Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Sozialverband VdK warnt vor einer weiteren Zunahme der Armut in Deutschland. „Im Moment sehen wir im VdK, dass die Armutsgefährdung immer weiter steigt“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele den Zeitungen der „Mediengruppe Bayern“ (Dienstagsausgaben).
„Als verheerend empfinden wir, wenn Politiker Vorurteile gegen arme Menschen befeuern“, fügte sei hinzu. Als Beispiel nannte Bentele, dass „Bundesfinanzminister Christian Lindner oder CDU-Chef Friedrich Merz infrage stellen, ob das Geld der Kindergrundsicherung, was man den Eltern überweist, tatsächlich bei den Kindern ankommt“. Oder wenn der Eindruck erweckt werde, Kinderarmut gebe es nur durch die hohe Migration. „Solche pauschalen Aussagen vermitteln ein völlig falsches Bild und schüren Vorurteile“, mahnte die VdK-Chefin.
Die politischen Bemühungen, die Armut in Deutschland zu bekämpfen, nennt sie enttäuschend: „Eine wirkliche Strategie ist nicht zu erkennen. Der Mindestlohn ist deutlich zu niedrig, er müsste über 14 Euro pro Stunde betragen. Der Regelsatz des Bürgergelds reicht in Zeiten von Inflation und steigenden Energiekosten bei weitem nicht aus.“ In den Berechnungen sei zu wenig Geld für Strom und gesunde Ernährung vorgesehen.
„Es bedarf einer grundsätzlichen Neuberechnung, weil vieles, was zum Leben und zur Teilhabe notwendig ist, kleingerechnet wurde.“ Bei der Kindergrundsicherung habe es keine komplette Neuberechnung gegeben, beklagte Bentele: „Die von der Regierung beschlossenen 2,4 Milliarden Euro reichen lange nicht aus, um die Kinderarmut in unserem Land zu bekämpfen.“ Auch Rentner, von denen immer mehr Grundsicherung im Alter beantragen müssten, warteten vergebens auf Hilfe im Umgang mit der hohen Inflation und den steigenden Energiepreisen. Bentele schließt einen Zusammenhang zwischen der wachsenden Armut und Wahlerfolgen von rechten politischen Kräften im Land nicht aus: „Studien zeigen, dass Armut für eine Demokratie keine Stärkung ist.“
Es sei wichtig, dass arme Menschen Chancen zur Teilhabe an demokratischen Willensbildungsprozessen hätten. Das sei entscheidend für eine starke Demokratie und den Zusammenhalt. „Ich bin der festen Überzeugung, dass ein solider Sozialstaat dabei helfen kann, rechte Tendenzen zu verhindern oder umzukehren“, sagte Bentele.
Foto: Eine Frau wühlt in einem Abfalleimer (Archiv), über dts Nachrichtenagentur
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Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Preise für Baumaterialien in Deutschland sind auch im ersten Halbjahr 2023 auf einem hohen Niveau geblieben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte, gab es Preissteigerungen nahezu durchweg bei allen mineralischen Baustoffen. 
Toulouse (dts Nachrichtenagentur) – Airbus-Chef Guillaume Faury kritisiert die restriktiven deutschen Regeln für Rüstungsexporte als Hindernis für europäische Verteidigungsprojekte. „Die Haltung der deutschen Regierung bei Rüstungsexporten in einige Länder stellt ein echtes Problem dar“, sagte Faury dem „Handelsblatt“ und der französischen Zeitung Les Échos. 
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In Brandbriefen an Bundestagsabgeordnete und die Ministerpräsidenten ruft Deutschlands Chemieindustrie die Politik zu Hilfe. Die wirtschaftliche Lage der Branche werde „immer dramatischer“, schreiben der Präsident des Chemieverbands, Markus Steilemann, sowie der Gewerkschafts-Vorsitzende Michael Vassiliadis und Arbeitgeber-Chef Kai Beckmann, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ, Dienstagausgabe) berichtet. 
Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Zur Entlastung der Gaskunden fordert die Verbraucherzentrale NRW die Beibehaltung des niedrigen Steuersatzes über den Jahreswechsel hinaus: Die vorzeitige Beendigung der Mehrwertsteuerabsenkung komme mitten in der Heizperiode und zudem unerwartet früh – Verbraucher bräuchten Verlässlichkeit bei den Entlastungsmaßnahmen, sagte Christina Wallraf, Energieexpertin der Verbraucherzentrale NRW, der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe). „Die Energiekostenbelastung der Haushalte ist zudem immer noch deutlich höher als vor der Krise. Bei Gas sind selbst die vergleichsweise niedrigen Neukundenverträge circa 60 Prozent teurer als 2021. Die Absenkung der Mehrwertsteuer sollte daher bis zum Ende der kommenden Heizperiode beibehalten bleiben“, so Wallraf. 
Skopje (dts Nachrichtenagentur) – Nordmazedonien lehnt die Errichtung von Asylzentren der EU auf seinem Staatsgebiet ab. „In Nordmazedonien werden keine Asylverfahren für andere EU-Staaten durchgeführt, und das wird sich auch nicht ändern“, sagte der Innenminister Nordmazedoniens, Oliver Spasovski, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). 
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der israelische Historiker Tom Segev zweifelt am Sinn einer Bodenoffensive im Gazastreifen als Reaktion auf den Terrorangriff der radikalislamischen Hamas auf Israel. „Mir ist nicht ganz klar, inwiefern die Bodenoffensive ein Ergebnis von klaren strategischen Überlegungen ist, oder ob sie ein Racheakt wäre, der aus dem Bauch kommt“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagsausgabe). 
Warschau (dts Nachrichtenagentur) – Die polnische Politikerin Róza Thun von der liberalen Partei „Polska 2050“ sieht im voraussichtlichen Ergebnis der Parlamentswahl in Polen einen Neuanfang für ihr Land. Mit Blick auf den möglichen Regierungswechsel sprach Thun von einem historischen Tag: „Wir haben acht dunkle Jahre hinter uns“, so die Abgeordnete des Europaparlaments in den ARD-Tagesthemen. 
Brüssel (dts Nachrichtenagentur) – In Brüssel sind am Abend zwei Menschen durch Schüsse getötet worden. Die belgische Polizei hat den Vorfall mittlerweile bestätigt, berichtet die „De Morgen“.