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Inflation in Großbritannien bringt Zinserhöhungen wieder auf die Tagesordnung

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IG Bau EZB Bank of England Industrie Großbritannien Lohn Stillstand
Foto von Tomasz Wieladek (Quelle: T. Rowe Price)

Ein aktueller Marktkommentar von Tomacz Wieladek, Chefvolkswirt für Europa bei T. Rowe Price:

Die Dienstleistungsinflation verhindert vorerst Zinssenkungen. Wenn die Daten weiterhin so stark bleiben, sind Zinssenkungen im Sommer unwahrscheinlich und Zinserhöhungen könnten wieder auf die Tagesordnung kommen.

Die VPI-Gesamtinflation in Großbritannien ist im April auf 2,3 % gesunken, nach 3,2 % im März. Dies war das Ergebnis sehr starker Basiseffekte im Energiebereich. Immerhin hat Ofgem, der britische Regulator für die Energiewirtschaft, die Energielücke von 1.928 £ im Januar-März 2024 auf 1.690 £ im April reduziert. Im April 2023 lag die Obergrenze von Ofgem bei 3.280 £. Das bedeutet, dass die Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 % gesunken sind.

Dies ist ein sehr starker Basiseffekt. Die VPI-Kerninflation ging im April auf 3,9 % gegenüber 4,2 % im März zurück. Die VPI-Inflation im Dienstleistungssektor sank im April auf 5,9 % gegenüber 6 % im März. Wichtig ist, dass die Inflation im Dienstleistungssektor über den von der Bank of England erwarteten 5,9 % liegt. Dies sind natürlich immer noch hohe Werte für die Kerninflation und die Inflation des Verbraucherpreisindex für Dienstleistungen.

Die Verbraucherpreisinflation im Dienstleistungssektor ist der beste Indikator für die Kerninflation, und diese ist nach wie vor bedenklich hoch. Darüber hinaus dürfte die Inflation des VPI für Dienstleistungen im April durch die Osterfeiertage im März verzerrt sein. Die Verzerrung durch Ostern deutet darauf hin, dass die Dienstleistungsinflation im Mai noch höher ausfallen könnte als heute. Auch wenn die Daten nach wie vor keine eindeutige Aussage darüber zulassen, ob die Inflation nachhaltig zurückgeht, ist die Tatsache, dass die Dienstleistungsinflation deutlich über den Erwartungen des MPC liegt, für die Entscheidung im Juni wichtig.

Obwohl es einige Anzeichen dafür gibt, dass die Dienstleistungsinflation allmählich zurückgeht, werden die heutigen Daten wahrscheinlich eine Zinssenkung im Juni verhindern. Der geldpolitische Ausschuss hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Dienstleistungsinflation nicht mit der Inflation der Rohstoffpreise gleichzusetzen ist.

Inflation in Großbritannien bringt Zinserhöhungen wieder auf die Tagesordnung

Foto von Tomasz Wieladek (Quelle: T. Rowe Price)

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Dax lässt nach – Covestro hinten

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Am Mittwoch hat der Dax nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 18.682 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Start baute der Dax im Zickzack-Kurs einen Teil seiner Verluste ab.

Prägend an diesem Handelstag waren ein Rückgang der Inflation in Großbritannien, Berichte über mögliche chinesische Zölle auf Automobilimporte sowie das Warten auf die Sitzungsprotokolle der US-Zentralbank und auf die Quartalszahlen von Nvidia. „Es führt kein Weg daran vorbei, die Aktienmärkte wollen weiter steigen, aber die Anleger sich vor den Quartalszahlen von Nvidia noch nicht endgültig festlegen“, kommentierte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets. „Damit ist ein neues Rekordhoch im Deutschen Aktienindex in dieser Woche zwar wahrscheinlich, aber eben auch nicht sicher.“

Oldenburger sieht die Quartalszahlen des Chipherstellers Nvidia nach Börsenschluss als Test für die Rally an den Börsen. „Seit Jahresstart konnte die Aktie um über 90 Prozent zulegen und ist zum drittgrößten US-Unternehmen nach Marktkapitalisierung aufgestiegen. Die letzten Quartalsberichte von Nvidia waren in der Regel ein bullischer Katalysator“, erklärte er. „In 14 von 21 Veröffentlichungen schloss die Aktie am Tag nach den Zahlen höher und nach 15 Bilanzvorlagen notierte sie nach fünf Tagen höher.“

Das Schlusslicht der Kursliste in Frankfurt bildeten die Papiere von Covestro und Porsche. An der Tabellenspitze standen derweil die Infineon-Aktien.

Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Juni kostete 34 Euro und damit vier Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund acht bis zehn Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis sank hingegen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 82,45 US-Dollar, das waren 43 Cent oder 0,5 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,0835 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,9229 Euro zu haben.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Hochrangige Rabbiner kritisieren Palästina-Demos

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Pro-palästinensische Demo (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Leipzig/München (dts Nachrichtenagentur) – Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) sieht die Demokratie und den Diskurs über den Nahostkonflikt durch die aus ihrer Sicht zunehmend antisemitischen Proteste vor Deutschlands Universitäten und auf Deutschlands Straßen massiv gefährdet.

In einem Gastbeitrag für das Nachrichtenportal T-Online kritisieren die Rabbiner Avichai Apel (Frankfurt), Zsolt Balla (Leipzig) und Yehuda Pushkin (München) die Proteste als „einseitig, radikal und leider auch antisemitisch. Dass sich jüdische Studierende und Juden überhaupt in Deutschland zusehends unwohl fühlen, sich nicht mehr trauen, als Juden wahrgenommen zu werden, das ist keine Einbildung, das ist keine Übertreibung. Nein, diese Angst ist real.“ Bei den Protesten gegen Israel und den Umgang mit ihnen gehe nicht um die Frage der Meinungsfreiheit, es gehe um Deutungshoheit, ums Rechthaben und auch um das Aufwiegeln zur Gewalt: „Die Entführten, die vergewaltigten Frauen, sie können sich nicht gegen den massiven Hass wehren, der ihnen da entgegenschlägt.“

Gesprächsangeboten der Universitätsleitungen stehen die Rabbiner in ihrem Gastbeitrag skeptisch gegenüber: „Wer Dialog einfordert, wie die Lehrenden der Berliner Hochschulen das getan haben, meint es vielleicht gut.“ Aber: „Dialog kann nicht erzwungen werden. Die Einhaltung von Recht und Gesetz und der Schutz von Menschen gegen Verleumdung und tätliche Angriffe hingegen schon.“ Die Rabbiner schließen mit der Feststellung: „Sicher, die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Sie muss geschützt werden. Aber die Menschenwürde steht über der Meinungsfreiheit. Das gilt auf dem Uni-Campus ebenso wie auf der Straße.“


Foto: Pro-palästinensische Demo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Im Vergleich: Die beliebtesten Titel von Gen Z und Gen X

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Tech Netflix Gen
Foto von Roman Przibylla (Quelle: CAT Financial Products)

Roman Przibylla, Head Public Solutions bei CAT Financial Products untersucht die Unterschiede in der Titelauswahl von Gen Z und Gen X:

In den kommenden zehn Jahren werden wir einen größeren technologischen Fortschritt erleben als in den letzten hundert Jahren. Technologie wird verstärkt eingesetzt werden, um Nachhaltigkeit zu fördern. Diese Entwicklung spiegelt sich bereits im Investitionsverhalten der jungen Generation Z (Geburtsjahre zwischen 1997 und 2009) wider. Ihre Elterngeneration X (Geburtsjahre zwischen 1965 und 1980) investiert hingegen eher in traditionelle Branchen.

Dies zeigen Daten der Finanzapp Yuh und der UBS zu den beliebtesten Aktien beider Generationen, die kürzlich von blick.chveröffentlicht wurden. Demnach investiert die Gen Z am liebsten in die Unternehmen Tesla, Apple, UBS, Nvidia, Nestlé, Roche, Nikola und Microsoft, während die Gen X die Aktien von UBS, Swiss Re, Zurich Insurance, Tesla, Meyer Burger, CS Group, Nestlé und Roche bevorzugt.

 Technologiefokus versus breite Diversifikation

Die Gen Z setzt mit Unternehmen wie Apple, Nvidia, Microsoft und Tesla deutlich auf Technologie und fördert somit technologischen Fortschritt. Dies deutet auf eine Präferenz für schnell wachsende Branchen hin, die bei jungen Investoren beliebt sind. Nikola, ein Hersteller von Elektro- und Wasserstofffahrzeugen, zeigt das Interesse an nachhaltigen und innovativen Technologien, die charakteristisch für die Generation Z sind und die potenziell die nächste Revolution im Transportsektor darstellen könnten.

Die Unternehmen UBS, Nestlé und Roche gehören auch zu den bevorzugten Titeln der Gen X, was darauf hinweist, dass beide Generationen eine Wertschätzung für stabile Dividenden und solide Geschäftsführung teilen. Insgesamt investiert die Gen X mit Swiss Re, Zurich Insurance, CS Group und Nestlé in eine Mischung aus Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Konsumgütern und Gesundheitswesen.

Daraus ergibt sich eine breite Diversifikation über verschiedene Wirtschaftssektoren hinweg. Diese Unternehmen, die in den 2000er Jahren gegründet wurden, gehören zu den internationalen Marktführern und gelten als vergleichsweise stabil. Diese Wahl könnte auf langfristige Sicherheit und kontinuierliche Dividendenausschüttung abzielen. Tesla und Meyer Burger, ein Unternehmen spezialisiert auf Photovoltaik und Halbleitertechnologie, sind dagegen risikoreicher, aber bieten potenziell höheres Wachstum. Somit gehören jeweils ein „Innovator“ und ein „Disruptor“ zu den Top-Werten der Gen X, jedoch in Produkten der „Old Economy“ wie Energie und Automobil.

 Vergleich der Risikoprofile

Demzufolge weisen die beiden Generationen unterschiedliche Risikoprofile auf: Die bevorzugten Titel der Gen X sind insgesamt breiter über traditionelle und etablierte Industrien diversifiziert, während die Gen Z bei ihrer Auswahl einen stärkeren Fokus auf Technologie und Innovation legt. Es scheint, dass jüngere Investoren aufgrund ihrer Betonung auf volatilere Tech-Aktien bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen. Im Gegensatz dazu bevorzugt die Gen X eher konservativere und etablierte Unternehmen, die als weniger volatil und langfristig stabiler angesehen werden.

Im Vergleich: Die beliebtesten Titel von Gen Z und Gen X

Foto von Roman Przibylla (Quelle: CAT Financial Products)

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Ein guter Zeitpunkt für die globalen Aktienmärkte?

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Aktienmärkte
Foto von Jonathan Crone (Quelle: Insight Investment)

Ein aktueller Marktkommentar von Jonathan Crone, Portfoliomanager im Multi-Asset-Strategieteam von Insight Investment:

„Nach einer leichten Gewinnrezession, die im vierten Quartal 2022 begann, befinden sich die Unternehmensgewinne weltweit wieder im Aufwärtstrend und liegen derzeit um 7 % über dem Vorjahr. Dies ist nicht nur eine US-Geschichte, sondern es gibt Anzeichen für eine Verbesserung in allen wichtigen entwickelten Märkten.

Erfreulicherweise liegt die Zahl der europäischen Unternehmen, deren Gewinne die Prognosen der Analysten übertreffen, deutlich über den historischen Werten, wobei steigende Gewinnmargen ein wichtiger Motor für das Gewinnwachstum sind. Da die Gewinnspannen häufig ein Frühindikator für den Konjunkturzyklus sind, deutet dies darauf hin, dass wir uns in einer günstigen Phase für globale Aktien befinden, da ein robustes Wachstum, steigende Gewinne und ein günstigeres Zinsumfeld in den kommenden Monaten für Rückenwind sorgen könnten.“

Ein guter Zeitpunkt für die globalen Aktienmärkte?

Foto von Jonathan Crone (Quelle: Insight Investment)

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Kabinett beschließt leichteren Zugang zu Kraftfahrer-Beruf

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Volker Wissing und Klara Geywitz am 22.05.2024, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Ampel-Regierung will künftig den Zugang zum Beruf des Kraftfahrers erleichtern. Dazu beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch den vom Verkehrsministerium vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Berufskraftfahrerqualifikationsgesetzes.

Darüber hinaus soll die Anerkennung von Fahrerqualifizierungsnachweisen ukrainischer Berufskraftfahrer sowie die Umschreibung ukrainischer Führerscheine in Deutschland vereinfacht werden. „Wir wirken dem Fachkräftemangel entgegen und erleichtern Kraftfahrern den Zugang zum Beruf“, sagte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP). Dabei nutze man auch die Chancen der Digitalisierung. Durch die Einführung von digitalem Unterricht in der Berufskraftfahrer-Weiterbildung werde diese moderner und flexibler und das Berufsbild insgesamt attraktiver, so der Minister.

