Dienstag, Januar 27, 2026
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DNA-Origami revolutioniert Schnelltests

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Bayern Kapital investiert in LMU-Spin-off Amplifold. Bild Monika Steger, Geschäftsführerin bei Bayern Kapital Copyright: Bayern Kapital GmbH

Bayern Kapital investiert in LMU Spin off Amplifold

Bayern Kapital, die Venture und Growth Capital Gesellschaft des Freistaats Bayern, beteiligt sich erstmalig an der Amplifold GmbH, einem Spin off der Ludwig Maximilians Universität München LMU. Amplifold entwickelt eine DNA Origami basierte Signalverstärkungsplattform, die die Empfindlichkeit von Lateral Flow Schnelltests enorm steigert – bei gleichbleibender Einfachheit und Kosteneffizienz des Testformats. An der überzeichneten Seed Finanzierungsrunde in Höhe von insgesamt 5 Millionen Euro beteiligten sich neben Bayern Kapital die beiden Lead Investoren Matterwave Ventures und XISTA Science Ventures sowie b2venture und Becker Ventures Teil der Labor Becker Gruppe. Amplifold wird die Mittel für die Weiterentwicklung seiner Technologie und die IVDR Zulassung seines ersten In vitro Diagnostikprodukts in Europa nutzen.

Stark wachsender Markt für diagnostische Schnelltests

Der globale Markt für diagnostische Schnelltests Point of Care Testing gehört zu den am schnellsten wachsenden Segmenten im Gesundheitswesen und wird bis 2030 auf über 80 Milliarden US Dollar geschätzt. Lateral Flow Tests LFAs etwa für Infektionen oder kardiovaskuläre Marker sind weltweit etabliert stoßen jedoch bei der Sensitivität an technologische Grenzen. Aktuelle Schnelltests erreichen durchschnittlich nur bis zu 75 Prozent Genauigkeit was häufig zu Fehldiagnosen führt und den Einsatz zeit und kostenintensiver PCR Labortests nötig macht.

Medizintechnologischer Durchbruch mit weitreichenden Auswirkungen

Genau hier setzt Amplifold ein im Jahr 2025 gegründetes Spin off der LMU München an. Mithilfe programmierbarer DNA Origami Nanostrukturen steigert das Unternehmen die analytische Sensitivität von Schnelltests um das bis zu 100 Fache. Damit wird es erstmals möglich PCR ähnliche Diagnostik in Echtzeit und direkt am Patienten durchzuführen – kostengünstig ohne Labor und innerhalb weniger Minuten.

DNA Origami Plattform mit breitem Anwendungspotenzial

Die Plattform des Unternehmens basiert auf Erkenntnissen einer in Nature Communications veröffentlichten Studie die zeigt dass programmierbare DNA Origami Nanostrukturen die Testempfindlichkeit klassischer LFAs drastisch erhöhen können ohne Testformat oder bestehende Herstellungsprozesse zu verändern. Diese Technologie ermöglicht kostengünstigen Schnelltests die Sensitivität von gerätebasierten Tests und eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten in der dezentralen Diagnostik im Point of Care Testing sowie in der globalen Gesundheitsversorgung unter anderem in der Kardiologie Neurologie mit Fokus auf Schlaganfälle und in der Infektionsmedizin.

Verwendung der Finanzierungsmittel und nächste Schritte

Die Mittel aus der Finanzierungsrunde nutzt Amplifold um seine Signalverstärkungstechnologie in eine marktfähige industrielle Lösung zu überführen das Produktentwicklungs und Regulatory Team auszubauen und die IVDR Zulassung des ersten In vitro Diagnostikprodukts in Europa vorzubereiten. Zudem wird das Unternehmen in das Innovations und Gründerzentrum für Biotechnologie IZB in Martinsried umziehen und dort von der Nähe zu akademischen und klinischen Partnern profitieren.

Stimmen aus Unternehmen und Investment

Lateral Flow Tests haben den Zugang zur Diagnostik revolutioniert aber ihre Empfindlichkeit blieb traditionell hinter zentralen Laborsystemen zurück sagt Dr Maximilian Urban Co Gründer von Amplifold. Mit der DNA Origami Signalverstärkung können wir deutlich mehr Signalgeber auf jedes Bindungsereignis eines Standardstreifens programmieren. Kostengünstige Schnelltests erreichen so die Sensitivität von Labor Messgeräten ohne dass das Grundformat verändert werden muss.

