Start Blog Seite 2136

Holznagel begrüßt Einhaltung der Schuldenbremse

0

Reiner Holznagel, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Interessenverbands Bund der Steuerzahler, Reiner Holznagel, hat die geplante Einhaltung der Schuldenbremse im Bundeshaushalt 2024 begrüßt. „Ich freue mich, dass zumindest der Bundeskanzler und der Bundesfinanzminister gewillt sind, ab dem nächsten Jahr wieder die Verfassung einzuhalten“, sagte er „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe).

„Dass die grundgesetzliche Schuldenbremse wieder gelten muss, war lange klar. Ich wundere mich, dass es so lange gedauert hat, bis die einzelnen Ressorts auf diese Notwendigkeit reagiert und sich auf Sparmaßnahmen eingelassen haben.“ Holznagel forderte allerdings, dass die Schuldenbremse nun dauerhaft wieder gelten müsse. „Die Schuldenbremse muss unbedingt Bestand haben. Der Haushalt 2024 kann nur der Anfang sein.“ Der Präsident warnt davor, die hohen Tilgungsverpflichtungen der kommenden Jahre aus dem Blick zu verlieren. „Ab 2028 muss der Bund die Corona-Schulden nach und nach zurückzahlen – angefangen mit 12 Milliarden Euro pro Jahr.“ Aktuell sinke der Spielraum schon wegen der enorm steigenden Zinsen, so Holznagel. „Hier schlagen jedes Jahr 40 Milliarden Euro zu Buche. Alle Koalitionäre müssen sich anstrengen, die nächsten Haushalte nachhaltig aufzustellen“, sagte er. Deutschland leide nicht darunter, dass zu wenig Geld für Investitionen bereitstehe, „sondern daran, dass das Geld nicht ausgegeben werden kann und somit nicht dort ankommt, wo es wirken soll“. Das Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro sei bisher kaum angetastet.

„Es ist falsch zu glauben, dass wir mit noch mehr Schulden mehr Investitionen realisieren können“, meint Holznagel. Die Diskussion um die Kindergrundsicherung halte er in diesem Punkt für „symptomatisch“. „Wir reden nur über Milliarden, aber nicht über Konzepte. Und vor allem auch nicht darüber, wie die Kindergrundsicherung gegenfinanziert werden soll. Die Familienministerin will sich Milliarden dafür reservieren, unterlegt ihre Forderungen aber nicht mit einem konkreten Konzept“, kritisierte der Steuerzahlerpräsident.


Foto: Reiner Holznagel, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Deutsche Bank will längere Arbeitszeiten für Arbeitnehmer

0

Deutsche Bank-Logo, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Deutsche Bank hat sich für längere Arbeitszeiten für Beschäftigte ausgesprochen. „Um den Wohlstand einigermaßen zu sichern, werden wir alle über das ganze Leben gesehen mehr und nicht weniger arbeiten müssen“, sagte der „Deutschland-Chefökonom“ des Kreditinstituts, Stefan Schneider.

„Das kann ein späterer Renteneintritt sein, längere Wochenarbeitszeit oder weniger Urlaub.“ Seiner Ansicht nach ist das „einfache Mathematik“, an der sich nicht rütteln lasse. Eine 4-Tage-Woche sei vor diesem Hintergrund in jedem Fall der falsche Weg. Schneider begründet seine Aussage mit dem mittelfristig schwachen Wachstum. „Die deutsche Wirtschaft wird in den nächsten Jahren im Durchschnitt eher um 0,5 Prozent als ein Prozent wachsen. Das beschränkt auch die finanziellen Spielräume des Staates“, sagte Schneider. Gleichzeitig gebe es zahlreiche zusätzlichen Herausforderungen wie Klimawende und Energiewende. „All das erfordert enorme Investitionen. Der Staat wird also Prioritäten setzen müssen, wie das Geld verteilt werden soll. Es müssen Leistungen gekürzt werden, weil sie nicht mehr zu bezahlen sind“, sagte Schneider. „Der Staat muss jetzt klar sagen, wo er sparen will.“


Foto: Deutsche Bank-Logo, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Scholz telefoniert mit Biden zu Ukraine und Nato-Gipfel

0

Olaf Scholz, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich am Dienstagabend telefonisch mit US-Präsident Biden zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgetauscht. Das teilte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, im Anschluss mit.

