrer Lieferkette und sind widerstandsfähiger gegenüber Marktveränderungen. Dies zeigt sich etwa in der stabilen Beschaffung von Rohstoffen, die durch nachhaltige Praktiken gesichert wird und Unternehmen weniger anfällig für Preisschwankungen oder Engpässe macht.

Ein weiterer Vorteil ist die Stärkung des Markenwerts. Verbraucher legen zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit und bevorzugen Marken, die sich klar zu umweltfreundlichen und sozial verantwortlichen Praktiken bekennen. Unternehmen, die dies umsetzen, profitieren von erhöhter Markenloyalität und gestärktem Kundenvertrauen. Dies kann sich langfristig in einem höheren Marktanteil und einer besseren Wettbewerbsposition niederschlagen.

Nachhaltige Praktiken ermöglichen es Unternehmen zudem, neue Märkte zu erschließen. Investitionen in erneuerbare Energien, grüne Technologien und nachhaltige Innovationen positionieren Unternehmen in wachstumsstarken Märkten, die Potenzial für Umsatzzuwächse und eine Diversifikation des Geschäftsmodells bieten.

Ein oft übersehener, aber bedeutender Vorteil ist die Kosteneffizienz. Nachhaltige Prozesse führen zu langfristigen Einsparungen, etwa durch reduzierten Energieverbrauch, optimierte Ressourcennutzung und weniger Abfall. Diese Effizienzgewinne tragen zur Wettbewerbsfähigkeit bei und minimieren gleichzeitig die Umweltauswirkungen.

Nachhaltige Praktiken als Marktchancen

Nachhaltigkeit fördert Innovationen und bietet Unternehmen neue Möglichkeiten, den sich wandelnden Verbraucheranforderungen gerecht zu werden. Unternehmen, die Nachhaltigkeit priorisieren, entwickeln oft neue, marktführende Produkte und Dienstleistungen, die umweltfreundlich sind. Beispiele dafür sind Produkte aus recycelten Materialien oder Dienstleistungen, die den CO2-Fußabdruck der Kunden reduzieren.

Regulatorische Anforderungen treiben ebenfalls die Implementierung nachhaltiger Praktiken voran. Der zunehmende Druck durch Vorschriften, wie die EU Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), zwingt Unternehmen dazu, Nachhaltigkeit nicht nur als freiwillige Maßnahme, sondern als gesetzliche Anforderung zu betrachten. Unternehmen, die frühzeitig nachhaltige Praktiken umsetzen, sind besser auf diese Veränderungen vorbereitet und können Strafzahlungen vermeiden.

Zusätzlich bieten nachhaltige Praktiken die Möglichkeit, wertvolle Partnerschaften einzugehen. Unternehmen, die sich klar zu Nachhaltigkeit bekennen, sind oft bevorzugte Partner für Kooperationen mit anderen Unternehmen, NGOs oder staatlichen Stellen. Solche Partnerschaften können nicht nur finanzielle Vorteile bringen, sondern auch Zugang zu neuen Technologien, Märkten und Fördermitteln ermöglichen.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Trotz der Vorteile stehen Unternehmen bei der Umsetzung nachhaltiger Praktiken vor erheblichen Herausforderungen. Eine der größten ist die Komplexität der Lieferketten. Um regulatorischen und marktseitigen Anforderungen gerecht zu werden, müssen viele Unternehmen ihre Lieferketten vollständig nachhaltig gestalten. Dies erfordert umfassende Änderungen in Beschaffung, Produktion und Logistik.
Ein weiteres Hindernis sind die hohen Anfangskosten der Transformation. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen kann die Umstellung auf nachhaltige Prozesse eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Diese Kosten werden jedoch durch langfristige Einsparungen und Effizienzgewinne ausgeglichen.