Die DNA Origami Technologie von Amplifold hat das Potenzial diagnostische Schnelltests grundlegend zu verändern hin zu Laborgenauigkeit in wenigen Minuten sagt Monika Steger Geschäftsführerin von Bayern Kapital. Als langfristiger Partner innovativer Med und DeepTech Pioniere freuen wir uns diesen Weg gemeinsam zu gehen und die nächste Generation der Diagnostik aktiv mitzugestalten.

Bild Monika Steger, Geschäftsführerin bei Bayern Kapital Copyright: Bayern Kapital GmbH

Quelle Schwartz Public Relations GmbH

Ex-BA-Chef Weise soll Rentenkommission leiten

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der langjährige Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, soll einer der beiden Vorsitzenden der Rentenkommission werden. Das berichtete „Bild“ am Samstagnachmittag unter Berufung auf CDU-Kreise.

Der 74-jährige Weise leitete von 2004 bis 2017 die Bundesagentur für Arbeit. Der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Unionsfraktion, Pascal Reddig (CDU), 30 Jahre alt, soll einen der Vize-Posten in der Kommission bekommen.

Wie die „Bild“ aus Unions-Fraktionskreisen erfahren haben will, erhält Reddig, einer der „Renten-Rebellen“, die gegen das Rentenpaket der Regierung waren, seinen Posten nach Fürsprache von Fraktionschef Jens Spahn (CDU).

Insgesamt soll die Rentenkommission aus 13 Mitgliedern bestehen: zwei Vorsitzenden, drei Vizes aus den Reihen der Bundestagsabgeordneten sowie acht Wissenschaftlern. Die Kommission soll noch im Dezember ihre Arbeit beginnen – und bis Ende Juni 2026 Vorschläge für eine Rentenreform vorlegen.


Foto: Frank-Jürgen Weise (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Wolt führt erstmals Elektroautos für Kurier:innen in deutschen Großstädten ein 

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Wolt setzt auf Elektrofahrzeuge für Lieferungen Bild Wolt EV3 Fotograf Jens Oellermann

Ab diesem Winter setzt Wolt erstmals 20 Elektroautos in Deutschland ein

Wolt, eine der führenden Plattformen für lokalen Handel, erweitert den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Deutschland im Rahmen seiner fortlaufenden Nachhaltigkeitsstrategie. Ab diesem Winter wird Wolt 20 Elektroautos und zusätzlich 20 VOK E Lastenräder in deutschen Großstädten einführen und damit das Ziel weiterverfolgen, Emissionen zu reduzieren und zu saubereren leiseren und lebenswerteren urbanen Räumen beizutragen.

Einsatz im Rahmen des Better Cities Program

Im Rahmen von Wolts Better Cities Program werden die E Autos in Berlin Köln Frankfurt München Hamburg und Potsdam eingesetzt – weitere Städte folgen. Die 20 VOK E Lastenräder kommen in Berlin zum Einsatz, wo sie sich besonders in dicht besiedelten Gebieten und für Kurzstrecken eignen. Bereits im Februar hatte Wolt erste E Lastenräder in Berlin eingeführt und die Anzahl seitdem stetig erhöht.

Wachsende Zahl emissionsarmer Lieferungen in Deutschland

Deutschland gehört für Wolt zu den führenden Märkten im Bereich nachhaltige urbane Mobilität. Zwischen Juli 2024 und Juli 2025 wurden 66 Prozent aller Wolt Lieferungen in Deutschland mit emissionsarmen Fahrzeugen durchgeführt – ein Anteil der weiter steigt da immer mehr Kurier:innen auf elektrische Mobilitätslösungen umsteigen.

Nachhaltige urbane Mobilität ist zentral für unsere Mission Städte lebenswerter zu machen sagt Jamie Saab Global Head of Sustainability bei Wolt. Dabei geht es nicht nur um Emissions und Stauvermeidung sondern auch darum dass saubere effiziente und erschwingliche Elektrofahrzeuge für die Menschen zugänglich werden die unsere Plattform täglich am Laufen halten. Deutschland ist einer unserer erfolgreichsten Märkte für emissionsarme Lieferungen und diese Einführung bringt uns noch einen großen Schritt weiter.

