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Medienunternehmer Rupert Murdoch gibt Vorsitz bei Fox News an Sohn ab

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US-Flagge (Archiv), über dts NachrichtenagenturNew York City (dts Nachrichtenagentur) – Der umstrittene Medienunternehmer Rupert Murdoch will im November seine Ämter als Vorsitzender von Fox News und News Corp abgeben. Das teilte Murdoch am Donnerstag mit.

Die Führung der Unternehmen soll künftig sein Sohn Lachlan übernehmen. Sein Rücktritt habe keine gesundheitlichen Gründe, so der 92-Jährige, der künftig als „Chairman Emeritus“ fungieren soll. Die Zeit sei reif für ihn, eine andere Rolle zu übernehmen. Murdoch hatte nach dem Tod seines Vaters in 1952 die Führung einer kleinen Zeitung in Australien übernommen und darauf aufbauend im Laufe der Jahre weitere Zeitungen übernommen.

1996 gründete er Fox News, das heute als meistgesehener Kabelfernsehkanal der USA gilt. Zu News Corp gehören unter anderem der Buchverlag Harper Collins und die Zeitschriften „The Sun“, „The Times“, das „Wall Street Journal“ und die „New York Post“. Murdoch gilt als einer der einflussreichsten Medienunternehmer weltweit. Ihm wird nachgesagt, seine Macht zugunsten des Brexit und der Wahl von Donald Trump genutzt zu haben.

Er selbst bezeichnet sich als „Klimawandelskeptiker“.


Foto: US-Flagge (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Altersgrenze für Brustkrebs-Früherkennung wird angehoben

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Krankenhaus (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Altersgrenze der kostenlosen Brustkrebsvorsorge soll von 69 auf 75 Jahre angehoben werden. Der Anspruch werde künftig mit dem 76. Geburtstag enden, teilte der Gemeinsame Bundesausschuss, der das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen darstellt, am Donnerstag mit.

Bisher konnten nur Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre das kostenlose Mammographie-Screening in Anspruch nehmen. Frauen im Alter von 70 bis 75 Jahren können sich voraussichtlich ab 1. Juli 2024 bei den sogenannten Zentralen Stellen für einen Untersuchungstermin in einer wohnortnahen Screening-Einheit anmelden. Dort wird geprüft, ob die Frau schon wieder anspruchsberechtigt ist – die letzte Früherkennungs-Mammographie muss bei dieser Terminanfrage mindestens 22 Monate her sein. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist zunächst nur vorläufig – er muss noch dem Bundesgesundheitsministerium zur rechtlichen Prüfung vorgelegt werden.


Foto: Krankenhaus (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Weltkriegsbombe am Flughafen Düsseldorf entdeckt

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Flughafen Düsseldorf (Archiv), über dts NachrichtenagenturDüsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Am Düsseldorfer Flughafen ist am Donnerstag eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt worden. Der Blindgänger, der über einen konventionellen Aufschlagzünder verfügt, soll am Nachmittag durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung entschärft werden, teilte der Flughafenbetreiber mit.

Aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen der Entschärfung sei mit verkehrlichen Beeinträchtigungen zu rechnen: Die Bundesstraße 8 sowie die daneben liegende Bahnstrecke der U79 müssten im Bereich des Airports am Nachmittag gesperrt werden. Passagiere sollten dies für die Anreise zum Flughafen berücksichtigen und entsprechend mehr Zeit einplanen, hieß es. Die Einschränkungen des Flugbetriebs dürften unterdessen eher gering ausfallen: Für die Entschärfung soll eine „verkehrsarme Zeit“ mit wenig Flügen am Nachmittag genutzt werden, sodass Flüge durch die geplanten Maßnahmen „nur in geringem Maße betroffen sein sollten“, so der Flughafenbetreiber.


Foto: Flughafen Düsseldorf (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Boris Palmer hofft auf Wagenknecht-Partei im Osten

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Sahra Wagenknecht (Archiv), über dts NachrichtenagenturTübingen (dts Nachrichtenagentur) – Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) sieht für eine Partei der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht große Erfolgschancen in den ostdeutschen Bundesländern. „Eine Wagenknecht-Partei könnte vor allem im Osten für unsere Demokratie hilfreich sein“, sagte er den Zeitungen der „Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft“.

