Start Blog Seite 2075

Lepaya erhält 38 Millionen US-Dollar

0
lepaya

Größte EdTech-Finanzierungsrunde 2023: Lepaya erhält 38 Millionen US-Dollar

Lepaya erhält in einer Finanzierungsrunde 38 Millionen US-Dollar. Damit möchte das Unternehmen die Akzeptanz von KI-gesteuerten Lösungen zur Kompetenzentwicklung beschleunigen.

Lepaya, Europas größter Anbieter für betriebliche Bildungstechnologie, erhält 38 Millionen Dollar – die bislang größte Finanzierungsrunde im Bereich EdTech im Jahr 2023. Zu den Investoren zählen Endeit, Educapital, Mars Growth Capital, Liquidity Capital sowie die bereits bestehenden Target Global und Mediahuis Ventures. Seit der ersten Finanzierungsrunde im Jahr 2021 hat das niederländische Startup seinen Umsatz verdreifacht.

Mit dem zusätzlichen Kapital will Lepaya die Markteinführung seiner KI-gesteuerten Plattform zur Kompetenzentwicklung vorantreiben. Die Plattform soll Unternehmen durch eine nahtlose Integration in bereits bestehende Personalmanagement-Plattformen dabei helfen, Fähigkeitslücken in ihren Teams zu identifizieren und zu schließen.

Seit der Gründung 2018 befindet sich Lepaya auf einem stetigen Wachstumskurs. 2020 erfolgte die Übernahme des niederländischen Unternehmens SmartenUp, 2022 übernahm Lepaya das Münchner Start-up vCoach (jetzt Lepaya AI-Coach) sowie das Londoner Unternehmen SpeakFirst. 2023 folgte mit Krauthammer, einem Schulungsanbieter für Senior Leadership und Commercial Excellence aus der Schweiz, die vierte Akquisition. Zu den mehr als 2.000 Kunden von Lepaya gehören unter anderem ING, Dell, Maersk, KPMG und Freudenberg.

„Die Kombination aus KI und menschlicher Expertise ermöglicht es uns, Unternehmen auf der ganzen Welt das zu bieten, was in der heutigen Geschäftswelt wirklich zählt: Einblicke in bestehende Fähigkeitslücken und eine personalisierte Weiterbildung, um diese zu schließen“, so René Janssen, Gründer und CEO von Lepaya.

Bild Gründer

Quelle TytoPR

Lindner wirbt für vorgezogene Anhebung des Gas-Mehrwertsteuersatzes

0

Gaszähler (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) spricht sich für die Verlängerung der Strompreisbremsen bis Ende April 2024 aus, fordert zugleich aber die Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer auf Erdgas bereits zum Jahresbeginn. Die vorgezogene Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes auf Gas von sieben auf 19 Prozent sei in seinem Entwurf des Bundeshaushalts 2024 vorgesehen, sagte Lindner der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe).

Bislang geplant war die Anhebung des Steuersatzes aber erst zum Frühjahr 2024. Mit der früheren Anhebung würden Mehreinnahmen erzielt, die auch den Ländern zugutekämen, so Lindner. „Die drei Monate früher mögliche Beendigung der Krisenmaßnahme ist auch eine Hilfe für die Länder“, sagte Lindner. „Diese erhalten dadurch mehr als eine Milliarde Euro zusätzlicher Einnahmen in 2024.“

Der FDP-Chef will im Rahmen des „Wachstumschancengesetzes“ die Steuerlast für Unternehmen um gut sechs Milliarden Euro im Jahr senken. Dagegen hatten sich jedoch mehrere Länder gewehrt, weil sie Steuermindereinnahmen fürchten. Die Mindereinnahmen durch das Wachstumschancengesetz würden durch den vorgezogenen höheren Mehrwertsteuersatz für Gas „vollständig kompensiert“, sagte Lindner der „Rheinischen Post“. „Ich hoffe, dass die Länder ihre Bedenken gegen eine Belebung des wirtschaftlichen Klimas so überwinden können.“