Better Cities Program nachhaltige urbane Mobilität zugänglicher machen

Die Erweiterung baut auf dem Better Cities Fund von Wolt auf – einem Programm in Höhe von 2,25 Millionen Euro das 2024 gestartet wurde um Kurier:innen beim Zugang zu E Bikes und Elektromopeds zu unterstützen. Der Fonds stellt finanzielle Unterstützung und Zugang zu speziell entwickelten Elektrofahrzeugen bereit und die hohe Nachfrage unterstreicht das große Interesse der Kurier:innen am Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge.

Die neuen Elektroautos und Lastenräder in Deutschland sind sowohl Teil des Better Cities Nachhaltigkeitsprogramms als auch zentraler Marketinginvestitionen und sie spiegeln Wolts ganzheitlichen Ansatz wider Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig das Angebot für Händler Kurier:innen und Kund:innen auszubauen.

Realer Klimaeffekt

Die Elektroauto und Lastenradprogramme von Wolt in Europa erzielen bereits messbare Ergebnisse. Seit Anfang 2024 hat Wolt schätzungsweise 45 Tonnen CO₂ durch den dokumentierten Einsatz von Elektrofahrzeugen eingespart – das entspricht 135.000 Auto Kilometern oder der jährlichen CO₂ Bindung von 2.000 Bäumen. Verbesserte Routenführung und betriebliche Effizienzsteigerungen in der Wolt App haben dazu beigetragen die Emissionen pro Lieferung in den letzten 12 Monaten weltweit um 8 Prozent zu senken in einigen Märkten sogar um bis zu 50 Prozent.

Bild Wolt EV3 Fotograf Jens Oellermann

Quelle Wolt Enterprises Deutschland GmbH

Wegweisende IoT-Chipentwicklung aus Dresden

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Last Mile Semiconductor erhält Millionen Seed-Finanzierung v.l.: v.l. Friedemann Stier (TGFS), Sarah Schäfer (MBG), Mario Orgis & Christoph Gulich (Gründer LMS), Simon Großmann (M&A Advisor))

Frisches Kapital für Dresdner Deep Tech Start up LMS

Das Dresdner Start up Last Mile Semiconductor GmbH hat eine siebenstellige Seed Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und erhält frisches Kapital von TGFS, EIC Fund und MBG Sachsen. LMS entwickelt als Fabless Chip Company energieeffiziente IoT Hochsicherheits Chips und setzt dabei auf den innovativen lizenzfreien 5G Funkstandard NR+. Im Fokus steht die LM10XX Chipfamilie, die sichere und kosteneffiziente Funkverbindungen unabhängig von klassischen Mobilfunknetzen ermöglicht. Die neuen Mittel fließen in die Weiterentwicklung der Technologie und die Vorbereitung der Serienfertigung. LMS ist damit bestens positioniert, eine führende Rolle im europäischen IoT Markt einzunehmen.

Siebenstellige Seed Finanzierung mit starken Partnern

Das Dresdner Halbleiterunternehmen Last Mile Semiconductor GmbH hat erfolgreich eine Seed Finanzierungsrunde in siebenstelliger Höhe abgeschlossen. Neben dem TGFS Technologiegründerfonds Sachsen und dem European Innovation Council Fund beteiligt sich auch die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen.

Fabless Chip Company mit Fokus auf IoT Hochsicherheits Chips

Das 2022 gegründete Deep Tech Start up entwickelt energieeffiziente Hochsicherheits Chips für das Internet der Dinge. Als Fabless Chip Company konzentriert sich LMS auf Entwicklung und Design hochintegrierter System on Chip Lösungen und lagert die Fertigung an spezialisierte Halbleiterhersteller aus. Die SoC Lösungen von LMS ermöglichen es, Produktionskosten signifikant zu senken und neue skalierbare Geschäftsmodelle im IoT Markt zu erschließen.

Im Mittelpunkt steht der LM10XX SoC, der auf dem innovativen Funkstandard NR+ im 1,9 GHz Frequenzband basiert. Diese Technologie ermöglicht sichere zuverlässige und kosteneffiziente Funkverbindungen unabhängig von klassischen Mobilfunknetzen.

Digitale Souveränität und vielfältige Anwendungsfelder

Ziel ist es, durch die Kombination aus technologischer Exzellenz und schlanker Wertschöpfungskette eine breite Marktdurchdringung zu erreichen und die digitale Souveränität Europas im Bereich der IoT Konnektivität nachhaltig zu stärken. Typische Einsatzfelder sind Industrial IoT, Smart Energy, Smart Building und Smart City.

Beispielsweise können mit NR+ Chips von LMS industrielle Anwendungen wie die Steuerung mobiler Roboter oder die Vernetzung von Sensoren in Fabriken realisiert werden. Gleichzeitig lassen sich auch zahlreiche Alltagsgeräte im Smart Home wie Lichtschalter Rauchmelder oder Haushaltsgeräte besonders energieeffizient und flexibel miteinander vernetzen – oft sogar ohne eigene Stromversorgung.

Stimmen aus dem Unternehmen

Unsere Mission ist es die digitale Souveränität Europas im Bereich der IoT Konnektivität zu stärken erklärt Christoph Gulich CEO und Mitgründer von Last Mile Semiconductor. Mit unserer Technologie haben wir es geschafft die Vorteile verschiedener Funkstandards zu kombinieren um stabile und effiziente IoT Ökosysteme aufzubauen. Dank des Vertrauens unserer Investoren und dem Zugang zum europäischen EIC Accelerator Programm können wir unsere Technologie nun zügig in marktreife Produkte überführen.

Nächste Schritte Richtung Serienfertigung

Mit dem frischen Kapital kann LMS die Entwicklung der LM10XX Chipfamilie beschleunigen die Software Toolchain weiter ausbauen und die Weichen für die Serienfertigung stellen. Gleichzeitig werden strategische Partnerschaften mit Pilotkunden und weiteren Industriepartnern intensiviert um die Technologie in unterschiedlichen Anwendungsfeldern zur Marktreife zu führen.

Investoren sehen großes Marktpotenzial

Sören Schuster Geschäftsführer des TGFS betont dass Last Mile Semiconductor mit seiner Technologie einen zentralen Zukunftsmarkt adressiert. Sichere und energieeffiziente IoT Konnektivität werde ein Schlüsselfaktor für moderne Gerätekommunikation. Mit der Kombination aus technologischem Know how klarer Vision und starker öffentlicher Förderung sei LMS hervorragend positioniert um eine führende Rolle im europäischen IoT Ökosystem einzunehmen.

Bild v.l.: v.l. Friedemann Stier (TGFS), Sarah Schäfer (MBG), Mario Orgis & Christoph Gulich (Gründer LMS), Simon Großmann (M&A Advisor))

Quelle Bild und Text: CFH Management GmbH

Bericht: CSU schickt Florian Dorn in Rentenkommission

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die CSU will den Bundestagsabgeordneten Florian Dorn als stellvertretenden Vorsitzenden in die Rentenkommission schicken. Das meldet das Nachrichtenmagazin „Focus“ unter Berufung auf „führende Fraktionskreise“.

Demnach soll der CSU-Politiker auch zugestimmt haben. Dorn sitzt seit 2025 im Bundestag. Er ist Volkswirt sowie Finanz- und Wirtschaftsforscher und gilt in der Fraktion als Rentenexperte. Der Ökonom arbeitete mehrere Jahre als persönlicher Referent des Präsidenten des Ifo-Instituts, Clemens Fuest. Der 39-Jährige trat 2007 in die Junge Union ein und soll in der Nachwuchsorganisation tief verwurzelt sein.

Dem Vernehmen nach soll Dorn ein Kompromisskandidat sein, da er nicht Mitglied der Jungen Gruppe, gleichwohl aber JU-nah ist. Nach dem innerparteilichen Streit um das Rentenpaket hatte die Unionsführung den jungen Abgeordneten ein Mitspracherecht versprochen.