Die neue Kraft wäre in den ostdeutschen Landtagen „koalitionsfähig und könnte eine Lücke im politischen Spektrum besetzen“, führte Palmer aus: „Ob Frau Wagenknecht das kann, weiß ich nicht. Ich sehe darin aber eine Chance.“ Einer solchen Liste wolle er sich aber nicht anschließen: Er vermute, dass eine Wagenknecht-Partei zu ihm „nicht passen würde“, sagte der Oberbürgermeister: „Ich habe viel Dissens mit Frau Wagenknecht.“ So sei er bei der Impffrage in der Corona-Politik, bei Waffenlieferungen an die Ukraine oder in der Umweltpolitik anderer Meinung als die Linken-Politikerin.

Aber das sei nicht entscheidend: „Es geht darum, welches Angebot Menschen haben, die derzeit keine Partei im Verfassungsbogen wählen wollen. Da führt möglicherweise das programmatische Angebot von Frau Wagenknecht dazu, dass sie nicht die AfD wählen“, sagte Palmer. Er sehe seine politische Heimat in einer grün-liberalen Partei, wie es sie in der Schweiz gebe. Der Tübinger war im Mai dieses Jahres bei den Grünen ausgetreten.

Dem war ein Eklat am Rande einer Konferenz über Migrationspolitik in Frankfurt am Main vorausgegangen, bei der sich Palmer seinen Kritikern zufolge rassistisch geäußert hatte.


Foto: Sahra Wagenknecht (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Kommentar zum SNB Entscheid – Lombard Odier IM

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SNB
Foto von Philipp Burkhardt (Quelle: LOIM)

Den heutigen Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) kommentiert Philipp Burckhardt, Portfolio Manager und Fixed Income Strategist bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM):

„Die SNB entschied sich heute gegen eine Straffung der Geldpolitik und scheint in diesem Zyklus am oberen Ende angekommen zu sein, auch wenn sie die Möglichkeit weiterer Schritte nicht ausschließt. Sie trägt damit vor allem der Inflation Rechnung, die in den letzten Monaten deutlich abgeschwächt hat.

Die neue Inflationsprognose wurde vor allem am längeren Ende leicht, aber gleichwohl bedeutend nach unten angepasst und liegt nun wieder innerhalb des Ziels der Preisstabilität. Auch die verhaltene Wachstumsprognose hat die SNB wohl in ihrem Entscheid bekräftigt.

Damit signalisiert sie, dass im Dezember keine Zinserhöhung mehr folgen dürfte. Da es mehrere Monate dauert bis sich die aktuelle Geldpolitik vollumfänglich in der Wirtschaft entfaltet, kann die SNB nun ihren Fokus auf die Währung legen und weiter allmählich die Bilanz abbauen.“

Kommentar zum SNB Entscheid – Lombard Odier IM

Foto von Philipp Burkhardt (Quelle: LOIM)

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Wie können Chatbots die Kundenbindung im Network-Marketing verbessern?

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chatbots

Chatbots und ihr Potenzial im Network- und Affiliate-Marketing

Die Technologie schreitet unaufhaltsam voran, und mit ihr wachsen auch die Möglichkeiten im Marketing. Eine der disruptiven Technologien, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, sind Chatbots. Diese automatisierten Assistenten, angetrieben durch künstliche Intelligenz, haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir mit Kunden interagieren, grundlegend zu verändern.

Besonders im Network- und Affiliate-Marketing, wo die Personalisierung und Schnelligkeit der Kundeninteraktion oft über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, können Chatbots einen entscheidenden Vorteil bieten. Doch sind sie wirklich der Game-Changer, für den sie oft gehalten werden? Und wie können sie am effektivsten in bestehende Marketingstrategien integriert werden? In diesem Beitrag werden wir diese Fragen ausführlich beleuchten, die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten sowie die Grenzen dieser spannenden Technologie erforschen.

Diese erweiterte Einleitung soll den Leser nicht nur auf die technologischen Aspekte der Chatbots hinweisen, sondern auch auf die spezifischen Herausforderungen und Möglichkeiten im Kontext des Network- und Affiliate-Marketings. Sie legt den Grundstein für eine tiefgehende Diskussion, die in den folgenden Abschnitten des Beitrags weiter ausgeführt wird.

Was sind Chatbots?
Chatbots sind Softwareprogramme, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren und menschenähnliche Interaktionen durch Text oder Sprachkommunikation simulieren können. Sie werden auf Websites, in sozialen Netzwerken oder in Messaging-Apps eingesetzt und können eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen, von der Kundenbetreuung bis zur Lead-Generierung.