Eine weitere Herausforderung ist das Datenmanagement. Die Sammlung und Analyse von Nachhaltigkeitsdaten, insbesondere im Hinblick auf Scope-3-Emissionen, erfordert Investitionen in Technologie und Know-how. Unternehmen müssen in der Lage sein, diese Daten effizient zu erfassen und zu nutzen, um fundierte Entscheidungen zu treffen und ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Entwicklungen und Trends 2024

Im Jahr 2024 wird der regulatorische Druck auf Unternehmen weiter zunehmen, besonders in der EU. Neue Gesetze, wie das EU-Gesetz gegen Entwaldung, zwingen Unternehmen, die Herkunft ihrer Rohstoffe detailliert nachzuweisen. Dieser Trend erfordert eine verstärkte Transparenz und Kontrolle innerhalb der gesamten Lieferkette.

Ein weiterer Trend ist die wachsende Bedeutung von Naturintelligenz, etwa durch Umwelt-DNA und Satellitenbilder zur Erfassung von naturbezogenen Daten. Diese Technologien bieten Unternehmen neue Möglichkeiten, ihre Umweltleistung zu messen und zu verbessern.
Viele Unternehmen kämpfen weiterhin damit, ihre Klimaziele zu erreichen. Der wachsende Unterschied zwischen kommunizierten Zielen und der tatsächlichen Umsetzung erfordert eine Anpassung der Strategien und möglicherweise neue Ansätze.

Fazit

Nachhaltigkeit ist kein „nice-to-have“ mehr, sondern ein strategischer Imperativ für langfristigen Erfolg. Unternehmen, die proaktiv handeln, profitieren von zahlreichen Vorteilen und minimieren gleichzeitig regulatorische Risiken. Eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, Investitionen in nachhaltige Technologien und Partnerschaften sowie ein robustes Datenmanagementsystem sind entscheidend, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und die Marktposition zu stärken. Die Zukunft gehört den Unternehmen, die Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil ihrer Geschäftstätigkeit verstehen und umsetzen.

Autor:
Arkadi Belocerkov ist Gründer und Geschäftsführer der Swiss Value Group AG, einer international tätigen Beteiligungsgruppe, die sich auf Investitionen in nachhaltige Immobilien, erneuerbare Energien und Künstliche Intelligenz (KI) spezialisiert hat. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: https://swissvalue-group.ch

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Roth beklagt "Katastrophe für demokratische Mitte"

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Michael Roth (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Michael Roth (SPD), sieht in den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen eine „Katastrophe für die demokratische Mitte“. Er warnte im „Tagesspiegel“ zudem vor einer Zusammenarbeit mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).

„Dass Nationalisten und Populisten von links und rechts die Mehrheit stellen könnten, ist ein Menetekel, eine Katastrophe für die demokratische Mitte“, sagte Roth der Zeitung. „Ich kann vor einem Scheitern der Regierung nur warnen.“ Deutschland brauche „angesichts der dramatischen Weltlage ein Minimum an Stabilität“. Vor einer Zusammenarbeit der CDU mit der „Wagenknecht-Truppe“ könne er nur warnen. „Sie ist eine demagogische Ein-Frau-Partei, durchdrungen von Populismus.“

Alle Ampelparteien müssten sich vorwerfen lassen, zu dem für sie „verheerenden Ergebnis“ beigetragen zu haben. SPD, Grüne und FDP kämen sowohl in Sachsen als auch in Thüringen auf noch nicht mal 15 Prozent. „Das ist eine Niederlage mit Ansage“, sagte Roth: „Aber geschehen ist nichts. Der Streit ging weiter, Erfolge wurden komplett verdeckt. Man sieht sich bereits als Auslaufmodell. Das war eine Steilvorlage für AfD und die Wagenknechte.“

Auch wenn die Frage von Krieg und Frieden viele Menschen umgetrieben haben, habe das Thema nicht im Vordergrund der Wahlentscheidung, sagte Roth. „Hier ist besonders bitter, dass die SPD ihre Glaubwürdigkeit als Sozial- und Arbeitnehmerpartei vorerst verloren hat. Es ist nicht allein damit getan, seitens der Ampel besser zu kommunizieren. Bei den Themen Migration oder Bürgerheld erwarte ich schwierige Debatten.“

Der frühere Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer sieht in den Wahlergebnissen unterdessen „eine zusätzliche Delegitimierung der Bundesregierung“. „Die Ampel hat aus heutiger Sicht keine Chance, bei der Bundestagswahl im Herbst 2025 bestätigt zu werden“, sagte Bütikofer dem „Tagesspiegel“.

Die zerstrittenen Ampelparteien seien in beiden Ländern gemeinsam nicht einmal auf 15 Prozent gekommen und auch die CDU habe nur Erfolg gehabt, weil sie im Bund in der Opposition sei, so Bütikofer. „Ein Weiter-so in Berlin, ob bei Ampel oder Union, wäre verheerend“, sagte der Grünen-Politiker, der zwischen 2002 und 2008 die Partei geführt und bis Mai im Europaparlament gesessen hatte.


Foto: Michael Roth (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Wissenschaftliche Dienste: Zentrale AfD-Vorhaben rechtswidrig

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AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Zwei zentrale migrationspolitische Vorhaben der AfD für den Fall einer möglichen Beteiligung an einer Landesregierung in Sachsen oder Thüringen wären offenbar rechts- und verfassungswidrig. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten.

AfD-Chef Tino Chrupalla hatte im Juli im ARD-Sommerinterview gesagt, seine Partei werde im Fall einer Regierungsübernahme in Sachsen oder Thüringen innerhalb der ersten 100 Tage Grenzkontrollen einführen und den bundesweiten Verteilmechanismus für Asylbewerber aufkündigen. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Clara Bünger hat die Wissenschaftlichen Dienste des Parlaments nun mit einer rechtlichen Prüfung dieser Vorhaben beauftragt – das Ergebnis: Beide Maßnahmen wären nicht rechtskonform durchsetzbar.

Der Bund verfüge gemäß Artikel 73 des Grundgesetzes über die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz für den Grenzschutz, schreiben die Experten der Wissenschaftlichen Dienste. Die Länder könnten nur im Einvernehmen mit dem Bund Grenzschutzaufgaben wahrnehmen – wie es aktuell in Bayern der Fall sei.

Würde ein Land ohne Einvernehmen des Bundes Grenzschutzmaßnahmen durchführen, verstieße das gegen die grundgesetzlich geregelte Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern. Ob ein solcher Verstoß vorliege, könnte Gegenstand eines Bund-Länder-Streits vor dem Bundesverfassungsgericht werden. „Sofern die Voraussetzungen des Art. 37 GG vorliegen, kämen theoretisch auch Maßnahmen des Bundes im Wege des – praktisch noch nie angewendeten – Bundeszwangs in Betracht“, schreiben die Verfassungsexperten des Bundestags. Auch der Verteilmechanismus für Asylbewerber – der sogenannte Königsteiner Schlüssel – könne nicht von einem einzelnen Land angetastet werden. Auch hier seien Maßnahmen bis hin zum „Bundeszwang“ möglich.

„Der Wissenschaftliche Dienst bestätigt, dass Chrupallas Ankündigungen für den Fall einer AfD-Landesregierung mit geltendem Verfassungsrecht unvereinbar sind“, sagte die Linken-Abgeordnete Bünger dem RND. „Entweder handelt es sich also um plumpe Wählertäuschung oder aber um die Ankündigung eines noch nie dagewesenen Verfassungsbruchs, der die gefestigten rechtsstaatlichen Strukturen des Föderalismus gefährdet.“ Chrupallas Ankündigungen zeigten einmal mehr, warum die AfD die Verfassung und den Frieden in Deutschland gefährde.


Foto: AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Vorläufiges Endergebnis: CDU doch stärkste Kraft in Sachsen – Freie Wähler holen Direktmandat

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Dresden (dts Nachrichtenagentur) – Die dts Nachrichtenagentur in Halle (Saale) verbreitet soeben folgende Blitzmeldung aus Dresden: Vorläufiges Endergebnis: CDU doch stärkste Kraft in Sachsen – Freie Wähler holen Direktmandat. Die Redaktion bearbeitet das Thema bereits.

Weitere Details werden in wenigen Momenten gesendet.

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Voigt schließt Zusammenarbeit mit Linken in Thüringen nicht aus

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Mario Voigt am 01.09.2024, via dts NachrichtenagenturErfurt (dts Nachrichtenagentur) – Thüringens CDU-Spitzenkandidat Mario Voigt schließt angesichts des Wahlergebnisses bei der Landtagswahl eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht mehr aus.

„Wir werden das amtliche Endergebnis abwarten und dann in den nächsten Tagen in den Gremien besprechen“, sagte Voigt der „Bild-Zeitung“ auf eine entsprechende Frage nach einer möglichen Zusammenarbeit.

Zuvor hatte die Linkspartei in Thüringen die Tolerierung einer CDU-Minderheitsregierung in Aussicht gestellt. In der CDU gibt es einen Beschluss, wonach eine Zusammenarbeit mit Linkspartei und AfD ausgeschlossen ist.

Laut vorläufigem Ergebnis wäre in Thüringen eine Mehrheit nur durch ein wie auch immer gestaltetes Bündnis aus CDU, BSW und Linken möglich. Die SPD ist zu klein geworden und ist irrelevant geworden, FDP und Grüne sind aus dem Landtag geflogen. Stärkste Kraft ist die AfD, mit der aber niemand zusammenarbeiten will.


Foto: Mario Voigt am 01.09.2024, via dts Nachrichtenagentur

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Rhein fordert "Zeitenwende in der Migrationspolitik"

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Asylbewerberunterkunft (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Vor den Gesprächen zwischen der Bundesregierung und den Ländern über Konsequenzen aus dem Terroranschlag von Solingen hat Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) neue Forderungen erhoben.

„Deutschland hat ein Terrorproblem bei der Migration und darauf muss die Ampel regieren“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben). „Wir brauchen eine Zeitenwende in der Migrationspolitik.“ Hessen hat derzeit den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz.

Konkret verlangte Rhein, der Bund solle „die Kontrollen an den Binnengrenzen fortsetzen und endlich anfangen, an den Grenzen konsequent zurückzuweisen“. Außerdem müssten die sogenannten Dublin-Regeln auf europäischer Ebene konsequent umgesetzt werden. Danach ist der EU-Staat, in dem ein Flüchtling zuerst registriert wurde, für das Asylverfahren zuständig. Rhein forderte auch, mehr Herkunftsstaaten als sicher einzustufen. Ferner müssten Abschiebungen auch nach Afghanistan und Syrien erfolgen. Darüber hinaus sprach sich der Regierungschef dafür aus, Straftätern und Gefährdern die Staatsbürgerschaft zu entziehen. „Abschiebe- und Haftmöglichkeiten müssen ausgeweitet werden“, sagte Rhein.


Foto: Asylbewerberunterkunft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Vorläufiges Endergebnis Sachsen: CDU vor AfD

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Michael Kretschmer am 01.09.2024, via dts NachrichtenagenturDresden (dts Nachrichtenagentur) – Bei der Landtagswahl in Sachsen ist die CDU laut vorläufigem Endergebnis nun doch relativ deutlich stärkste Kraft vor der AfD geworden, nachdem es im Laufe des Wahlabends vorübergehend knapp aussah.

Nach Auszählung aller Stimmbezirke kommt die CDU auf 31,9 Prozent, vor der AfD, die 30,6 Prozent erzielt. Dahinter folgen BSW (11,8 Prozent), SPD (7,3 Prozent) und Grüne 5,1 Prozent. Die Linken sind mit 4,5 Prozent ebenfalls in voller Fraktionsstärke im neuen sächsischen Landtag vertreten, weil sie in Leipzig zwei Direktmandate geholt haben.

Die Freien Wähler kommen beim Zweitstimmenergebnis auf landesweit 2,3 Prozent, erhalten aber auch einen Sitz. Der langjährige Oberbürgermeister von Grimma, Matthias Berger, hat im Wahlkreis Leipzig Land III ein Direktmandat geholt. Bemerkenswert: Nach dem landesweiten Erststimmenergebnis kommen die Freien Wähler damit auch auf immerhin 4,8 Prozent.

Nicht im Landtag sind die „Freien Sachsen“ mit 2,2 Prozent, ganz weit abgeschlagen ist die FDP mit 0,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,4 Prozent.

Zur Sitzverteilung machte die Landeswahlleitung in der Nacht zunächst noch keine Angaben. Ministerpräsident Michael Kretschmer muss sich für eine stabile Mehrheit aber wohl neue Partner suchen, weil es allein mit den bisher mitregierenden Grünen und der SPD wohl nicht reicht. Und weil es Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegen AfD und Linke gibt, kommt wohl das BSW ins Spiel.


Foto: Michael Kretschmer am 01.09.2024, via dts Nachrichtenagentur

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Vorläufiges Endergebnis Thüringen: Höcke doch im Landtag

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Björn Höcke (Archiv), via dts NachrichtenagenturErfurt (dts Nachrichtenagentur) – Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke hat den Sprung in den Landtag doch noch geschafft. Laut vorläufigem Endergebnis gewinnt die AfD in Thüringen 30 Wahlkreise direkt und hat Anspruch auf insgesamt 32 Sitze. Höcke hatte seinen Wahlkreis nicht direkt gewonnen, steht aber auf Platz eins der Landesliste.

Im Einzelnen sieht das vorläufige Endergebnis so aus: Die AfD wird mit 32,8 Prozent stärkste Kraft, dahinter folgen CDU (23,6 Prozent), BSW (15,8 Prozent) und Linke (13,1 Prozent), die SPD erreicht nur noch 6,1 Prozent.

Die Grünen fallen mit 3,2 Prozent aus dem Landtag, ebenso die FDP, die nur noch auf 1,1 Prozent kommt. Sie liegt damit sogar hinter den Freien Wählern (1,3 Prozent) und nur knapp vor der Partei „Tierschutz hier“ mit 1,0 Prozent.

Der neue Thüringer Landtag hat 88 Sitze. Davon gehen 32 an die AfD, 23 an die CDU, 15 ans BSW, 12 an die Linke und 6 an die SPD. Die Mehrheit von 45 Sitzen lässt sich ohne die AfD nur mit einer Koalition aus CDU, BSW und Linken erreichen.

Die Wahlbeteiligung liegt bei 73,6 Prozent.


Foto: Björn Höcke (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Gabriel fordert von Parteien der Mitte "Wende" in Migrationspolitik

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Sigmar Gabriel (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen hat der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel die Parteien der politischen Mitte zu einer „Wende“ unter anderem in der Migrations- und Wirtschaftspolitik aufgerufen.

„Ein Weiter so darf es für keine der Parteien der demokratischen Mitte mehr geben“, sagte Gabriel dem „Tagesspiegel“. „Es braucht eine wirkliche Wende in zentralen Politikfeldern wie der Migrationspolitik, der Energie- und Wirtschaftspolitik und einen handlungsfähigen Staat, der die Grundlagen unseres demokratischen Rechtsstaates auch tatsächlich durchsetzt.“ Die Landtagswahlen vom Sonntag seien „eine Zäsur“, sagte Gabriel. „Ausweichen, relativieren, Durchhalteparolen reichen nicht. Die demokratische Mitte ist nicht nur geschwächt, sie wird getrieben und wirkt hilflos. Getrieben einerseits von einer rechtsextremen Partei, die in der Alltagskultur Ostdeutschlands offenbar weit stärker verankert ist als ihre demokratischen Wettbewerber. Und getrieben von einer national-bolschewistischen Partei, deren Führungspersonal es geschafft hat, nach der SPD die Linkspartei zu spalten.“