Noch in diesem Jahr will die Bundesregierung die Rentenkommission einsetzen. Sie soll aus 13 Mitgliedern bestehen. An der Spitze sollen zwei Vorsitzende stehen, die je vom Kanzleramt und vom Bundesarbeitsministerium benannt werden. Zudem gibt es drei Vizevorsitzende – jeweils entsendet von der SPD, CDU und CSU. Darüber hinaus sollen acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Mitglied werden.


Foto: Florian Dorn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Merz verteidigt auf CSU-Parteitag Koalition mit SPD

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München (dts Nachrichtenagentur) – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat auf dem CSU-Parteitag die aktuelle Regierungskoalition mit der SPD verteidigt. Das „Haus Bundesrepublik“ sei zwar stabil, aber es müsse „von Grund auf modernisiert und saniert werden“, sagte der Kanzler am Samstag in München. „Wir werden das mit diesen Sozialdemokraten machen, und wir werden es auch mit diesen Sozialdemokraten, wir mit denen und die mit uns, hinbekommen“, so Merz.

Wichtig sei nicht, ob es der Regierung gelinge, die Haltelinie in der deutschen Rentenversicherung „für ein Jahr weniger oder ein Jahr länger“ zu halten, stattdessen gehe es darum, Freiheit, Frieden, Rechtsstaat oder Liberalität zu verteidigen. „Und dafür müssen wir kämpfen“, sagte Merz. Es gebe auf der Welt derzeit eine tektonische Verschiebung der Machtzentren. Deutschland müsse hier nun stärker seine eigenen Interessen vertreten.

Gleichzeitig forderte der Kanzler auf dem CSU-Parteitag weniger EU-Regulierung, niedrigere Steuern und weniger Bürokratie. Am Ende dieser Wahlperiode werde Deutschland so digital und modern sein, „wie wir es nie in kürzester Zeit in Deutschland geschafft haben“, sagte Merz.


Foto: Friedrich Merz am 13.12.2025, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Verbraucherzentrale initiiert Sammelklage gegen Versicherer

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Verbraucherzentrale Bundesverband initiiert eine Sammelklage gegen den Versicherer Debeka. Bei vorzeitigen Vertragskündigungen sind aus Sicht der Verbraucherschützer unrechtmäßig Stornogebühren erhoben worden.

Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, sagte den Funke-Zeitungen, es sei „unzumutbar“, Verbraucher bei einer Kündigung ihrer Lebensversicherung zusätzlich mit einer „intransparenten Stornogebühr zu belasten“. Die Verbraucherzentrale setze sich dafür ein, dass Betroffene ihr Geld zurückbekämen.

Nach Berechnungen der Verbraucherschützer betrifft der Vorgang zehntausende Kunden mit Lebens- oder Rentenversicherungen. Insgesamt sollen von 2022 bis 2024 über einen zusätzlichen „kapitalmarktabhängigen Stornobetrag“ mehr als 100 Millionen Euro einbehalten worden sein. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen will mit einer Musterfeststellungsklage die Erstattung solcher Abzüge erreichen.

Die Debeka weist die Vorwürfe zurück. Die Klausel sei rechtlich zulässig und hinreichend transparent, sagte ein Sprecher den Funke-Zeitungen. Nach Unternehmensangaben ist die bei Vertragsbeginn vereinbarte Regelung ein wirksamer Ausgleich für Veränderungen der Ertragslage des Versichertenkollektivs.

Im Kern geht es um eine Vertragsklausel, die nach Angaben der Verbraucherzentrale mindestens seit 2009 verwendet worden sein soll. Sie ermögliche Debeka, neben üblichen Stornoabzügen einen weiteren, vom Kapitalmarkt abhängigen Betrag bei Kündigungen vor Laufzeitende einzubehalten. Aus Sicht der Verbraucherschützer ist die Klausel intransparent und damit unwirksam, weil Kunden beim Abschluss die mögliche Höhe eines Abzugs nicht verlässlich einschätzen können. Für 2022 bis 2024 gehen die Verbraucherschützer bei geschätzt 242.000 vorzeitig gekündigten Verträgen von insgesamt gut 100 Millionen Euro aus, die zu viel einbehalten worden sein könnten.