Warum Chatbots im Marketing?

Zeitersparnis
Im Affiliate-Marketing, wo die Konversion von Klicks zu Käufen entscheidend ist, können Chatbots unmittelbar reagieren. Sie bieten dem Besucher eine direkte, persönliche Kommunikation und können so deutlich schneller zum Abschluss eines Kaufs beitragen.

Skalierung
Im Network-Marketing ist die Pflege des persönlichen Netzwerks entscheidend. Chatbots können Routine-Aufgaben übernehmen und somit den menschlichen Angestellten entlasten, die dann mehr Zeit für strategische Aufgaben haben.

Personalisierung
Chatbots können die Vorlieben und Bedürfnisse der Nutzer analysieren und personalisierte Angebote und Informationen bereitstellen. Diese höhere Grad an Personalisierung kann die Conversion-Raten im Affiliate-Marketing signifikant steigern.

Kostenreduktion
Die Implementierung eines Chatbots kann eine kosteneffektive Alternative zu menschlichen Mitarbeitern sein, besonders im Kundenservice. Geringere Kosten bedeuten in der Regel höhere Gewinnmargen, was besonders für KMUs von Bedeutung ist.

Fallbeispiel: Ein Affiliate-Marketer setzt Chatbots ein
Nehmen wir an, ein Affiliate-Marketer für Fitnessprodukte setzt einen Chatbot auf seiner Website ein. Dieser Chatbot kann Besucher sofort fragen, welche Fitnessziele sie haben. Abhängig von den Antworten können unterschiedliche Affiliate-Produkte vorgeschlagen werden. Hier werden also Personalisierung und direkte Interaktion genutzt, um die Conversion-Rate zu erhöhen.

Kritik und Limitationen
Obwohl Chatbots viele Vorteile bieten, sind sie nicht perfekt. Sie können menschliche Intuition und Empathie nicht vollständig ersetzen. Daher ist es wichtig, sie als Ergänzung zu menschlichen Fähigkeiten zu sehen, nicht als Ersatz.

Datenanalyse und Optimierung

Echtzeit-Analyse
Einer der großen Vorteile von Chatbots ist ihre Fähigkeit, Daten in Echtzeit zu sammeln und zu analysieren. Dies ermöglicht Affiliate- und Network-Marketern, sofortige Anpassungen an ihren Strategien vorzunehmen, um die Conversion-Raten zu verbessern.

Kundenbindung

Automatisierte Follow-Ups
Chatbots können nicht nur bei der ersten Interaktion mit dem Kunden hilfreich sein, sondern auch bei der langfristigen Kundenbindung. Durch automatisierte Follow-Ups können sie Kunden an eine Marke oder ein Produkt erinnern und so die Lifetime-Value eines Kunden erhöhen.

Ethik und Compliance

Datenschutz
Da Chatbots Daten sammeln und analysieren, ist es entscheidend, die Datenschutzbestimmungen einzuhalten. Dies ist besonders wichtig in Ländern mit strengen Datenschutzgesetzen wie der EU. Die Einhaltung dieser Gesetze ist nicht nur ethisch geboten, sondern auch entscheidend, um rechtliche Risiken zu minimieren.

Fazit
Chatbots sind weit mehr als nur ein Trend in der digitalen Landschaft; sie sind ein Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Marketer mit Kunden interagieren können. Im Network- und Affiliate-Marketing, wo die Personalisierung und Reaktionsgeschwindigkeit entscheidend sind, bieten sie eine Reihe von Vorteilen. Diese reichen von der Steigerung der Effizienz und der Senkung der Kosten bis hin zur Echtzeit-Datenanalyse, die eine agile und datengesteuerte Marketingstrategie ermöglicht. Darüber hinaus bieten Chatbots die Möglichkeit, die Kundenbindung durch automatisierte Follow-Ups zu erhöhen, was den Lifetime-Value eines Kunden signifikant steigern kann.

Aber wie bei jeder innovativen Technologie gibt es auch Herausforderungen und Grenzen. Datenschutz und Compliance sind wichtige Überlegungen, die nicht übersehen werden dürfen. Die Technologie ist auch nicht in der Lage, die menschliche Intuition und Empathie vollständig zu ersetzen, und sollte daher als Ergänzung zu menschlichen Interaktionen betrachtet werden.

Insgesamt stellen Chatbots eine aufregende Möglichkeit dar, die Effizienz und Effektivität von Network- und Affiliate-Marketing-Strategien zu steigern. Ihre Implementierung erfordert jedoch eine sorgfältige Planung, eine klare Strategie und die Bereitschaft zur kontinuierlichen Anpassung und Optimierung. Für diejenigen, die bereit sind, diese Herausforderungen anzunehmen, bieten Chatbots ein enormes Potenzial für Wachstum und Innovation. Sie sind nicht nur ein Werkzeug für die heutige Zeit, sondern auch eine Investition in die Zukunft des digitalen Marketings.

Titelfoto: Bild von Franz26 auf Pixabay

Lauterbach verteidigt geplanten Online-Atlas für Krankenhäuser

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Karl Lauterbach am 21.09.2023, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat den geplanten Online-Atlas für Krankenhäuser gegen Kritik verteidigt. Derzeit lasse man die Menschen bei der wichtigen Frage, in welche Klinik sie am besten gehen sollten, alleine, sagte er am Donnerstag bei der Einbringung des sogenannten „Krankenhaustransparenzgesetzes“ in den Bundestag.

Die „Transparenz“, die das Gesetz bringe, sei „längst überfällig“, so der Minister: „Wir können die Menschen nicht länger mit dieser existenziellen Frage alleine lassen.“ Das Argument, dass die Pläne zu mehr Bürokratie führen könnten, will Lauterbach nicht gelten lassen: „Das ist einfach falsch“, sagte er. Die notwendigen Daten seien alle vorhanden, es sei aber „traurig“, dass man sie nie veröffentlicht habe. Auch Kritik, wonach die kleinen Häuser benachteiligt würden, sei falsch: „Wir vergleichen nicht Äpfel mit Birnen, sondern wir berücksichtigen die Schweregrade“, so Lauterbach.

Zudem veröffentliche man nicht nur die Größe der Klinik, sondern auch die Qualität der Versorgung. „Das heißt, ich kann dann sehen: Das ist eine kleine Klinik, die macht aber das, was sie kann.“ Das sei dann „transparent“ und helfe auch den kleinen Kliniken auf dem Land und auch den Fachkliniken, sagte der SPD-Politiker. Durch das Gesetz sollen Patienten zukünftig erkennen können, welches Krankenhaus in ihrer Umgebung welche Leistungen anbietet und wie die Kliniken in Bezug auf ärztliches und pflegerisches Personal ausgestattet sind.

Das Bundesgesundheitsministerium will dafür ab dem kommenden Jahr ein entsprechendes Verzeichnis veröffentlichen. Die Krankenhäuser sollen verpflichtet werden, dem Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) künftig ergänzende Angaben zu übermitteln: Zuordnung von Leistungen zu Leistungsgruppen, Standortbezug bei Diagnosen und Prozeduren, Daten zum Pflegepersonal sowie Daten zum ärztlichen Personal. Zudem wird das InEK verpflichtet, die bei ihm vorhandenen Daten sowie Auswertungen an das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) zu übermitteln. In dem Online-Atlas sollen die Krankenhäuser Versorgungsstufen (Level) zugeordnet werden: Vorgesehen sind Level der Stufen 1 bis 3 sowie eigene Level für Fachkrankenhäuser und sektorenübergreifende Versorger (Level F und Level 1i).


Foto: Karl Lauterbach am 21.09.2023, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Das sind teilweise harte Sachen, die da rauskommen

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immanuel und speer hercareer

Das Aktivistenduo Herr & Speer hat zwei Lieblingsthemen: Das eine dreht sich um die Frage, wie Männer zu besseren Verbündeten der Frauen werden können, das andere Thema drückt sich in ihrer Liebe zu Europa aus. Im Interview sprechen Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer darüber, ob sie schon immer Feministen waren, über die Sorgen, die Männer teilen, wenn keine Frauen anwesend sind, und über ihren Lieblingsort in Europa.

herCAREER: Warum ist Feminismus keine reine Angelegenheit der Frauen?

Vincent-Immanuel Herr: Wir definieren Feminismus zum einen als die Idee, dass Menschen aller Geschlechter den gleichen Wert haben und den gleichen Respekt verdienen. Zum anderen bedeutet Feminismus immer auch den Einsatz für eine Welt, in der dieser Wert auch umgesetzt wird. Das ist keine radikale Forderung. Auch Männer haben ein Interesse daran, dass ihre Schwestern, Mütter, Kolleginnen und Freundinnen in einer gleichberechtigten Welt leben.

Martin Speer: Männer sollten auch immer im Hinterkopf haben, aus welcher Geschichte heraus diese Bewegung entstanden ist. Ich denke gerade an das Buch “Die Ersten ihrer Art” von Heike Specht.

herCAREER: Warum bezeichnet Ihr Euch dann nicht besser als “Humanisten”?

Vincent-Immanuel Herr: Wenn wir uns als Feministen bezeichnen, würdigen wir die Leistungen der Frauen, die sich gegen große Widerstände Rechte und Anerkennung erkämpft haben.

herCAREER: Was ist ein Male Ally, ein männlicher Verbündeter – und wie kann man einer werden?

Vincent-Immanuel Herr: Das Wichtigste bei einem Verbündeten ist die Bereitschaft zuzuhören sowie die Bereitschaft, eigene Privilegien anzuerkennen und von den Menschen zu lernen, die weniger Privileg in der entsprechenden Situation haben. Im Falle der Geschlechtergerechtigkeit bedeutet das also: den Frauen zuhören. Und schließlich das Gelernte anwenden und für systemische Veränderung eintreten, in den Unternehmen, in der Politik und auch im privaten Leben.

herCAREER: Euer Buch “Das Buch, das jeder Mann lesen sollte – In vier Schritten zum Feministen” ist in einem Kollektiv von sieben Autor:innen entstanden – wie schreibt man ein Buch zu siebt, ohne aneinanderzugeraten?

Martin Speer: Viel und offen miteinander sprechen ist zentral, so haben wir oft einen gemeinsamen Nenner gefunden, auch bei weiterhin existierenden Unterschieden – das darf ja bitte auch sein. Wir haben es geschafft, eine gemeinsame Grundlage zu finden und vier Schritte zu identifizieren, die Männern helfen, Verbündete zu werden: Zuhören, Lernen, Reflektieren und Handeln.

herCAREER: Wenn ein Mann überhaupt nichts mit Feminismus am Hut hat, was wäre eine Sofortmaßnahme?

Vincent-Immanuel Herr: Wir sagen zu Männern, die skeptisch sind oder zweifeln, ob das Problem überhaupt so groß sein kann: Frag eine Frau, die Du gut kennst und zu der Du eine gute Beziehung hast, wie sich Sexismus in ihrem Leben anfühlt und wie Du helfen kannst. Hör zu, ohne zu verurteilen und ohne gleich eine Antwort liefern zu müssen.

herCAREER: Ab wann habt Ihr Euch als Feministen begriffen?

Vincent-Immanuel Herr: Meine Eltern haben den Begriff häufig benutzt. Ich habe bei meiner Mutter sehr früh mitbekommen, wie notwendig es ist, dass sich Männer zu Verbündeten von Frauen machen. Ihr wurden in dem wissenschaftlichen Umfeld, in dem sie arbeitet, Steine in den Weg gelegt, ihr letztlich das Leben schwergemacht.

herCAREER: Wie sah das aus?

Vincent-Immanuel Herr: Leute haben gesagt, Frauen gehörten nicht an die Uni, sondern nach Hause, solche Geschichten. An meinem Vater habe ich gesehen, wie ein positives Männlichkeitsbild aussehen kann. Er hat meine Mutter auf ihrem Karriereweg ermutigt, hat die Hälfte der Sorgearbeit übernommen und sich wunderbar um meine Schwester und mich gekümmert, als meine Mutter pendelte.

Martin Speer: Ich bin im ländlichen Umfeld in Franken aufgewachsen, in einem Umfeld, in dem Feminismus kaum eine Rolle gespielt hat oder offen thematisiert wurde. Hinzu kommt, dass der Lebensgefährte meiner Mutter Frauen oft nicht sonderlich gut behandelt hat und selbst in starren Männlichkeitsbildern gefangen war. Geklickt hat es erst mit Mitte Zwanzig bei mir, als andere Männer mir den Spiegel vorhielten und Sachen sagten wie: “Hey, was war das denn gerade für ein Spruch?”

herCAREER: Wo stehen wir Eurem Gefühl nach in Sachen Gleichstellung?

Vincent-Immanuel Herr: Ich glaube, wir befinden uns in einer Übergangszeit. Das Alleinernährer-Modell war vor allem in Westdeutschland sehr präsent, aber es bricht auf. Denn Frauen wollen ebenfalls Karriere machen und Männer müssen oder dürfen deshalb mehr Sorgearbeit übernehmen. Das haben die meisten Männer aber so nicht gesehen bei ihren Vätern.

herCAREER: Was muss passieren?

Vincent-Immanuel Herr: Es braucht einen Kulturwandel, aber der braucht Zeit. Wir bemerken hier viele Schmerzpunkte bei Männern, sie haben Angst vor einem Karriereverlust und auch eine diffuse Sorge vor einem Männlichkeitsverlust. Ich kann nicht wirklich für Frauen sprechen, aber wir beobachten regelmäßig Frustration, dass die Männer nicht mehr mitziehen. Und die Männer fragen sich, platt gesagt, ob ein männlicher Kerl Babybrei kochen kann und was die anderen Männer oder der Chef darüber denken.

Martin Speer: Die Arbeit mit Männern an und mit diesen Fragen muss viel regelmäßiger auf die Agenda. An unserer Arbeit in Unternehmen sehen wir, dass Männer großen Redebedarf haben.

herCAREER: Irgendetwas fühlt sich falsch an, wenn Männer untereinander die Sache der Frauen aushandeln.

Vincent-Immanuel Herr: Verbündete wandern hier auf einem schmalen Grat zwischen einerseits Vorbild für andere Männer zu sein und andererseits Frauen nicht die Führungsrolle in dieser Bewegung streitig zu machen. Es ist eigentlich ein Paradox – auch dass es Initiativen wie etwa #HeforShe der Vereinten Nationen überhaupt geben muss.

Martin Speer: Frauen sind die Top-Expertinnen in dem Themenfeld. Trotzdem werden oft wir in Unternehmen eingeladen, um mit Männern über Feminismus zu sprechen. Weil die Erfahrung leider zeigt, dass Männer Frauen bei dem Thema nicht so gut zuhören. Ich wünschte, es wäre anders. Reine Männerrunden erlauben es, dass Männer offen sprechen, ihre Sorgen, Ängste und teilweise auch Vorurteile einfach raushauen.

Vincent-Immanuel Herr: Das sind teilweise harte Sachen, die da rauskommen. Wir denken: Besser, wir fangen es ab, als wenn sie das in sich hineinfressen. Sonst bildet sich auch ein stiller Widerstand gegen Gleichstellungsbemühungen. Wichtig ist dann aber auch, die Tür wieder rechtzeitig aufzumachen und in den gemeinsamen Dialog zu kommen.

herCAREER: Was hauen die Männer raus?

Vincent-Immanuel Herr: Wiederkehrende Themen sind Variationen des Satzes: “Als Mann werde ich in der Firma nichts mehr.” Also, dass da eine ganz große Angst ist, dass nur noch Frauen befördert werden, und zwar rein aufgrund des Geschlechts. Das spiegelt sich nicht in Zahlen wider, die meisten Personalstatistiken zeigen, dass jede Menge Männer nach wie vor befördert werden.

Martin Speer: Aber das persönliche Empfinden ist eben, dass Männer mittlerweile systematisch benachteiligt werden und ihrer Karriere Auf Wiedersehen sagen können. Ein verwandtes Thema ist die Frauenquote, da brennt die Decke in der Regel.

herCAREER: Gibt es auch konstruktive Gespräche?

Vincent-Immanuel Herr: Absolut. Männer suchen nach Antworten, brauchen aber ihre Zeit, um das auch zuzugeben. Sie wollen über Sexismus sprechen und welche Rolle sie in der Lösung spielen können. Oder sie tauschen Tipps für die Elternzeit aus.

herCAREER: Martin, Du hast einmal gesagt: “Ziel aller Bemühungen darf nicht sein, Frauen dem männlich geprägten Leistungssystem anzupassen” – was meinst Du damit?

Martin Speer: Präsenzkultur und Dauererreichbarkeit sind zwei Beispiele, die aus einer männlich geprägten Leistungskultur entstanden sind, weil Männer de facto diese Zeit hatten. Wenn die Frau die Kinder ins Bett bringt, kann sich der Mann abends um acht noch in eine Zoom-Konferenz schalten.

herCAREER: Vincent, in einem Gastbeitrag bei Spiegel Online hast Du kritisiert, dass hauptsächlich Männer breitenwirksam über ihre Elternzeit sprechen. Erfüllt das nicht eine tolle Vorbildfunktion?

Vincent-Immanuel Herr: Ich will da nicht falsch verstanden werden. Ich finde es gut, dass Männer Elternzeit nehmen und drüber sprechen. Ich habe kritisiert, dass die mediale Aufmerksamkeit immer auf die Männer geht, wo doch Frauen immer noch den Löwenanteil der Elternzeit übernehmen.

herCAREER: Wie bringt Ihr das Thema Gleichberechtigung und Feminismus raus aus einer akademischen Blase?

Martin Speer: Wir arbeiten beispielsweise mit Unternehmen zusammen, die sehr techniklastig sind, die Hochspannungsleitungen bauen oder Milliardensummen auf dem männlich dominierten Finanzmarkt hin und her bewegen. Wir versuchen dann sehr praxisnah zu erzählen, wo die Herausforderung, aber auch der Mehrwert liegt, und versuchen immer einen Bezug zur Lebensrealität der Frauen im direkten Umfeld herzustellen. Eine Statistik wird dann lebendig und relevant, wenn verstanden wird, dass es die Lebensrealität der Schwester, Mutter oder Kollegin ist. Generell versuchen wir, ohne Zeigefinger zu arbeiten, eher mit der ausgestreckten Hand.

herCAREER: Ein Engagement für den Feminismus würde man politisch eher links der Mitte verorten. Wie ist Euer Verhältnis zum Konservatismus?

Vincent- Immanuel Herr: Wir haben beide kein Parteibuch. Ich habe in der Bundeswehr gedient und bin Wechselwähler. Ich habe außer der AfD alle Parteien gewählt, die im Bundestag sitzen, auf lokaler, Landes- oder Bundesebene. Vermutlich stimmt es, dass wir mit unserem Engagement eher links einzuordnen sind. Ich mag diese Einordnung aber nicht. Es geht um menschliche Würde, Anerkennung und Respekt.

Martin Speer: Ich war früher CSU-Mitglied, das ist kein Geheimnis. In der bayerischen Peripherie gab es eben die Junge Union für junge Menschen mit politischem Interesse. Im Grunde, so kann man auch argumentieren, ist es ja ein konservativer Gedanke, Frauenrechte zu verteidigen und zu bewahren.

Vincent-Immanuel Herr: Man kann sich dem Thema Geschlechtergerechtigkeit ja auch aus einer praktisch-wirtschaftlichen Perspektive nähern, die Vorteile liegen auf der Hand: Firmen sind erfolgreich, wenn mehr Frauen in Führung sind und wenn Diversität ernst genommen wird und nicht nur auf der Homepage steht. Ganze Länder und Gesellschaften sind stabiler, Männer haben eine höhere Lebenserwartung, Kriege werden seltener. Und das sind ja nicht nur progressive Ziele, dass unser Wirtschaftssystem und sozialer Zusammenhalt stabil bleiben.

herCAREER: Was liebt Ihr an Europa?

Vincent-Immanuel Herr: Alles.

Martin Speer: Europäer:in sein heißt, in Bewegung zu sein, nicht nur physisch. Einander kennenlernen, auch im Denken. Es ist eine konstante Auseinandersetzung mit Vielfalt.

Vincent-Immanuel Herr: Wir sehen gerade in einem Kontext von zurückgehender Demokratisierung und Freiheitswerten die Europäische Union als unglaublich wichtig, diese Werte zu vertreten. Da schließt sich der Kreis mit der Geschlechtergerechtigkeit. Das ist für uns das Schöne an der europäischen Idee.

herCAREER: Ihr wisst, wie man politische Prozesse in Gang bringt. Mit #EsIstZeit, der Kampagne für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, und #FreeInterrail für ein kostenloses Interrailticket für EU-Bürger. Was wäre Euer Rat an Menschen, die sich gerne politisch engagieren wollen, sich aber in keiner Partei wiederfinden oder auch nicht so richtig wissen, wie sie anfangen sollen?

Martin Speer: Verbündet euch. Es gibt gewiss viele Leute mit ähnlichen Sorgen oder Ideen. Ideen helfen in der Schublade niemandem, sprecht sie aus. Geht auf Politiker:innen oder andere Führungspersönlichkeiten zu und schmiedet Allianzen.

Vincent-Immanuel Herr: Genau, keine Scheu vor großen Institutionen. Je mehr Leute von einer Idee wissen, desto stärker wird sie. Unser Buch “Tun wir was” versammelt über 40 sehr konkrete Tipps dazu.

herCAREER: Ihr seid auf Forschungsreisen viel herumgekommen, an welchen europäischen Ort denkt Ihr gerne zurück?

Vincent-Immanuel Herr: Die Straße von Messina, wenn man das kleine Stück zwischen Süditalien und Sizilien auf dem Schiff überquert.