Die novellierte Berufskraftfahrerqualifikationsverordnung senke aber auch die Hürden für die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland. „Künftig kann die Prüfung zur beschleunigten Grundqualifikation auch in mehreren Fremdsprachen abgelegt werden. Ukrainische Berufskraftfahrer können ihre Qualifizierung anerkennen lassen, indem sie eine ergänzende Schulung und Prüfung absolvieren“, sagte Wissing.

Der Verordnungsentwurf im Berufskraftfahrerqualifikationsrecht sieht die Einführung von E-Learning in Form von digitalem Unterricht im Rahmen der Berufskraftfahrer-Weiterbildung vor. Künftig soll zudem das Ablegen der Prüfung zur Erlangung der beschleunigten Grundqualifikation für Berufskraftfahrer neben Deutsch in einer von acht Fremdsprachen ermöglicht werden. Hierzu zählen Englisch, Hocharabisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch.

Für einen erleichterten Berufszugang in Deutschland hat das Kabinett die nationale Ukraine-Ausnahme-Verordnung beschlossen: Die Verordnung ermöglicht, ukrainische Fahrerqualifizierungsnachweise begrenzt auf die Dauer des Schutzstatus anzuerkennen, wenn sie eine ergänzende Schulung und Prüfung absolvieren.

Außerdem ist die Aufnahme der Ukraine in die Staatenliste der Anlage 11 Fahrerlaubnis-Verordnung geplant. Damit wäre der prüfungsfreie Umtausch der Fahrerlaubnis möglich.

Zu den weiteren Maßnahmen gehört die Erweiterung des Sprachenkatalogs für die Theoretische Fahrerlaubnisprüfung um Ukrainisch und Kurmandschi.


Foto: Volker Wissing und Klara Geywitz am 22.05.2024, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Rackete für Anerkennung von Palästinenserstaat durch Deutschland

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Carola Rackete (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Spitzenkandidatin der Linken für die Europa-Wahl, Carola Rackete, spricht sich für eine Anerkennung von Palästina als Staat auch durch Deutschland aus. Rackete sagte der „Rheinischen Post“ und dem „General-Anzeiger“ (Donnerstagsausgabe): „Die Zivilgesellschaften in Israel und Palästina müssen entscheiden, wie ein dauerhafter Frieden entstehen kann.“

„Eine Zwei-Staaten-Lösung kann ein Weg hin zu Frieden sein und dafür kann die Anerkennung Palästinas durch Deutschland ein entscheidender Schritt sein. Als erstes braucht es jetzt einen Waffenstillstand, humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in Gaza, die Freilassung der Geiseln und eine Wiederaufnahme des Friedensprozesses.“

Spanien, Norwegen und Irland hatten am Mittwochmorgen angekündigt, Palästina als eigenständigen Staat anerkennen zu wollen. Diesen Schritt kritisiert der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, scharf. Die europäischen Fürsprecher einer solchen Zwei-Staaten-Lösung bezeichnete Beck als „Flat-Earther des Völkerrechts“. Das alles sei „billiger Populismus“, sagte er am Mittwoch dem Nachrichtensender „Welt“.

„Die Voraussetzung für eine Zwei-Staaten-Lösung ist erst mal aus israelischer Perspektive, dass von diesem palästinensischen Staat keine Gefahr für das israelische Territorium und seine Bevölkerung ausgeht. Wenn es keine politische Ordnung gibt, kann man das ja überhaupt nicht garantieren. Herr Abbas, der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah, hatte keinen Einfluss darauf, was die Hamas in Gaza anrichtet. Und das würde sich ja weiter so fortsetzen. Eine solche Entität ist kein Staat und sie dennoch als Staat anzuerkennen, hat schon was fast Esoterisches. Das sind eigentlich die Flat-Earther des Völkerrechts, die Staaten, die ein solches Gebilde aus politischen Gründen jetzt einfach anerkennen.“

Den Vorstoß von Norwegen, Spanien und Irland ausgerechnet im Nachgang des terroristischen Überfalls der Hamas auf Israel sei eine „paradoxe Intervention“, findet Beck. „Die Hamas greift Israel an – und drei europäische Staaten erkennen dafür einen palästinensischen Staat an, bei dem es weder ein Staatsvolk, ein Staatsgebiet noch irgendwie eine politisch anerkannte Ordnung gibt. Das ist ziemlich absurd. Und es ist vor allen Dingen kein Beitrag zum Frieden und auf dem Weg zur Zwei-Staaten-Lösung, weil damit werden die Kräfte gestärkt, die auf Terrorismus und Gewalt und nicht auf Verhandlungen und Kompromiss setzen.“

Grundsätzlich sei er sehr wohl für eine Zwei-Staaten-Lösung, aber dieser Vorstoß „ermutigt halt die falschen Kräfte“, so Beck. „Ich finde ich es richtig, auf die Perspektive der Zwei-Staaten-Lösung zu setzen. Dann muss man aber die Probleme auf dem Weg dorthin beseitigen. Und das erste Problem ist der Terror auf der palästinensischen Seite. Das zweite Problem auf der palästinensischen Seite ist, dass es keine Wahlen gibt, dass es keine legitime politische Führung gibt, die auch einen Ausgleich mit Israel will und auf die man vertrauen kann. Und das Dritte ist die Sicherheitsfrage. Und da wird man, wenn man politische Initiative ergreifen will, um den Prozess zu befördern, an Jordanien, Ägypten und Saudi-Arabien herantreten müssen, um diese Länder mit in die Verantwortung zu nehmen.“ Der Vorstoß Norwegens, Spaniens und Irlands sei hingegen bloße „Innenpolitik, billiger Populismus“ – und ein „schädliches Vorgehen“.


Foto: Carola Rackete (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Erneut mehr Anrufe beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

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Demonstrantin gegen Gewalt an Frauen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Zahl der Beratungen durch das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ hat 2023 erneut zugenommen. Die Beratungskontakte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf rund 59.000, teilte das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben am Mittwoch mit.

Seit der Einrichtung des Hilfetelefons legte das Beratungsaufkommen von 25.346 Beratungskontakten im Jahr 2014 auf 59.048 im Jahr 2023 zu. Die steigenden Beratungszahlen in allen Themenbereichen seien auch auf die zunehmende Bekanntheit des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ zurückzuführen. „Das Thema Gewalt gegen Frauen ist in dem Jahrzehnt seit Bestehen des Hilfetelefons zunehmend in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung und der gesellschaftlichen wie politischen Diskussion gerückt und das ist außerordentlich wichtig“, sagte Martina Hannak, Präsidentin des Bundesamtes.

Aus dem Jahresbericht geht hervor, dass sich mit 74 Prozent überwiegend die Betroffenen selbst meldeten, in 20 Prozent der Fälle wurden unterstützende Personen aus dem Umfeld der Betroffenen beraten. Petra Söchting, Leiterin des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“, sagte: „Jede dritte Frau erlebt Gewalt – statistisch gesehen kennt jede und jeder Betroffene. Das Angebot des Hilfetelefons richtet sich daher explizit auch an Menschen aus dem sozialen Umfeld betroffener Frauen. Sie sind oft die ersten, die auf Gewaltvorfälle aufmerksam werden und denen sich Betroffene anvertrauen.“

Häusliche Gewalt bzw. Gewalt in (Ex-)Paarbeziehungen war auch im Jahr 2023 die häufigste Ursache für den Kontakt zum Hilfetelefon, gefolgt von sexualisierter Gewalt außerhalb von Paarbeziehungen. Rund 53 Prozent der Anfragen gingen zwischen 18 Uhr abends und 8 Uhr morgens, an Wochenenden und Feiertagen ein, wenn andere Einrichtungen in der Regel nicht zu erreichen sind.


Foto: Demonstrantin gegen Gewalt an Frauen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Kräuterfrau Elisa und die wunderbare Heilkraft der Bergpflanzen des Trentino

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Kräuterfrau Teresa Trentino

Sie strahlt eine große Ruhe aus, wirkt ausgeglichen und scheint mit sich im Reinen zu sein: Elisa Tavernaro ist Kräuterfrau im kleinen Dorf Tonadico im Trentino. Sie führt Besucher durch ihren Kräutergarten, gibt Kurse und verkauft diverse Mischungen, Infusionen und Tees in einem schmucken Laden in der Ortsmitte.

„Mich haben Heilkräuter schon immer fasziniert und auch die Lehren von Hildegard von Bingen. Daher folge ich bis heute ihren Anweisungen, mische nach ihren Rezepten“, erklärt Elisa, die ihre Pflanzen hegt und pflegt und sie beim Streifen durch den Garten liebevoll streift. Letzterer ist als acht angelegt, das Zeichen für die Unendlichkeit des Lebens. „Alles kommt wieder, die Natur erneuert sich immer wieder“, erzählt sie. Wenn sie mit Gästen durch ihren Garten schlendert, bleibt sie oft stehen, nimmt die Blütenblätter von Holunder und Heckenrose sanft zwischen die Finger, streichelt über Thymian und Zitronenmelisse und erläutert ihre Heilkraft.

Holunder ist gut gegen Fieber und Entzündungen, Heckenrose enthält viel Vitamin C und stärkt das Immunsystem, Thymian hilft bei Neurodermitis und die Zitronenmelisse erfreut das Herz und vertreibt Müdigkeit und Traurigkeit. „Ich ernte meine Kräuter nach ihrem natürlichen Rhythmus. Wenn sie so weit sind, trockne ich sie und bewahre sie in Papiertüten auf, bis ich sie zu Kräutertees, Elixieren oder Süßigkeiten zusammenmische“, sagt Elisa, die eigentlich studierte Marketingexpertin ist.

Die 44-Jährige stammt aus dem kleinen Dorf bei Primiero und möchte die Kraft der Kräuter, die ihr die Natur und das besonders gesunde Klima des Trentino liefern, nutzen. In ihrem eigenen Laden verkauft sie diverse Mischungen, im Dorf hat sie Stammkunden, die regelmäßig kommen.

Sie kommen aber auch, um nach der jungen Frau zu schauen, denn nach dem frühen Tod ihres Ehemannes, zieht sie vier Kinder alleine auf und führt nebenbei noch ihr kleines Familienunternehmen. Beim Streifen durch Wald und Garten nimmt sie ihre Kinder mit, denen es Freude macht, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen, oder ihrer Mutter im Laden und beim Verkauf auf dem Markt zu helfen. Auch organisiert sie Workshops, in denen die Teilnehmer traditionelle Rezepte aus dem Primiero durch Zugabe aromatischer Kräuter ausprobieren können.

Wer nun neugierig geworden ist, findet einige dieser Rezepte auf ihrer Website. Wie beispielsweise das des Vin Brusà, der sich bestens zum Aufwärmen des Körpers in kalten Winternächten eignet oder auch das Rezept von Pfannkuchen mit Löwenzahnblüten.

Bild Kräuterfrau Teresa Trentino

Quelle c/o Global Communication Experts GmbH

Come Find Your Virginia

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Virginia Miles Partnership;Neal Alfano Photography;Visit Loudoun

Der US-Bundesstaat positioniert sich als Luxusdestination mit Genuss und Geschichte

Geburtsort des amerikanischen Weins – Sterneküche und Genussvielfalt – Exklusive Resorts – Segeln auf der Chesapeake Bay

Der US-Bundesstaat Virginia an der Ostküste ist mit seiner facettenreichen Landschaft von den Blue Ridge Mountains im Westen bis hin zum Atlantik mit weitläufigen Stränden im Osten eine einzigartige Urlaubsdestination. Dazu tragen auch die bequemen Nonstop-Verbindungen ab Frankfurt, München, Zürich und Wien zum Flughafen Washington Dulles International, bei der – was viele nicht ahnen – in Virginia liegt. Fernab der bereits bekannten Sehenswürdigkeiten bietet der Bundesstaat exklusive Resorts und luxuriöse Erlebnisse. Gerade die reiche Geschichte der Destination und exquisite Küche sind weitere überaus überzeugende Argumente, Virginia einen Besuch abzustatten.

Erlesene Tropfen in der „Wine Region of the Year“

Virginia ist mit über 400 Weingütern einer der größten Weinproduzenten der USA und gleichzeitig auch die Geburtsstätte des amerikanischen Weinanbaus. Besondere Wine Trails führen Besucher durch die abwechslungsreichen Landstriche und zu Monticello, dem Anwesen Thomas Jeffersons, bei dem 1788 alles begann. Nicht zuletzt wurde die Region um Charlottesville und Albermale County in Virginia vom Wine Enthusiast als „Wine Region of the Year 2023“ ausgezeichnet.

In den letzten Jahren haben Rebensäfte aus Virginia schon viele Qualitätsauszeichnungen erhalten und verfügen über ein großes Renommee in ganz Amerika. Die elegante Atmosphäre der exzellenten Weingüter lädt zu privaten Führungen und Weinverkostungen ein. Bei einem Ausritt durch die Reben genießen Besucher zusätzlich die malerische Natur.

Fangfrische Austern und Sterneküche

Mit seinen acht verschiedenen Austern Zuchtregionen zählt Virginia zu einer der größten Austern Produzenten der USA. Dabei bringt jedes Gebiet unterschiedliche und einzigartige Geschmacksrichtungen hervor. Bei einem exklusiven kulinarischen Erlebnis, der Bootstour von Pleasure House Oysters Farm, begleiten Besucher einen Austernfarmer bei der Ernte und können die Austern an Ort und Stelle, knietief im Wasser stehend, genießen. Neben den delikaten Meeresfrüchten bietet Virginia eine erstklassige Sterneküche.

Im mit drei Michelin-Sternen prämierten Inn at Little Washington, welches mit drei Michelin-Sternen prämiert ist, wird ein Abendessen zu einer unvergesslichen kulinarischen Erfahrung. Die Kreationen des Küchenchefs Patrick O’Connell sind an klassische amerikanische Gerichte angelehnt und wurden neu interpretiert. Dies brachte ihm 2019 eine Auszeichnung der James Beard Foundation ein, die als „Oscars der Küche“ gelten. Bei Reservierungen, die früh genug im Voraus vorgenommen werden sollten, können Besucher in den exklusiven Genuss eines Tisches direkt in der Küche, dem sogenannten „Chef’s Table“, kommen.

Luxuriöse Auszeiten

Idyllisch gelegen am Fuße der Blue Ridge Mountains oder nur einen Katzensprung vom Meer entfernt lassen sich erstklassige Resorts, Inns und Hotels finden. Im Historic Cavalier Hotel in Virginia Beach nächtigten schon Präsidenten und unzählige Prominente. Der Reichtum an Geschichte spiegelt sich hauptsächlich in der prächtigen Architektur des Gebäudes wider und brachte dem Hotel einen Platz im National Register of Historic Places ein. In jeder der luxuriösen Unterkünfte in Virginia lässt sich die zeitlose Eleganz gepaart mit modernem Luxus spüren. Das Gefühl wird ebenfalls durch die opulente Inneneinrichtung und unzähligen Spa- und Wellnessangebote, zu denen Salzwasser-Relaxpools, Saunen und verschiedene Behandlungen zählen, vermittelt.

Golfen oder Heißluftballonfahren

Für diejenigen, die gerne den Schläger beim Golfen schwingen, bietet Virginia eine Fülle an erstklassigen Golfplätzen. 220 öffentliche Plätze stehen zur Verfügung, von denen einige sogar von Star-Designern entworfen wurden. Ein weiteres Highlight ist eine Heißluftballonfahrt über den Blue Ridge Mountains, bei der die märchenhafte Landschaft aus einer völlig neuen Perspektive bewundert werden kann. Wer sich auf dem Wasser wohler fühlt, sollte eine Kajaktour in der Chesapeake Bay unternehmen. Diese bietet optimale Bedingungen für Delfine, die sich mit etwas Glück beobachten lassen. Für ein ganz exklusives Erlebnis mieten sich Reisende ein eigenes Segelboot und erkunden die Gewässer auf eigene Faust. Dabei werden die spektakulären Sonnenuntergänge zu einer unvergesslichen Erinnerung.

Der Bundesstaat bietet nicht nur Outdoor-Abenteuer, sondern ist auch reich an Kultur und Geschichte, welche an unzähligen Orten entdeckt werden kann. Das Anwesen George Washingtons, Mount Vernon, lädt ein, das Leben des früheren US-Präsidenten hautnah zu erleben. Außerdem überzeugt Virginia mit seiner Vielfalt an Museen: Im Virginia Museum of Fine Arts können ausgefallene Kunstinstallationen bestaunt werden oder Besucher begeben sich auf eine Zeitreise ins historische Colonial Williamsburg, dem größten Museum für lebendige Geschichte.

Weitere Informationen finden Sie unter virginia.org/united.

Bild: Miles Partnership;Neal Alfano Photography;Visit Loudoun

Quelle : Claasen Communication GmbH