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Heusgen fürchtet Vertrauensverlust Deutschlands bei Nato-Partnern

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München (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, hat der Bundesregierung fehlenden Willen vorgeworfen, ihren Verpflichtungen gegenüber der Nato nachzukommen. So verliere Deutschland das Vertrauen seiner Verbündeten, sagte Heusgen dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben).

Bundeskanzler Olaf Scholz habe in seiner Bundestagsrede nach dem russischen Überfall auf die Ukraine das Versprechen abgegeben, Deutschland werde von nun an Jahr für Jahr mehr als zwei Prozent seines Bruttoinlandsproduktes in die Verteidigung investieren. „Aber aus der `Zeitenwende` droht eine Rolle rückwärts zu werden. Deutschland verliert in der Allianz an Glaubwürdigkeit. Deutschland verliert Vertrauen“, sagte Heusgen. „Noch beim Nato-Gipfel in Vilnius vor wenigen Wochen hatte die Bundesregierung sogar zugestimmt, dass zwei Prozent für Verteidigung die Untergrenze darstellen soll“, erinnerte er. „Aber den Worten folgen keine Taten.“ Deutschland enttäusche damit besonders die Erwartungen seiner östlichen Nachbarn. Heusgen warnte auch vor Konflikten mit den USA – nicht nur für den Fall, dass Donald Trump im kommenden Jahr erneut zum US-Präsidenten gewählt werden könnte.

Es sei den dortigen Steuerzahlern „nicht länger zu vermitteln, dass die USA 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben und Deutschland nur 1,4 Prozent“, sagte der frühere deutsche UN-Botschafter.


Foto: Bundeswehr-Panzer „Fuchs“ (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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US-Börsen lassen deutlich nach – Nvidia verdoppelt Umsatz

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Wallstreet in New York, über dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Donnerstag kräftig nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 34.099 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,1 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 4.376 Punkten 1,4 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 13.464 Punkten 1,9 Prozent schwächer. Bevor am Freitag anlässlich einer Rede von Fed-Chef Jerome Powell wieder der Zinskurs der US-Zentralbank die Anleger beschäftigen dürfte, standen am Donnerstag zunächst die Quartalszahlen von Nvidia im Fokus. Der Chipentwickler konnte vom anhaltenden Hype um Künstliche Intelligenz (KI) profitieren und seinen Umsatz verdoppeln. Auch der Ausblick des Unternehmens verbesserte sich.

Die Nvidia-Aktie legte jedoch nur vorübergehend zu und baute im weiteren Tagesverlauf die Zugewinne größtenteils wieder ab. Mögliche Gründe dafür sind Bedenken angesichts des angekündigten Aktienrückkaufprogramms des Unternehmens oder auch Gewinnmitnahmen vor der Rede des Fed-Chefs. Unterdessen tendierte die europäische Gemeinschaftswährung am Donnerstagabend schwächer. Ein Euro kostete 1,0807 US-Dollar (-0,50 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9253 Euro zu haben.

Der Goldpreis stieg geringfügig, am Abend wurden für eine Feinunze 1.917,27 US-Dollar gezahlt (+0,09 Prozent). Das entspricht einem Preis von 57,02 Euro pro Gramm. Der Ölpreis stieg ebenfalls: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 83,21 US-Dollar, das waren 37 Cent oder 0,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, über dts Nachrichtenagentur

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SPD offen für Lockerung der Schuldenbremse

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Schuldenuhr (Archiv), über dts NachrichtenagenturLüneburg (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Chef Lars Klingbeil hat sich offen gezeigt für eine Lockerung der Schuldenbremse. „Wenn mich Christian Lindner morgen anruft und sagt: Du, wollen wir nochmal fünf Milliarden für Schulen und Kitas zusätzlich zur Kindergrundsicherung in die Hand nehmen, würde ich sofort Ja sagen. Und wenn er dann sagt, dafür müssen wir die Schuldenbremse aussetzen, dann würde ich sofort sagen: Dann machen wir das“, sagte Klingbeil am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ in Lüneburg.

Er finde es „toll“, dass der Finanzminister gesagt habe, er sei im Kampf gegen die Kinderarmut auch dafür, Schulen und Kitas besser auszustatten, so der SPD-Vorsitzende. Klingbeil erneuerte zudem seine Forderung nach einem Industriestrompreis. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Industrie aus Deutschland verschwindet, weil es das Land, den Wohlstand und das Zusammenleben in diesem Land über Jahrzehnte negativ verändert“, warnte er.

„Industrie, die weg ist, kommt nicht mehr zurück.“ Deshalb kämpfe die SPD um jeden Industriearbeitsplatz. Eine Einigung müsse bis zum Abschluss der Haushaltsberatungen über den Etat 2024 Anfang Dezember stehen, so Klingbeil. Er nehme sich jetzt vor, „die, die noch skeptisch sind, zu überzeugen“.

Zu den Skeptikern gehört auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Nötig sei dazu ein fachlicher Austausch, aber kein „lauter Streit“ oder eine Konfrontation. Beratungen könnten zum Beispiel im Koalitionsausschuss geführt werden, so der SPD-Chef.


Foto: Schuldenuhr (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Wetterdienst warnt vor einzelnen schweren Gewittern in Süddeutschland

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Wetterstation (Archiv), über dts NachrichtenagenturOffenbach (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einzelnen schweren Gewittern in Süddeutschland. Betroffen seien Teile Baden-Württembergs und Bayerns, wie der DWD am Donnerstag mitteilte.

Keller und Straßen könnten infolge der Unwetter überflutet werden. Durch Hagelschlag seien Schäden an Gebäuden, Autos und landwirtschaftlichen Kulturen möglich. Dachziegel und andere Gegenstände könnten herabstürzen und Bäume entwurzelt werden, so der Wetterdienst. Örtlich seien Blitzschäden möglich.

Die Warnung gilt zunächst bis Mitternacht, eine räumliche und zeitliche Ausweitung ist allerdings möglich. Wie der DWD erläuterte, bildeten sich im Laufe des Abends in Süddeutschland in feucht-heißen Luftmassen einzelne schwere Gewitter. Diese hielten dort bis in die Nacht zum Freitag hinein an. Dabei komme es örtlich zu heftigem Starkregen, schweren Sturmböen und Hagel.

Vereinzelt und räumlich eng begrenzt seien auch orkanartige Böen oder Orkanböen möglich.


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Putin bestätigt nach Flugzeug-Absturz Tod Prigoschins

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Wladimir Putin (Archiv), über dts NachrichtenagenturMoskau (dts Nachrichtenagentur) – Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Tod des Chefs der paramilitärischen Organisation Wagner, Jewgeni Prigoschin, am Donnerstagnachmittag bestätigt. Das berichtet die russische staatliche Nachrichtenagentur Ria Novosti.

Putin sprach demnach den Familien der Opfer des Flugzeugabsturzes in der Region um die Stadt Twer sein Beileid aus und ging explizit auf die Familie Prigoschins ein. Er lobte den Söldner-Chef als „talentierten Geschäftsmann“, der nicht nur in Russland, sondern insbesondere auch in Afrika erfolgreich gearbeitet habe. Am Mittwoch waren bei einem Flugzeugabsturz insgesamt zehn Menschen ums Leben gekommen seien. Die Gruppe Wagner hatte seit Jahren im Interesse der russischen Regierung militärische Handlungen durchgeführt, und zuletzt im Ukraine-Krieg eine wichtige Rolle gespielt.

Wagner-Chef Prigoschin hatte die russische Militärführung zunächst über Monate heftig öffentlich kritisiert und den Krieg als sinnlos bezeichnet, im Juni war die Lage dann eskaliert, und Prigoschin mit seiner Truppe gen Moskau marschiert. Unter ungeklärten Umständen wurde der mutmaßliche Putschversuch abgebrochen.


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Kritik an Baerbocks Einschätzungen zu Russland-Sanktionen

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Annalena Baerbock (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der FDP-Außenpolitiker Ulrich Lechte widerspricht der Einschätzung von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), dass die Wirtschaftssanktionen gegen Russland keine wirtschaftlichen Auswirkungen hätten. Die Sanktionen hätten „sehr wohl einen Effekt“, sagte er dem „Tagesspiegel“.

Zu beobachten sei das zum Beispiel am Rubel-Kurs, der seit Monaten stark fällt. „Nur hatte sich Putin jahrelang auf diesen Krieg vorbereitet, Finanzreserven und Lagerbestände aufgebaut. Die Umgehung von Sanktionen in einer globalisierten Welt ist einfacher, siehe die plötzliche Importfreude von Kasachstan. China als Partner ist auch mehr als hilfreich“, sagte er.

Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic kritisierte den Fokus der Außenministerin. Der Teufel stecke im Detail. „Wie nachhaltig kann ein Wachstum sein, welches reinweg auf den massiven Ausbau der Kriegswirtschaft fußt? Das Wachstum scheint daher eher eine Blase zu sein, die bald zerplatzen wird“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Auch im Bereich des Wirtschaftswachstums gelte „der Marathongedanke: Wir haben zusammen mit unseren Verbündeten den längeren Atem. Und das sollte Außenministerin Baerbock nach vorne stellen“.

Der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter teilt die Einschätzung der Außenministerin ebenfalls nicht: „Russlands Wirtschaft leidet massiv unter den Sanktionen und die BIP-Prognosen des IWF zeigen auch nach unten“, sagte er, aber: Putin habe sein Land auf eine Kriegswirtschaft umgestellt. „So gab es einen großen Anstieg an staatlichen Ausgaben im Rüstungssektor, denn die Rüstungsfabriken laufen Tag und Nacht, aber in der Automobilproduktion oder der Pharmaziebranche sind die Einnahmen massiv zurückgegangen.“ Kiesewetter wies auch auf die sinkenden Ölexporte hin.

„Das sollten wir nicht unterschätzen“, sagte er, schließlich machten Öl- und Gasverkäufe einen großen Teil der russischen Staatseinnahmen aus. „Russlands Wirtschaft gleicht also aktuell einem Kartenhaus, das zwar länger standhält, als man zu Beginn erwartete, aber immer instabiler wird“, so Kiesewetter. Er mahnte, die Sanktionen müssten schärfer überwacht werden. „Hier muss das Netz an Sanktionen noch enger gestrickt werden, so gibt es immer noch zu viel Umgehung über Drittstaaten wie Armenien, Georgien oder Kasachstan.“

Zudem müsse die Überwachung der Sanktionen gemeinschaftlich auf EU-Ebene stattfinden. „Die Bundesregierung agiert aber hier zu zurückhaltend, auch da offensichtlich deutsche Firmen bei der Sanktionsumgehung beteiligt sind“, sagte er.


Foto: Annalena Baerbock (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Lindner-Berater für bessere Verzahnung von Grundsicherungssystemen

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Bundesministerium der Finanzen (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesfinanzministerium empfiehlt, die noch ausstehende Reform der Kindergrundsicherung von Familienministerin Lisa Paus (Grüne) zu nutzen, um ein einheitliches, in sich konsistentes Grundsicherungssystem zu schaffen, das auch die Arbeitsanreize erhöht. Die derzeitige Grundsicherung sei zu intransparent und führe zu Ungerechtigkeiten, schreiben die Berater von Ressortchef Christian Lindner (FDP) in einem Gutachten, über das das „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) berichtet.

Denn vergleichbare Haushalte würden bei gleichem Arbeitseinkommen regional in unterschiedlicher Höhe gefördert. Die Frage, ob sich Arbeit oder Mehrarbeit für Leistungsbezieher lohne, hänge stark von deren Wohnort ab. Das liege daran, dass für Geringverdiener de facto zwei schlecht aufeinander abgestimmte Grundsicherungssysteme nebeneinander existierten, heißt es in dem Gutachten. Auf der einen Seite das Bürgergeld, auf der anderen Seite vorrangige Leistungen wie das Wohngeld, der Kinderzuschlag und das vom Einkommen unabhängige Kindergeld.

Anhand eines vierköpfigen Alleinverdienerhaushalts rechnen die Berater vor, dass eine Bruttolohnerhöhung von 4.000 auf 4.320 Euro im Monat durch das Abschmelzen von Transferleistungen zu einer Senkung des verfügbaren Haushaltseinkommens um vier Euro führen würde, wenn die Familie in München wohnt. Lebt sie dagegen in Leipzig, stiege das Haushaltseinkommen bei der angenommenen Lohnerhöhung um 98 Euro netto.


Foto: Bundesministerium der Finanzen (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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ABS-Anleihen mit relativ stabilen Renditen

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Anleihen
Foto von Frank Meijer (Quelle: Aegon AM)

Ein aktueller Marktkommentar von Frank Meijer, Head of Alternative Fixed Income bei Aegon Asset Management:

  • Europäische ABS sind aus Bewertungssicht attraktiv
  • Niedrige Zinsduration bietet Renditeschutz im gegenwärtigen unsicheren Umfeld
  • Spreads werden in einer bestimmten Bandbreite bleiben, mit einem Aufwärtspotenzial, wenn Europa nicht in eine Rezession gerät

Wir gehen davon aus, dass sich die europäischen ABS-Kreditspreads in der zweiten Jahreshälfte 2023 parallel mit den breiteren Märkten entwickeln werden. Es wird voraussichtlich Schwächephasen an den Märkten geben, da die Unsicherheit über die Inflation und die Auswirkungen höherer Zinssätze bestehen bleibt. Eine erhebliche Abschwächung des fundamentalen Bildes ist jedoch bereits eingepreist und die ABS-Anleger scheinen für das erhöhte Kreditrisiko sehr gut entschädigt zu werden. High-Carry-Produkte dürften sich daher besser entwickeln, insbesondere wenn die kommenden makroökonomischen Daten auf eine nachlassende Inflation hindeuten.

Aus fundamentaler Sicht erwarten wir, dass die Zahlungsrückstände in den zugrunde liegenden Sicherheitenpools angesichts des höheren Zinsumfelds und des Drucks auf die Bilanzen der privaten Haushalte zunehmen werden. Wir gehen davon aus, dass die Herabstufungen und Ausfälle von Unternehmen zunehmen werden, was sich auf die fundamentale Performance von Collateralized Loan Obligations (CLOs) auswirken wird. Allerdings sind CLO- und ABS-Strukturen aufgrund struktureller Elemente wie (Liquiditäts-)Reservefonds, Überschuss-Spreads, Auslöser für die Umleitung von Cashflows und Nachrangigkeit, die nach dem GFC 2008 fast alle erhöht wurden, in der Lage, erheblichen Stressszenarien und Zahlungsstörungen standzuhalten.

Darüber hinaus sind die Immobilienpreise in den letzten Jahren gestiegen, wodurch sich die potenziellen Verluste aus Hypotheken im Falle eines Zwangsverkaufs der Immobilie verringern. Daher haben wir keine unmittelbaren Bedenken hinsichtlich der Fundamentaldaten von ABS und bleiben positiv gegenüber der Anlageklasse.

Ausgewogenes Daten-Bild

Die technischen Daten sind ausgewogen. Wir gehen davon aus, dass die Primäremissionen ihr derzeitiges Tempo beibehalten werden, da die Zentralbanken keine günstigen Finanzierungsquellen wie TLTRO mehr zur Verfügung stellen werden und die Banken andere Absatzmöglichkeiten wie ABS finden müssen.

Die Emissionstätigkeit von Nicht-Banken wird wahrscheinlich weitergehen, wenn auch langsamer, da die Finanzierung teurer ist, während erfahrene Häuser Aktiva mit niedrigeren Kupons im Bestand haben werden, was zu einigen Schwierigkeiten bei der öffentlichen Platzierung dieser Geschäfte führen könnte. Insgesamt glauben wir, dass die technischen Daten in allen ABS-Sektoren neutral sein werden, aber positive Überraschungen möglich sind, wenn das fundamentale Bild positiver ist als wir derzeit erwarten.

Unter Bewertungsgesichtspunkten heben sich europäische ABS von den breiteren Rentenmärkten ab und bieten unserer Ansicht nach einen sehr guten absoluten und relativen Wert, mit einem deutlichen Renditeanstieg gegenüber IG Corporate Credits. Und im derzeitigen unsicheren Umfeld dürften der ABS-Carry und die sehr niedrige Zinssensitivität von ABS-Anleihen für relativ stabile Renditen sorgen.

ABS-Anleihen mit relativ stabilen Renditen

Foto von Frank Meijer (Quelle: Aegon AM)

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Militärexperte hält Widerstand gegen Putin für möglich

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Wladimir Putin (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Militärexperte Carlo Masala hält es für möglich, dass nach dem mutmaßlichen Tod von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin weitere Kritiker der russischen Kriegsführung auf den Plan treten. „Es kann sein, dass die Büchse der Pandora geöffnet wurde“, sagte Masala den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben).

„Möglicherweise gibt es in den nächsten Wochen und Monaten weitere Mitglieder des extrem nationalistischen Flügels, die sich gegen die russische Kriegsführung stellen. Das hängt davon ab, wie der Krieg in der Ukraine verläuft.“ Auf die Frage, was der mutmaßliche Tod Prigoschins für den russischen Präsidenten Wladimir Putin bedeute, antwortete Masala: „Für Putin ist das die Demonstration seiner Macht-Konsolidierung nach der Meuterei vor zwei Monaten. Die Revolte hatte deutliche Risse im Fundament des Systems Putin gezeigt.“

Masala zog eine Verbindung vom mutmaßlichen Absturz der Wagner-Führung zur Absetzung des Luftwaffen-Chefs Sergej Surowikin und zur Verhaftung des Ultranationalisten Igor Girkin. „Es gab in den letzten Wochen Amtsenthebungen auf der Oberst-Ebene. All dies ist der Versuch Putins, die ultra-nationalistische Gruppe kaltzustellen.“ An Rache-Aktionen der Wagner-Söldner glaubt der Politikwissenschaftler nicht.

„Ich halte das für rhetorisches Säbelrasseln der Milizionäre. Die Wagner-Leute, die sich an der Meuterei beteiligt hatten, habe ihre schweren Waffen verloren“, sagte Masala, der an der Universität der Bundeswehr München Internationale Politik lehrt. „Die Söldner, die nach Belarus gingen, verfügen über kein schweres Gerät mehr. Es fehlt schlicht am militärischen Material für eine zweite Meuterei oder einen weiteren Putschversuch.“

Auswirkungen auf den Ukraine-Krieg sieht Masala nicht: „Der Tod Prigoschins bedeuten für Selenskyj und den Westen überhaupt nichts.“ Die Armee Wagner habe nach der Eroberung der Stadt Bachmut keinerlei Rolle im Ukraine-Krieg gespielt. Nach der gescheiterten Meuterei seien die Wagner-Söldner in der Ukraine dem russischen Verteidigungsministerium unterstellt worden. „Von daher wird das keine Auswirkungen auf den Verlauf des Krieges in der Ukraine haben“, so Masala.


Foto: Wladimir Putin (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Tropensturm Hilary: CAT Bond-Markt von Schäden nicht betroffen

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CAT Bonds Hurrikansaison
Foto von Dirk Schmelzer (Quelle: Plenum Investments)

Die versicherungsrechtlichen Auswirkungen des Tropensturms Hilary kommentiert Dirk Schmelzer, Managing Partner und Senior Portfoliomanager von Plenum Investments AG:

Hilary traf am vergangenen Sonntag als Tropensturm mit einer maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeit von etwa 100 km/h in Baja Californina, Mexiko, auf Land. Im weiteren Verlauf bewegte sich der Sturm allmählich landeinwärts und überquerte am Montag Südkalifornien. Dabei brachte Hilary auf der mexikanischen Halbinsel Baja California und in weiten Teilen des Südwestens der USA, darunter auch in den Großräumen Los Angeles und San Diego, verbreitet schwere Regenfälle und örtlich sintflutartige Niederschläge.

Der Sturm brach in Südkalifornien und Nevada alle Niederschlagsrekorde: In Palm Springs fiel innerhalb von 24 Stunden fast so viel Regen wie in einem ganzen Jahr. Die hohen Niederschlagsmengen sorgen für Überschwemmungen, Schlammlawinen, umgestürzte Bäume und Stromleitungen und beeinträchtigten so vor allem die Infrastruktur. So kam es in einigen Regionen zu Stromausfällen, Schlamm und Wasser blockierte Verkehrswege und Schulen blieben geschlossen.

Diese Schäden werden den CAT Bond-Markt aber mit größter Wahrscheinlichkeit nicht tangieren. Größere Gebäudeschäden aufgrund des Winds sind nicht zu erwarten, da sich das Windfeld von Hilary rasch abschwächte. Flutschäden sind in der Regel nicht von der Hausversicherungspolice gedeckt, daher gibt es nur wenige CAT Bonds, die Flutrisiken decken. Zudem traten die Überschwemmungsereignisse vorwiegend lokal auf und waren von kurzer Dauer, da der Sturm vergleichsweise rasch über die betroffenen Regionen hinweg zog, so dass auch hier die finanziellen Schäden begrenzt bleiben dürften.

Tropensturm Hilary: CAT Bond-Markt von Schäden nicht betroffen

Foto von Dirk Schmelzer (Quelle: Plenum Investments)

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