Martin Speer: Die Bahnstrecke von Chur durch die Rheinschlucht ist wunderschön.

Das Interview führte Julia Hägele.

Am 12. Oktober ist Martin Speer zu Gast beim Authors-MeetUp auf der herCAREER Expo.

Bild@Sapna Richter

Quelle messe.rocks GmbH

Respawn: Gamelab übernimmt die Assets von Rudy Games!

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Respawn: Gamelab übernimmt die Assets von Rudy Games!

Hieß es im vergangenen Dezember noch „Game Over“ beim Oberösterreichischen Startup „Rudy Games“ gelingt nun mit adaptieren Geschäftsmodell, neuen Investoren und Frauenpower der Neustart mit Gamelab.

In Folge der Insolvenz der Rudy Games GmbH wurde seitens des Masseverwalters ein Verkauf der Assets (Spiele, Apps, Lizenzen, etc.) angestrebt. In enger Abstimmung mit dem Masseverwalter führte der ehemalige CEO Manfred Lamplmair zahlreiche Gespräche mit interessierten Käufern. Im Rahmen der Gespräche kristallisierte sich eine Gruppe rund um das ehemalige Gründer- und Investorenteam als Bestbieter heraus. Im April wurde schließlich die Gamelab GmbH gegründet und die Assets der Rudy Games GmbH eingebracht. „Natürlich ist eine Insolvenz eine besonders schwierige Situation, umso mehr freut es mich, dass die Community, die Idee und die Marke Rudy Games im Gamelab eine neue Heimat gefunden haben“, so Manfred Lamplmair erleichtert.

Mit Gamification zum Erfolg
Zwar wird das neu gegründete Gamelab die Spiele der Marke Rudy Games weiterführen, der Fokus liegt jedoch auf der Umsetzung von Gamification-Projekten für Unternehmen. Gamification ist neben KI eines der großen Trendthemen in den nächsten Jahren und begegnet uns schon heute in vielen Bereichen. Etwa in Form von Rabatt-Sammlern bei Kundenbindungsprogrammen, zur Motivation in Apps, auf Messen zur Kundenakquise oder ganz stark im Ausbildungsbereich. Mit dem SK Rapid Wien und dem Roten Kreuz konnte das Gamelab bereits erste namhafte Kunden gewinnen.

Frauenpower in der Spielebranche
Als Geschäftsführerin wurde Carina Schmiedseder bestellt. Die Oberösterreicherin verfügt sowohl über Onlinemarketingexpertise und bringt als ehemalige Gründerin von „Offisy – Die kostenlose Registrierkassa“ entsprechende Startup-Erfahrung mit. Carina Schmiedseder zu ihrer neuen Aufgabe: „Ich lernte Rudy Games bzw. das Team um Manfred Lamplmair bereits vor Jahren auf einer Veranstaltung von tech2b kennen und lieben. Da ich selbst mit meiner Familie und Freunden gerne spiele, freut es mich besonders die Marke „Rudy Games“ fortzuführen“. Mit im Team ist auch Gertrude Kurzmann, die Rudy Games mitgegründet hat.

Bekannte und neue Investoren an Bord!
Mit Dominik Greiner (Camouflage Ventures) und Heinrich Prokop glauben die Investoren der vormaligen Rudy Games GmbH weiter an die Geschäftsidee und das Team. Verstärkt wird das Board mit Gerald Novak (DonkeyCat), Johannes Siller (MapCon) und Bernhard-Stefan Müller (Sii Ventures). Neben dem benötigten Startkapital bringen die Investoren vor allem ihr Knowhow und Netzwerk in das neu gegründete Gamelab ein.

„Ich liebe seit jeher Gesellschaftsspiele und habe es schonlänger schae gefunden, dassgefühlt weniger gespielt wird. Brettspiele neu zu denken, mit digitalen Apps zu unterstützen und Spieleklassikerneu zu interpretieren traf deshalb bei uns schnell auf offene Ohren. Das neue Team vereint die kreativen und unbedingt notwendigen Gamedesign Kenntnisse mit digitalen Fähigkeiten wodurch wir eine perfekte Mischung zusammenstellen konnten. Wir sind überzeugt, dass wir im neuen Setting einen großen Erfolg mit einem ohnedies wahnsinnig charmanten Thema haben werden.“ so Investor Bernhard-Stefan Müller

Foto: gamelab.co.at

Quelle Tantum GmbH