„Beide waren sich einig, dass die Unterstützung der Ukraine weiter eng abgestimmt und so lange wie nötig erfolgen werde“, so Hebestreit. Ein weiteres Thema des Gesprächs soll die Vorbereitung des Nato-Gipfels in Vilnius in der kommenden Woche gewesen sein. Hierzu habe Übereinstimmung darüber geherrscht, dass von dem Gipfel ein starkes Signal der Geschlossenheit der Allianz ausgehen müsse, hieß es.


Foto: Olaf Scholz, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

VdK begrüßt geplante Einschränkung beim Elterngeld

0

Mutter mit Kleinkind und Kinderwagen, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Sozialverband VdK unterstützt die Pläne der Ampelkoalition, das Elterngeld bei höheren Einkommen zu streichen. „Zwar begrüßt der VdK die Absenkung der obersten Einkommensgrenze beim Elterngeld auf 150.000 Euro des zu versteuernden Jahreseinkommens, doch wir wünschen uns, dass mit der eingesparten Summe von etwa 290 Millionen im Haushalt andere Familienleistungen finanziert werden, statt einfach den Rotstift anzusetzen“, sagte VdK-Präsidentin Bentele der „Welt“ (Mittwochausgabe).

Bundesfamilienminister Lisa Paus (Grüne) kommt mit der Elterngeldreform der Anforderung nach, 500 Millionen Euro jährlich einzusparen. Finanzminister Christian Lindner (FDP) kritisierte ihr Auftreten: „Wenn die zuständige Kollegin selbst von der Änderung beim Elterngeld nicht überzeugt ist, dann kann und sollte sie ihren Konsolidierungsbeitrag in anderer Weise erbringen.“ Ein Einsatz der eingesparten Mittel für andere Familienleistungen ist von der Koalition nicht vorgesehen.


Foto: Mutter mit Kleinkind und Kinderwagen, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Heizungs-Geschwindigkeitsbonus soll nicht für Vermieter gelten

0

Wärmepumpe, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die geplante Förderung für den Heizungsumbau im Zuge des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) könnte für Vermieter deutlich kleiner ausfallen als für andere Immobilieneigentümer. In einem Entschließungsantrag, über den die „Welt“ berichtet, fordern die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP eine umfassende staatliche Unterstützung für neue Heizungen.

Unter anderem solle es einen „Klima-Geschwindigkeitsbonus“ für Eigentümer geben, die vorzeitig die Regeln des GEG erfüllen. Diesen Bonus sollten dem Papier zufolge jedoch nur selbstnutzende Immobilieneigentümer erhalten. Private Vermieter und Wohnungsgesellschaften würden demzufolge leer ausgehen. In der Wohnungswirtschaft stößt das auf massive Kritik. „Die Bundesregierung sollte sich darüber im Klaren sein, dass Wohnungsunternehmen, vor allem auch solche mit günstig vermieteten Wohnungen, viel Eigenkapital für die Wärmewende werden investieren müssen“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW. „Dieses Kapital fehlt dann für andere Maßnahmen, etwa für energetische Sanierungen oder Neubau. Es landet sprichwörtlich im Heizungskeller.“ Die künftigen Zuschüsse sollen wie bisher über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fließen. Aktuell fördert der Staat etwa den Einbau einer neuen Wärmepumpe mit bis zu 25 Prozent der förderfähigen Kosten, plus fünf Prozent Bonus, wenn das Gerät mit einem natürlichen Kältemittel arbeitet. Im Entschließungsantrag schlagen die Ampel-Fraktionen nun eine um fünf Prozent höhere Grundförderung vor, plus Kältemittel-Bonus somit 35 Prozent. Zusätzlich solle es einen „Klima-Geschwindigkeitsbonus“ von 20 Prozent geben für alle, die früher eine Wärmepumpe einbauen als im Heizungsgesetz vorgeschrieben, also etwa nicht erst im Falle einer Heizungshavarie. Der Bonus solle für Gas- und Ölheizungen gelten, die älter sind als 20 Jahre.


Foto: Wärmepumpe, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Ampelfraktionen beschließen Strategie für maritime Wirtschaft

0

Dünen am Strand, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Regierungskoalition will die maritime Wirtschaft in Deutschland von Abhängigkeiten gegenüber Asien lösen. SPD, Grüne und FDP haben am Dienstagabend in ihren Fraktionssitzungen einen Antrag mit 66 Maßnahmen zur Stärkung von Werften, Häfen und Wasserstraßen beschlossen, über den das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) berichtet.

Die Ampel schlägt unter anderem den Aufbau einer „klimaneutralen Bundesflotte“ an Schiffen vor. Der Staat als Nachfrager könnte einen Anschub bei der Umstellung von Schiffen auf Kraftstoffe wie Methanol, Ammoniak oder Wasserstoffsorgen leisten. Darüber hinaus will man die Energiewende antreiben. Für Offshore-Windenergie sind bislang Flächen in Nord- und Ostsee für bis zu 36,5 Gigawatt an neuer Leistung ausgewiesen.

Die Ampel fordert weitere Flächen: Weitere zehn Gigawatt sollen ausgewiesen werden, heißt es im Antrag. Das soll der Werftenindustrie helfen, die die „Konverterplattformen“ für die Windparks auf dem Meer produzieren. „Wir wollen möglichst viel heimische Wertschöpfung bei uns im Land zu halten“, sagte Dieter Janecek (Grüne), maritimer Koordinator der Bundesregierung, dem „Handelsblatt“. Zudem will die Ampel die deutschen Häfen vor weiteren Verlusten an Marktanteilen schützen.

Die Fraktionen schlagen in ihrer Strategie vor, an den deutschen Häfen dauerhaft die notwendige Infrastruktur für den Import und die Lagerung von alternativen Energieträgern und Kraftstoffen zu schaffen. Sie kündigen zudem finanzielle Förderungen an. Außerdem will die Ampel die Infrastruktur stärker schützen. Sie schlägt vor, eine „Deutsche Küstenwache“ zu schaffen.

Darin würden die Einheiten von Bund und Küstenländern zusammengeführt.


Foto: Dünen am Strand, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Wetterdienst warnt vor Unwetter im Norden: Orkanwarnung für Hamburg

0

Fähre im Hamburger Hafen, über dts NachrichtenagenturHamburg (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Wetterdienst warnt vor heftigen Unwettern im Norden. Unter anderem für Hamburg wurde am Dienstagabend eine Warnung vor Orkan herausgegeben, gültig von Mittwoch, 14 bis 20 Uhr.

Es bestehe die Gefahr des Auftretens von Orkanböen der Stufe 3 von 4. Es seien unter anderem verbreitet schwere Schäden an Gebäuden möglich, Bäume könnten entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen. „Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien“, heißt es in der Unwetterwarnung. Zur Gefahr möglicher Überflutungen machte der Deutsche Wetterdienst zunächst keine Angaben. Der Sturmflutwarndienst Niedersachsen erwartet für den frühen Mittwochnachmittag unter anderem vor Norderney, in Emden, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Bremerhaven eine Abweichung des Tidehochwassers von bis zu 0,75 Metern, Strände und Vorländer könnten überflutet werden, hieß es.


Foto: Fähre im Hamburger Hafen, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Grüne verlieren erstmals seit Jahren wieder Mitglieder

0

Grünen-Parteitag, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach Jahren des rasanten Wachstums verlieren die Grünen erstmals seit langer Zeit wieder Mitglieder. Das ergab eine Abfrage des „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe) unter allen 16 Landesverbänden der Grünen.

Demnach traten zwischen Januar und Juli insgesamt 770 Mitglieder mehr aus der Partei aus als bei den Grünen in diesem Zeitraum eintraten. Nach politisch schwierigen Monaten für die Grünen mit Diskussionen um die Abbaggerung des Braunkohledorfs Lützerath, dem Heizungsgesetz und den geplanten Verschärfungen des EU-Asylsystems gleicht sich die negative Entwicklung in beinahe allen Landesverbänden. Zwar konnten Schleswig-Holstein (+49), Bayern (+31) und Hessen (+7) minimale Zuwächse verzeichnen, doch vor allem in den mitgliederstarken Landesverbänden überwogen die Austritte. In Nordrhein-Westfalen (-292), Niedersachsen (-181) und Baden-Württemberg (-104) machten die Austritte eine dreistellige Zahl aus, aber auch in Berlin (-94), Hamburg (-83) und im Saarland (-53) verließen zahlreiche Grünen-Mitglieder im ersten Halbjahr die Partei.

Für die Grünen vollzieht sich damit eine Trendwende. Zwischen 2017 und 2021 hatte sich die Partei beinahe verdoppelt und war von 65.000 auf rund 125.000 Mitglieder gewachsen. In dieser Zeit hatten die damaligen Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck proklamiert, die Grünen in die politische Mitte führen zu wollen. Unter den beiden neuen Vorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour hatte sich dieser Trend schon im vergangenen Jahr stark abgeschwächt.

2022 hatte die Partei nur noch einen Zuwachs von 714 Mitgliedern.


Foto: Grünen-Parteitag, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Lindner sieht in Bundeshaushalt 2024 "Wende der Finanzpolitik"

0

Christian Lindner, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will mit dem Bundeshaushalt 2024, der an diesem Mittwoch im Bundeskabinett beraten werden soll, eine Wende in der Finanzpolitik des Bundes einleiten. Den Etat für das kommende Jahr, der unter anderem Kürzungen beim Elterngeld und beim Bafög beinhalten soll, nannte er in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwochausgabe) „einen wichtigen Schritt hin zu finanzpolitischer Normalität“.

Es werde eine klare Grenze für Ausgabensteigerungen geben. „Wir leiten eine Trendwende ein: Vom reinen Verteilen des Wohlstands hin zu einer Perspektive, in dem es um das Erwirtschaften geht“, so der FDP-Chef. Die Fiskalpolitik dürfe der Geldpolitik nicht widersprechen. Diese habe zur Bekämpfung der weiterhin hohen Inflation die Erhöhung der Zinsen eingeleitet.

Nach dem Konsolidierungsjahr 2024 müsse in den Folgejahren, so Lindner, konsequent priorisiert werden. Auch bestehende Leistungen müssten auf ihre Finanzierbarkeit überprüft werden, damit auch langfristig noch Mittel für Investitionen zur Verfügung stünden. Dies sei „nicht die Zeit der Wünsche, sondern der Veränderung“, so Lindner. Nicht alles was, politisch populär sei, könne seiner Ansicht nach finanziert werden.


Foto: Christian Lindner, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Die Zentralbanken halten noch immer das Zepter in der Hand

0
Wirtschaft Welt Investment Konsens Jahr

Ein aktueller Investmentausblick „The Globe“ von Eurizon:

Die Inflation ist nach den jüngsten verfügbaren Daten im Mai erneut gesunken und liegt im Jahresvergleich nun bei 4 % in den USA und 6,1 % in der Eurozone. Dies ist ein respektabler Rückgang, wenn man bedenkt, dass die Höchstwerte in den USA bei 9,1 % und bei uns in Europa bei 10,6 % lagen. Dieser Rückgang reicht jedoch nicht aus, um das Aufflammen der Inflation als beendet zu betrachten, zumal ein Großteil des Rückgangs auf die Normalisierung der Energiepreise zurückzuführen ist, während die Kernkomponenten immer noch überaus hohe Preise aufweisen.

Auf jeden Fall sind die Märkte allgemein weiterhin davon überzeugt, dass die Inflationsrate in Richtung 2 % tendiert. Die Konsensschätzungen sagen für die nächsten anderthalb Jahre einen Rückgang der Inflation in den USA und in der Eurozone bis Ende 2024 auf die 2-Prozent-Marke voraus.

Was das Wirtschaftswachstum anbelangt, so gehen die Analysten in ihren Gesamteinschätzungen von einer Fortsetzung der geordneten Verlangsamung aus, die Ende 2023 nahe der Nulllinie liegen und dann in den Jahren 2024 und 2025 auf ein niedriges, aber stabiles Niveau steigen wird.

Im Vergleich zu dieser idealen Kombination aus sanfter Verlangsamung von Inflation und Wachstum werden insbesondere zwei Aspekte zu beobachten sein: zum einen die Kerninflationsdaten, die sich analog zum Energiesektor entwickeln dürften, und zum anderen die Arbeitsmarktstatistiken. Bei Letzteren würde eine Abschwächung der Inflationsrate das Risiko einer starken Verlangsamung stärker in den Vordergrund rücken.

Die Zentralbanken haben sich durch den Rückgang der Inflation nicht beirren lassen und ihre Position beibehalten. Allerdings hat die Fed die Zinsen im Juni nicht erhöht, nachdem sie diese zehnmal in Folge angehoben hatte. Die EZB hob die Zinssätze um 25 BP an, verlangsamt aber seit einigen Monaten ihr Tempo.

Was die Zukunft betrifft, so hat die Fed angedeutet, dass sie die Zinssätze in diesem Jahr noch zwei weitere Male anheben will. Die Märkte folgen ihr nur bedingt. Sie glauben: Sollten keine besonders guten Arbeitsmarkt- oder Inflationsdaten vorgelegt werden, werde die Fed die Zinssätze nicht erneut anheben. Auch die EZB hat grundsätzlich erklärt, die Geldpolitik weiter straffen zu wollen.

Der Markt rechnet daher mit zwei weiteren Anhebungen bis zum Herbst.
Wir befinden uns also in der Endphase einer beschleunigten Straffung der Geldpolitik, die vor mehr als einem Jahr begonnen hat. 2024 wird höchstwahrscheinlich ein Jahr mit sinkenden Zinssätzen sein – entweder weil die Inflation eingedämmt wird (Szenario eines „Soft Landings“) oder weil es notwendig sein wird, die makroökonomische Verlangsamung einzudämmen (Szenario eines „Hard Landings“).

In beiden Fällen erscheint der Anleihemarkt attraktiv. Hier waren die kurz- und mittelfristigen Zinssätze zu den Jahreshochs zurückgekehrt, ohne diese zu überschreiten. Außerdem spricht die Form der Kurven in den USA und in Deutschland, die extrem invers sind, dafür, dass sich die geldpolitische Straffung nun in ihrer Endphase befindet.

Die Risikoaktiva reagierten gelassen auf die noch immer bestehenden Restriktionsabsichten der Zentralbanken. Im Gegenteil, die Anleihespreads zogen sich zusammen und die Aktienmärkte stiegen. Auch hieran lässt sich erkennen, dass ein Ende der geldpolitischen Straffung bevorsteht und der Konjunkturzyklus sich fortsetzt.
Dieses Szenario wird sich in den kommenden Monaten anhand der Inflations- und Beschäftigungsdaten bewähren müssen, mittelfristig kann es jedoch als zentral angesehen werden.

Unter den Unternehmensanleihen weisen Investment-Grade-Anleihen ein attraktives Risiko- Ertrags-Verhältnis auf, da die Zinssätze bei Fälligkeit hoch sind und die Renditeaufschläge bereits ein gewisses Maß an wirtschaftlicher Verlangsamung berücksichtigen. High Yields hingegen sind einem größeren Volatilitätsrisiko ausgesetzt. Interessant sind daher Anleihen aus Schwellenländern, in denen die Zentralbanken Spielraum haben, um eine mögliche Konjunkturabschwächung auszugleichen.

Bei Aktien liegen die absoluten (Kurs-Gewinn- Verhältnis) und die relativen Bewertungen (Risikoaufschlag gegenüber Staatsanleihen) mittelfristig gesehen im Rahmen ihrer historischen Durchschnittswerte. Eine Verlängerung der geldpolitischen Straffung oder umgekehrt eine starke Konjunkturabschwächung könnte jedoch die Volatilität wieder anheizen, die in letzter Zeit angesichts der Erwartung eines Soft Landings in den Hintergrund getreten ist.

Die Zentralbanken halten noch immer das Zepter in der Hand

Foto: Bild von Colin Behrens auf Pixabay

Kennen Sie schon das neue Wirtschaftsmagazin „Paul F„? Jetzt bei Readly lesen.

Eine kostenlose Leseprobe von Paul F gibt es bei United Kiosk. Ebenfalls finden Sie die aktuelle Ausgabe im Lesezirkel von Sharemagazines.