Foto: Verbraucherzentrale-Bundesverband (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Studie: Eine Million Humanoide bis 2030 allein in China und USA

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Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) – Humanoide Roboter stehen kurz vor dem industriellen Durchbruch. Bereits 2026 soll die Serienproduktion erster Modelle starten, so eine Analyse der Managementberatung Horváth, über die der „Spiegel“ berichtet.

China und die USA geben demnach das Tempo vor. Bis 2030 rechnen die Studienautoren allein in den beiden Ländern mit dem Einsatz von rund einer Million Humanoiden. „Bereits in drei Jahren werden humanoide Roboter Aufgaben in Logistik und Produktion zuverlässig übernehmen können“, sagt Horváth-Partner Andreas Brauchle.

Voraussichtlich ab 2035 könnten die Roboter auch im Haushalt oder in der Alten- und Krankenpflege eingesetzt werden. Bei einem Preis von rund 55.000 US-Dollar pro Stück würden sie etwa 3,5-mal so effizient arbeiten wie Menschen. Bis 2050 könnte der Markt für Humanoide allein in China und den USA insgesamt mehr als eine Billion Dollar wert sein, heißt es in der Studie.

Die Industrie ist allerdings bislang zurückhaltend: Von 76 Unternehmen aus dem Automobilsektor, die Horváth vor allem im deutschsprachigen Raum befragte, planen nur 30 substanzielle Investitionen in menschenähnliche Roboter. Horváth-Partner Brauchle hält das für falsch: „Ich rate allen Unternehmen, sich jetzt dringend mit dem Thema zu beschäftigen“, sagt er. „Gerade die deutsche Autoindustrie hat durch einen schnellen Einstieg in die neue Technologie die Chance, im internationalen Vergleich Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen.“

Wer heute nicht investiere, werde morgen nicht mehr mithalten können, sagte auch David Reger, Chef des deutschen Hoffnungsträgers Neura Robotics, dem „Spiegel“. Reger erwartet „massive Wettbewerbsnachteile“ für Unternehmen, die abwarten. Der Firmengründer nimmt an, dass sich die Branche noch schneller entwickeln wird als in der Horváth-Studie vorausgesagt. „Unser Ziel ist es, bis 2030 rund fünf Millionen kognitive und humanoide Roboter weltweit auszuliefern“, sagt er. „Europa darf jetzt nicht zaudern“, fordert Reger.

Für Deutschland hegt der Firmengründer besonders große Hoffnungen. Die Bundesrepublik habe alles, um eine Vorreiterrolle in der neuen Industrie einzunehmen: „Ingenieurskunst, Industriebasis, Produktions-Know-how, globale Marken“, sagt Reger, „was fehlt, ist Geschwindigkeit und Mut.“


Foto: Roboter (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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So wenig neue Bahnstrecken wie seit 1991 nicht mehr

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In den vergangenen zehn Jahren wurden so wenig neue Bahnstrecken wie seit 1991 nicht mehr in Betrieb genommen, dem Beginn der ICE-Hochgeschwindigkeitsära in Deutschland.

Nur 240 Kilometer Fernstrecken, die vor allem für Fahrten mit dem ICE vorgesehen sind, wurden seit 2016 eingeweiht, trotz ausgerufener Verkehrswende und stetig steigender Investitionen in die Bahn. In den Zahlen enthalten sind 23 neue Kilometer, die zum Fahrplanwechsel am Sonntag dem Verkehr übergeben werden.

Zwischen 2006 und 2015 gingen hingegen rund 350 Kilometer neu ans Netz, vor allem Nürnberg-Ingolstadt und Halle-Erfurt. Von 1996 bis 2005 wurden sogar etwa 500 Kilometer fertiggestellt, besonders Hannover-Berlin und Frankfurt-Köln. Und in den zehn Jahren davor waren es mehr als 400 Kilometer. Das zeigt eine Auswertung der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ auf Basis der Verkehrsinvestitionsberichte der Bundesregierung und Angaben der Deutschen Bahn.

Der Straßenbau wurde seit 2016 hingegen deutlich stärker vorangetrieben. Es wurden rund 250 neue Autobahnkilometer eröffnet. Hinzu kamen weitere 363 Autobahnkilometer, die um zusätzliche Fahrstreifen erweitert wurden. Zudem mehrere Hundert Kilometer neuer Bundesstraßen, die zum Teil vierspurig wie eine Autobahn gebaut wurden oder auch zweispurig dem Fernverkehr dienen. Von der häufig versprochenen Priorisierung der Bahn gegenüber der Straße ist also zumindest im Neubau nichts zu sehen.

Aber auch die Zeiten auf der Straße verschlechtern sich. Seit 2016 wurden nur noch halb so viele Autobahnkilometer neu gebaut oder um weitere Spuren erweitert wie im Jahrzehnt davor. In keinem Jahr wurden mehr als 100 Kilometer in Betrieb genommen. Bis 1992 war das üblich. In den 1970er-Jahren wurden manchmal fast 400 Kilometer im Jahr neu dem Verkehr übergeben.

Eine Verkehrswende im Neubau ist trotz des Sondervermögens für Infrastruktur in dreistelliger Milliardenhöhe auch in Zukunft nicht zu erwarten. Derzeit sind 140 Kilometer neue Autobahnen in Bau. Bei der Bahn kommen die Neubaupläne zusammen nur auf ein Drittel dieser Strecke. Wichtige neue Bahnstrecken wie Frankfurt-Mannheim, Frankfurt-Fulda oder Hannover-Hamburg werden seit Jahrzehnten geplant, und trotzdem ist nicht einmal ein Baubeginn in Sicht. Die für den europäischen Güterverkehr wichtige Rheintalbahn wird noch bis nach 2040 um zwei weitere Gleise ergänzt. Das Verkehrsministerium sagte auf Anfrage der FAS, dass die erhöhten Investitionen für die Bahn vor allem in den Erhalt des bestehenden Netzes fließen.


Foto: Bauarbeiten an einer Bahnstrecke (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Analyse: Schlechte Jobaussichten für Führungskräfte

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Jobaussichten für Führungskräfte in Deutschland haben sich deutlich verschlechtert.

In den ersten zehn Monaten dieses Jahres schrumpfte die Zahl der ausgeschriebenen Stellen für Top-Manager um 16 Prozent. Das geht aus einer Auswertung von Index Research für die „Welt am Sonntag“ hervor. Den Daten der größten Stellenanzeigen-Datenbank Europas zufolge waren im Gesamtjahr 2023 noch über 56.000 Positionen für Vorstände oder Geschäftsführer ausgeschrieben. Im Jahr 2024 waren es mit 45.000 bereits 20 Prozent weniger gewesen.

„In Krisenzeiten sind Unternehmen besonders zögerlich mit Neubesetzungen an der Spitze“, sagte Index-CEO Jürgen Grenz der „Welt am Sonntag“. „Ganz oben wollen sie erst einmal keine zusätzliche Unruhe reinbringen – gerade, wenn sich viele Ebenen darunter im Umbau befinden.“ Dieses Muster sei bereits aus dem Krisenjahr 2008 und der Covid-Zeit bekannt. „Der Wechsel an der Spitze erfolgt dann häufig, wenn sich der Sturm gelegt hat.“

Ungemütlich wird es auch für das mittlere Management. Von Januar bis Ende Oktober waren laut Index-Research 1,128 Millionen Stellen für Bereichs-, Abteilungs-, Gruppen- oder Projektleiter auf deutschen Online-Börsen, Firmenwebsites oder bei der Bundesanstalt für Arbeit ausgeschrieben. Das waren sechs Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Outplacement-Beraterin Sophia von Rundstedt sieht das mittlere Management unter „doppeltem Druck“. „Einerseits soll es die Vorgaben des Top-Managements zur Restrukturierung und Neuaufstellung umsetzen. Andererseits ist es selbst vom Stellenabbau betroffen“, so von Rundstedt, die mit ihrem gleichnamigen Beratungshaus Beschäftigte unterstützt, die ein Unternehmen verlassen müssen. „Das mittlere Management wird heute und morgen dringend für die Implementierung von KI im Unternehmen gebraucht“, sagte von Rundstedt. Das allerdings könne die eigene Position schon übermorgen überflüssig machen.


Foto: Büros (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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