Gabriel forderte speziell seine eigene Partei zu einer programmatischen „Wende“ auf. Die SPD habe in den letzten Wahlen „immer in alle Richtungen verloren, weil sie in den Augen ihrer früheren Wähler ihre Identität verloren hat“, sagte Gabriel. Oftmals werde die SPD „nur noch als reine Funktionspartei“ wahrgenommen, die man gelegentlich brauche, um für andere Parteien die Mehrheit zu sichern. „Immer seltener wird sie als eigenständige Kraft wahrgenommen“, sagte der ehemalige Außenminister und Vizekanzler: „Wenn die deutsche Sozialdemokratie das ändern will, muss auch sie in wichtigen Politikfeldern eine Wende vollziehen.“ Gabriel sagte weiter: „Eigentlich braucht die SPD ein neues `Godesberg`, um ihre Programmatik an einer sich rasant wandelnden Welt anzupassen und Ideen zu entwickeln, wie sie für die arbeitende Mitte der Gesellschaft wieder Sicherheit im Wandel schaffen kann.“


Foto: Sigmar Gabriel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Höcke verpasst Direktmandat – Landtagssitz damit unsicher

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Björn Höcke am 01.09.2024, via dts NachrichtenagenturGreiz/Erfurt (dts Nachrichtenagentur) – Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke hat sein Direktmandat nicht gewonnen und muss damit um einen Sitz im Landtag zittern.

Höcke kam in seinem Wahlkreis Greiz II auf 38,9 Prozent, CDU-Kandidat Christian Tischner auf 43,0 Prozent der Erststimmen. Die anderen Kandidaten waren weit abgeschlagen, Heike Taubert (SPD) erreichte 8,8, Leon Walter (Linke) 7,5 Prozent. Damit muss Höcke darum zittern, überhaupt einen Sitz im Landtag zu bekommen.

Er ist zwar auf Platz eins der Landesliste, aber wenn die AfD mindestens so viele Direktmandate holt, wie ihr nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen, haben die Vorrang und die Landesliste zieht überhaupt nicht.

Ungeachtet dessen sah Höcke nach dem Wahlsieg seiner Partei in Thüringen einen klaren Regierungsauftrag durch die Wähler. „Als stärkste Kraft habe ich den Anspruch, die Regierung zu bilden. Es ist gute parlamentarische Tradition, dass die stärkste Kraft zu Gesprächen einlädt“, sagte Höcke dem Fernsehsender Phoenix am Sonntag.

Die Wähler in Thüringen hätten deutlich gemacht, dass es künftig kein Weiter so geben könne. „Von Thüringen ist ein großes Signal gesendet worden. Die Menschen wollen Veränderung“, war Höcke überzeugt, der im Übrigen verbindliche Töne anschlug: „Wir sind gut beraten, das Kriegsbeil zu begraben und zu erkennen, dass es gegen die stärkste Kraft in Thüringen keine stabile Mehrheit gibt.“

Unmittelbar wandte sich der AfD-Spitzenkandidat an die CDU im Land. „Unsere Hand ist ausgestreckt. Wir sind auch bereit, Kompromisse einzugehen. Und ich kann nur hoffen, dass der eine oder ins Nachdenken gerät und erkennt, dass die Brandmauer-Strategie gescheitert ist“, meinte Höcke, der die Union ermunterte, Gespräche mit der AfD zu führen. Sollten die übrigen Parteien jedoch eine Regierung gegen die AfD bilden wollen, würde seine Partei davon nur profitieren.

„Wir werden noch stärker am Widerstand.“ Entscheidend sei, dass eine neue Regierung die Themen anpacke, die den Menschen unter den Nägeln brennen würden. „Die Migration ist die Mutter aller Krisen. Da brauchen wir eine 180-Grad-Wende“, gab sich Höcke überzeugt.


Foto: Björn Höcke am 01.09.2024, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts