München (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat die Einladung von AfD-Politikern zur Konferenz 2026 verteidigt. „Hätten wir anders entschieden, würde die AfD sich als Opfer inszenieren“, sagte Ischinger dem Nachrichtenportal T-Online.
Die Sicherheitskonferenz sei das weltweit wichtigste internationale Dialogforum. „Wir bilden stets auch konträre internationale Positionen in einem möglichst breiten Spektrum ab“, so Ischinger weiter. „Wir bringen Konfliktgegner, manchmal sogar Feinde, in München zusammen, um Lösungen auszuloten. Denken Sie an Beispiele wie Serbien/Kosovo, Aserbaidschan/Armenien oder an Israel/Saudi-Arabien. Das ist die DNA der Sicherheitskonferenz“, sagte der frühere Spitzendiplomat.
Zur politischen Auseinandersetzung mit der AfD sagte Ischinger: „Dass sich die Verhältnisse ändern werden, sodass die AfD irgendwann nicht mehr im Bundestag vertreten wäre – dafür müssen die anderen Parteien sorgen. Sie müssen die AfD inhaltlich und politisch stellen.“
Die sicherheitspolitischen Positionen der AfD bezeichnete Ischinger als „völlig falsch“ und als widersprüchlich zu deutschen Interessen. „Die Einladungspolitik einer privaten Organisation ist aber nicht das geeignete Mittel für diese Auseinandersetzung.“ Auftritte von AfD-Politikern auf den Bühnen der Sicherheitskonferenz seien „im Übrigen nicht vorgesehen“, so Ischinger.
Foto: Münchner Sicherheitskonferenz 2025 (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
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