Die frühere Anhebung des Mehrwertsteuersatzes sei auch für die privaten Haushalte und Betriebe verkraftbar, wenn sie auf der anderen Seite durch die Verlängerung der Strompreisbremsen weiter entlastet würden. „Da die Preisbremsen nach der gemeinsamen Auffassung der Bundesregierung weiter bestehen sollen, haben private Haushalte und Betriebe dennoch weiterhin einen Schutz vor ruinösen Preisspitzen“, sagte der FDP-Chef. Die Verlängerung der Strompreisbremsen, die bisher Ende des Jahres auslaufen sollen, bis zum Frühjahr 2024 war zuerst von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gefordert worden. Ihr müsste der Bundestag noch zustimmen.


Foto: Gaszähler (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

„Fed sieht erste Erfolge im Umgang mit der Inflation“

0
Kollektiv Wirtschaftsdaten EZB Fed
Foto von Jack McIntyre (Quelle: Brandywine / Franklin Templeton)

Den gestrigen Zinsentscheid der Fed kommentieren Jack McIntyre, Portfolio Manager bei Brandywine Global, Teil von Franklin Templeton und Florian Ielpo, Head of Macro, Multi Asset Group bei Lombard Odier Asset Management (LOIM).

1. Eine „dovishe Pause“ gibt es derzeit nicht

Jack McIntyre, Portfolio Manager bei Brandywine Global, Teil von Franklin Templeton:

Nennen Sie die jüngste Entscheidung der Fed eine „hawkish pause“ oder einfach eine Pause – eine „dovish pause“ gibt es im Moment nicht. Die Fed hat zwar vieles beibehalten, wie die Beibehaltung des Zielbereichs für die Zinssätze und die Beibehaltung des längerfristigen Zinssatzes bei 2,5 %, aber es gab eine bedeutende Änderung.

Die Fed hat in ihrem Dotplot einige Zinssenkungen für das nächste Jahr gestrichen, so dass die Märkte zu Recht von einem weniger dovishen Ausblick mit längerfristig höheren Zinssätzen ausgehen. Die Fed erwartet mehr Wachstum, aber weniger Inflation, und dieses Goldlöckchen-Szenario wäre, wenn es eintritt, gut für Risikoanlagen.

2. Fed sieht erste Erfolge im Umgang mit der Inflation

Florian Ielpo, Head of Macro, Multi Asset Group bei Lombard Odier Asset Management (LOIM):

Fed Gold Kreditmärkte Aktienmärkte
Foto von Florian Ielpo (Quelle: LOIM)

Die Revisionen der Fed-Prognosen (siehe Tabelle unten) machen im Grunde das wieder rückgängig, was sie im Juni an Revisionen vorgenommen hat. Die Kerninflation wird nach unten revidiert (im Juni nach oben revidiert), während die Gesamtinflation eine Spur höher wird (im Juni nach unten revidiert): mehr Rohstoffinflation, aber eine niedrigere „Makro“-Inflation, gegen die die Fed seit anderthalb Jahren ankämpft.

Damit wurden die Zinsprognosen der Fed für das nächste Jahr nach oben revidiert, was mit der in letzter Zeit verfolgten Linie „high for longer“ übereinstimmt.

Der wichtigste Punkt dieser Sitzung ist, dass die Fed einen ersten Erfolg im Umgang mit der Inflation sieht und gleichzeitig anerkennt, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht vorbei ist. Kurz gesagt, die Finanzierungsbedingungen sind eng genug, sie müssen nur noch über einen längeren Zeitraum so bleiben.

Dies ebnet den Weg dafür, dass die 10-jährigen Realsätze bei etwa 2 % verankert bleiben, möglicherweise mit einer gewissen Volatilität, da Zinssenkungen nicht mehr eingepreist werden.

Auch wenn die anfängliche Reaktion des Marktes recht negativ ausfiel – die realen Zinssätze sprangen auf 2 %, der Euro gab seine Tagesgewinne auf und der S&P500 ging zurück – sollte man nicht zu viel hineininterpretieren (denke ich). Im weiteren Verlauf der Q&A-Sitzung dürfte immer deutlicher werden, dass die Fed in letzter Zeit das Vertrauen gewonnen hat, dass sie nicht mehr hinter der Entwicklung zurückbleibt. Dies dürfte die Anleger beruhigen, so dass das Narrativ der „sanften Landung“ der Disinflation das Kursgeschehen vorerst bestimmen kann. Diese Sitzung ist wahrscheinlich mittelfristig sowohl für Aktien als auch für Anleihen positiv und öffnet die Tür für eine Stabilisierung des Dollars.

FED

„Fed sieht erste Erfolge im Umgang mit der Inflation“

Fotos von Jack McIntyre (Quelle: Brandywine / Franklin Templeton) und Florian Ielpo (Quelle: LOIM)

Kennen Sie schon das Wirtschaftsmagazin „Paul F„? Jetzt bei Readly lesen. Eine kostenlose Leseprobe von Paul F gibt es bei United Kiosk. Ebenfalls finden Sie die aktuelle Ausgabe im Lesezirkel von Sharemagazines.

Zinsentscheid der Fed: Harte Haltung gegen Inflation auch in der Zinspause

0
FED
Foto von Josh Jamner (Quelle: Clearbridge / Franklin Templeton)

Den heutigen Zinsentscheid der Fed kommentiert Josh Jamner, Investment Strategy Analyst bei Clearbridge Investments, Teil von Franklin Templeton:

Der FOMC beschloss, die Zinssätze wie erwartet in der Spanne von 5,25-5,50 % zu halten. Der Vorsitzende Powell hat immer wieder einen datenabhängigen Ansatz bekräftigt, und der Impuls der jüngsten Wirtschaftsdaten, bei denen sich sowohl die Inflation als auch der Arbeitsmarkt abkühlten, steht unserer Ansicht nach im Einklang mit einer Zinspause der Fed.

Die aktualisierte Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP, auch bekannt als „Dots“) zeigt weiterhin eine weitere Zinserhöhung vor Jahresende. Wir glauben jedoch nicht, dass die Fed diese Zinserhöhung letztendlich durchführen wird und dass die Zinserhöhung im Juli die letzte in diesem Zyklus war. Wir glauben, dass die Fed es vorziehen würde, eine weitere Zinserhöhung in den Dots zu haben und nicht durchführen zu müssen, als eine weitere Erhöhung durchführen zu müssen und keine in den Dots zu haben.

Der SEP wurde ebenfalls überarbeitet, um einen robusteren Wirtschaftsausblick zu zeigen, wobei das BIP für 2023 und 2024 nach oben und die Arbeitslosenquote für 2023 und 2024 nach unten korrigiert wurde. Wichtig ist, dass die Dots für 2024 vor diesem verbesserten wirtschaftlichen Hintergrund zwei Zinssenkungen weniger vorsehen, was im Vergleich zu den Konsenserwartungen eine zunehmend kämpferische Überraschung darstellt. Auch hier sind wir der Meinung, dass die Fed vorsichtig sein könnte, um nicht zu viele Versprechungen zu machen und dann zu wenig zu liefern.

Sie scheint auch weiterhin eine harte Haltung gegenüber der Inflation einnehmen zu wollen, da sie nicht möchte, dass sich die finanziellen Bedingungen zu sehr lockern, auch wenn sie das Ende ihres Zinserhöhungszyklus erwartet, wobei die Punkte die Erwartung implizieren, dass sich die Wirtschaft und die Inflation in den kommenden Quartalen weiter abkühlen werden.

Zinsentscheid der Fed: Harte Haltung gegen Inflation auch in der Zinspause

Foto von Josh Jamner (Quelle: Clearbridge / Franklin Templeton)

Kennen Sie schon das Wirtschaftsmagazin „Paul F„? Jetzt bei Readly lesen. Eine kostenlose Leseprobe von Paul F gibt es bei United Kiosk. Ebenfalls finden Sie die aktuelle Ausgabe im Lesezirkel von Sharemagazines.

Bundesbank dämpft Erwartungen auf Zinspause

0

Deutsche Bundesbank (Archiv), über dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesbank hält eine Zinspause bei der nächsten Ratssitzung der EZB noch nicht für ausgemacht. Ob man die „Hochebene“ erreicht habe, lasse sich noch nicht klar absehen, sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel am Donnerstag in Frankfurt.

„Noch immer ist die Inflationsrate zu hoch. Und noch immer zeigen die Prognosen nur einen langsamen Rückgang hin zum Zielwert von zwei Prozent.“ Die Leitzinsen müssten „ausreichend lange auf einem ausreichend hohen Niveau“ liegen. „Was das genau bedeutet, lässt sich jetzt noch nicht sagen: Das hängt von den Daten ab“, so Nagel.

Klar sei aber das Ziel: „Dass die Inflationsrate möglichst bald auf zwei Prozent sinkt.“ Bei allen geldpolitischen Maßnahmen gehe es um Preisstabilität. „Wir müssen verhindern, dass sich die hohe Inflationsrate verfestigt.“ Hierzu könnte es kommen, wenn Haushalte, Unternehmen und Tarifparteien mit dauerhaft erhöhten Inflationsraten rechneten.

Sie könnten deshalb ihr Verhalten daran ausrichten, zum Beispiel bei der Preissetzung oder bei den Lohnverhandlungen. „Geriete die Geldpolitik hinter die Kurve, müsste sie die Zinsen schneller oder stärker erhöhen, um die Inflation wieder einzufangen“, sagte der Bundesbank-Präsident weiter. „Das würde die Wirtschaft umso stärker belasten.“ Er wolle dieses Szenario „unbedingt vermeiden“, so Nagel.


Foto: Deutsche Bundesbank (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Europäische Privatanleger sehen französischen Aktienindex dank Luxusgüternachfrage weiter im Aufwind

0
Privatanleger
Graphik des SERIX Sentiment Index zum CAC40 (Quelle: Spectrum Markets)

 

  • SERIX auf CAC 40 erstmals seit Jahresbeginn wieder im positiven Bereich
  • Gute Wirtschaftsdaten und die Nachfrage nach Luxusgütern sorgen für eine verbesserte Stimmung
  • Im August wurden 161,9 Millionen verbriefte Derivate auf Spectrum Markets gehandelt

Spectrum Markets („Spectrum“), der pan-europäische Handelsplatz für verbriefte Derivate mit Sitz in Frankfurt, hat seine SERIX-Stimmungsdaten für europäische Privatanleger für den Monat August veröffentlicht. Demzufolge überwogen im vergangenen Monat erstmals seit Jahresbeginn wieder die Erwartungen an einen weiteren Anstieg des CAC 40. Der französische Benchmark-Index umfasst die Aktien der nach Marktkapitalisierung und Handelsumsatz 40 größten an der Pariser Börse notierten Unternehmen.

Der SERIX-Wert zeigt die Stimmung der europäischen Privatanleger an, wobei eine Zahl über 100 für eine positive Stimmung und eine Zahl unter 100 für eine negative Stimmung steht. (Weitere Informationen zur Methodik siehe unten). Während der französische Leitindex CAC 40 im Januar mit etwa 6.600 Punkten in den Handel ging und sich seither überwiegend innerhalb einer Bandbreite zwischen 7.000 und 7.500 Punkten bewegte, zeigen die SERIX-Daten nach einem pessimistischen Jahresbeginn mit nur 80 Punkten seitdem einen kontinuierlichen Anstieg auf den nun erstmals positiven Wert von 100.

Marktmeinung

„Privatanleger haben im Verlauf dieses Jahres eine Reihe wichtiger Ereignisse in Frankreich beobachtet, darunter Macrons Rentenreform im April, die trotz massiver Kritik verabschiedet wurde und dem französischen Staatshaushalt mehr Stabilität verleihen soll. Nach dem Abklingen der Proteste im Mai hatten Privatanleger im zweiten Quartal weiteren Grund zum Optimismus, da das Bruttoinlandsprodukt exportbedingt weiter angestiegen war“, erklärt Michael Hall, Head of Distribution bei Spectrum.

„Insbesondere Luxusgüter haben von der stetig steigenden globalen Nachfrage profitiert, was sich auch im CAC 40 widerspiegelt. Die größten Werte im Index, gemessen an der Marktkapitalisierung, sind die Luxusgüter- und Kosmetikhersteller LVMH, L’Oréal und Hermès. LVMH ist nach einer fulminanten Kursrallye in den letzten fünf Jahren derzeit die wertvollste Unternehmensgruppe in der Eurozone, während Hermès eine noch beeindruckendere Performance zeigte, die den CAC 40 zusätzlich beflügelt hat“, fügt Michael Hall hinzu.

Spectrum August-Daten

Im August 2023 wurden 161,9 Millionen verbriefte Derivate auf Spectrum gehandelt, wobei 32,6 % der Trades außerhalb der traditionellen Handelszeiten (d. h. zwischen 17:30 und 9:00 Uhr MEZ) stattfanden.

87,3 % der gehandelten Derivate bezogen sich auf Indizes, 9,1 % auf Währungspaare, 2,7 % auf Rohstoffe, 0,8 % auf Aktien und 0,1 % auf Kryptowährungen, wobei die drei am häufigsten gehandelten Basiswerte der DAX 40 (26,1 %), der S&P 500 (23,9 %) und der NASDAQ 100 (21,9 %) waren.

Betrachtet man die SERIX-Daten für die drei wichtigsten zugrundeliegenden Werte, so haben sich der DAX 40 und der NASDAQ 100 mit 100 bzw. 101 aus dem negativen Bereich herausbewegt, und der S&P 500 stieg von 89 auf einen neutralen Wert von 99.

Europäische Privatanleger sehen französischen Aktienindex dank Luxusgüternachfrage weiter im Aufwind

Foto: Graphik des SERIX Sentiment Index zum CAC40 (Quelle: Spectrum Markets)

Kennen Sie schon das Wirtschaftsmagazin „Paul F„? Jetzt bei Readly lesen. Eine kostenlose Leseprobe von Paul F gibt es bei United Kiosk. Ebenfalls finden Sie die aktuelle Ausgabe im Lesezirkel von Sharemagazines.

Studie: Auswanderung aus Polen kann Wahlen stark beeinflussen

0

Wahlplakate für Parlamentswahl in Polen am 15. Oktober 2023, über dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Die Auswanderung aus Polen kann einen starken Einfluss auf Wahlen haben. Dies zeigt eine neue Studie in der Zeitschrift „EconPol Forum“.

Bei höherer Auswanderung ist demnach ein deutlicher Anstieg der rechten Stimmen zu verzeichnen: Ein Anstieg der Zahl der Auswanderer um ein Prozent erhöht den Anteil der rechten Stimmen um 0,25 Prozent. Bei den linken Parteien zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Ein Anstieg der Zahl der Auswanderer um ein Prozent verursacht einen Rückgang der Stimmenanteile der linken Parteien um 0,57 Prozent. „Dies ist wichtig für die Parlamentswahl in Polen am 15. Oktober, weil die Briefwahl aus dem Ausland von der Regierung abgeschafft wurde“, sagte Ifo-Migrationsforscherin Yvonne Giesing. Das ist deshalb bedeutend, weil 12,5 Prozent der polnischen Bevölkerung im Ausland leben.

Viele von ihnen haben noch die polnische Staatsbürgerschaft und damit das Wahlrecht. „Die Auswanderung aus Polen hat die Struktur der Wählerschaft verändert, was sich auf die Wahlergebnisse auswirkt“, so Giesing. Die wichtigste Schlussfolgerung dieser Untersuchung sei daher, dass hohe Auswanderungsraten zu einem Anstieg der Stimmen für rechte Parteien in Polen geführt haben, da linksgerichtete Stimmen fehlten. Die Studie beruht auf Daten des Statistischen Amtes von Polen.

Sie enthalten Informationen über dauerhafte Einwanderer und Auswanderer. Der Datensatz deckt den Zeitraum von 1997 bis 2019 ab und stimmt mit den verfügbaren Wahldaten überein.


Foto: Wahlplakate für Parlamentswahl in Polen am 15. Oktober 2023, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Deutlich mehr Fahrgäste in Bussen und Bahnen

0

Fahrgäste in einer Straßenbahn (Archiv), über dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Im ersten Halbjahr 2023 sind in Deutschland zehn Prozent mehr Fahrgäste im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen unterwegs gewesen als im Vorjahreszeitraum. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen am Donnerstag mitteilte, trug das am 1. Mai 2023 eingeführte Deutschlandticket zum Anstieg des Fahrgastaufkommens auf fast 5,3 Milliarden Fahrgäste bei.

Im ersten Halbjahr 2022 hatte sich bereits das 9-Euro-Ticket sehr positiv auf die Fahrgastzahlen ausgewirkt, allerdings war das vergünstigte Ticket erst ab 1. Juni 2022 gültig. Trotz des Anstiegs der Fahrgastzahlen im ersten Halbjahr 2023 waren im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen allerdings noch immer 13 Prozent weniger Fahrgäste unterwegs als vor der Corona-Pandemie. Besonders stark stiegen im ersten Halbjahr 2023 die Fahrgastzahlen im Linienfernverkehr, der in der Coronakrise am stärksten zurückgegangen war: Insgesamt 72 Millionen Fahrgäste und damit 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum reisten in Fernzügen. Im Linienfernverkehr mit Bussen reisten 4,8 Millionen Fahrgäste, das waren 89 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2022.

Insgesamt reisten im Linienfernverkehr im ersten Halbjahr 2023 aber noch elf Prozent weniger Fahrgäste als vor der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2019. Im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der 99 Prozent des Linienverkehrs ausmacht, wuchs das Fahrgastaufkommen im ersten Halbjahr 2023 um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, so die Statistiker. Im Eisenbahnnahverkehr (einschließlich S-Bahnen) stieg die Zahl der Fahrgäste um 14 Prozent auf über 1,2 Milliarden. Auch die Straßenbahnen verzeichneten einen Anstieg um 14 Prozent auf 1,8 Milliarden Fahrgäste.

Die derzeit gemeldeten Daten für den Nahverkehr mit Bussen, der für das erste Halbjahr 2023 lediglich einen Anstieg um sieben Prozent auf fast 2,5 Milliarden Fahrgäste aufweist, bilden möglicherweise den tatsächlichen Zuwachs nicht vollständig ab, da nur wenige Busse über automatisierte Fahrgastzählsysteme (AFZS) verfügen, die besonders zuverlässige Angaben liefern. Im ersten Quartal 2023 waren im Linienverkehr mit einem Plus von 18 Prozent deutlich mehr Fahrgäste unterwegs als im ersten Quartal 2022. Ein Grund hierfür dürfte sein, dass die Nutzung von Bussen und Bahnen im ersten Quartal 2022 aufgrund der Corona-Pandemie noch zurückhaltend war. Demgegenüber hatte das 9-Euro-Ticket im Juni 2022 zu einem deutlichen Anstieg des Fahrgastaufkommens geführt.

Durch diesen Basiseffekt führten die Zuwächse durch das im Mai 2023 eingeführte Deutschland-Ticket zu einem vergleichsweise geringen Plus von vier Prozent mehr Fahrgästen im zwei Quartal 2023 gegenüber dem zweiten Quartal 2022. Im Vergleich zum ersten Quartal 2023 waren im zweiten Quartal ebenfalls vier Prozent mehr Fahrgäste im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen unterwegs.


Foto: Fahrgäste in einer Straßenbahn (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Steinbrück hält 32-Stunden-Woche für "absurd"

0

Peer Steinbrück (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) spricht sich für längere Arbeitszeiten und eine Reform des Sozialstaates in Deutschland aus. „Angesichts unserer Demografie und des Fachkräftemangels sowie insbesondere hinsichtlich der Finanzierung unserer Sozialversicherungssysteme müssen wir gesamtwirtschaftlich mehr arbeiten“, sagte Steinbrück dem „Tagesspiegel“ (Donnerstagsausgabe).

„Das sagen die Politiker bloß nicht, weil sie den Konflikt scheuen.“ Alle Beschäftigten in Deutschland arbeiteten im Jahresschnitt 1.350 Stunden, Vollzeitbeschäftigte 1.600 Stunden. Das sei so gering wie in fast keinem anderen Land. „Wir müssen zweifellos mehr arbeiten.“

Steinbrück sagte voraus, dass die Verteilungsprobleme zunehmen dürften: „Die demokratischen Parteien sollten klarer ansagen, dass wir ohne stärkere Anpassungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft einen Champion League-Platz nicht werden halten können.“ Das Prinzip „Fördern und Fordern“ der Agenda 2010 sei daher „heute aktueller denn 2003“. Die Politik müsse diejenigen fördern, die unverschuldet Not litten, über schlechte Startchancen verfügten oder im Wandel besonderen Belastungen ausgesetzt seien, sagte Steinbrück: „Aber die Politik darf die Bürger auch zu Eigenverantwortung und Eigeninitiative auffordern. Sie ist nicht dazu da, allen Bürgern alle Widrigkeiten zu kompensieren. Ihr fehlt die Courage, darauf hinzuweisen, dass wir unseren Wohlstand mit Verteilungsspielräumen nicht anstrengungslos aufrechterhalten können.“

Debatten wie etwa über die Vier-Tage-Woche „mag verstehen, wer will“, sagte Steinbrück der Zeitung: „Bei dem horrenden und steigenden Fachkräftemangel muss der Akzent doch auf der Aktivierung von Arbeit liegen. Eine 32-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich, und das in der Stahlindustrie? Absurd.“ Neuen Arbeitszeitmodellen stehe dagegen „nichts im Wege“.


Foto: Peer Steinbrück (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Ifo lehnt Klimageld ab

0

Euroscheine (Archiv), über dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Ifo-Chef Clemens Fuest kritisiert das geplante Klimageld. „Es ist aus ökonomischer Sicht fragwürdig, in einer Welt mit verzerrenden Steuern öffentliche Einnahmen in Form eines Pro-Kopf-Transfers zurückzuerstatten“, sagte Fuest der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe).

„Es ist effizienter, damit verzerrende Steuern zu senken, beispielsweise die Umsatzsteuer. Das wäre auch administrativ deutlich einfacher.“ Man könnte den Bürgern klar kommunizieren, dass diese Steuersenkung eine Rückerstattung von Einnahmen aus der CO2-Bepreisung sei, fügte er hinzu. Zuletzt hatte Fridays for Future die rasche Einführung des Klimagelds gefordert, dessen Einführung die Ampel in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hatte.


Foto: Euroscheine (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts