Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorschlag von Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke), die deutsche Nationalhymne durch die Kinder-Hymne von Bertolt Brecht zu ersetzen und die Bundesflagge zur Abstimmung zu stellen, stößt in der Union auf Kritik. „Unsere Nationalhymne und unsere Flagge stehen für Freiheit, Demokratie und die Einheit Deutschlands“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe). „Das sind Werte, die uns in Ost und West verbinden.“
Der CDU-Politiker argumentierte, dass gerade für die Ostdeutschen Flagge und Hymne Symbole für die friedliche Revolution seien. „Daher gibt es keinen Grund, sie infrage zu stellen.“
Auch im Bundestagspräsidium, dem der Linken-Politiker Ramelow seit März angehört, kam sein Vorstoß nicht gut an. „Die Bundestagspräsidentin sieht keinen Anlass, etwas an der Nationalhymne oder der Bundesflagge zu ändern“, sagte ein Sprecher von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU).
Die stellvertretende Bundestagspräsidentin Andrea Lindholz (CSU) attackierte Ramelow scharf. „Mit dieser Äußerung verletzt Vizepräsident Ramelow seine Pflicht zur Neutralität. Eine Änderung der Nationalhymne oder der Nationalflagge halte ich für einen völlig verfehlten Ansatz“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Mit der Debatte würden sich bestehende und gefühlte Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland nicht beheben lassen.
Auch die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hält eine solche Debatte nicht für notwendig. „Natürlich können Nationalsymbole wie Hymnen und Flaggen immer wieder auch zur Diskussion gestellt werden, aber im Augenblick haben wir politisch größere Herausforderungen für unser Land zu lösen. Wir sollten uns besser um Dinge kümmern, die uns zusammenführen und nicht trennen“, sagte die SPD-Politikerin dem „Tagesspiegel“.
Die langjährige Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) sieht in Ramelows Vorschlägen eine Symboldebatte. „Wie eine gemeinsame Verfassung ist die Hymne auch Symbol. Die DDR-Hymne durfte damals nicht mehr gesungen werden, weil es darin auch um die deutsche Einheit ging“, erinnerte die Grünen-Politikerin. Eine Mehrheit der Ostdeutschen habe zudem keinen Wert auf eine gemeinsame gesamtdeutsche Verfassung gelegt. „Das gehört zur ehrlichen Betrachtung dazu“, sagte Göring-Eckardt dem „Tagesspiegel“.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann warf Ramelow „Kulturkampf“ vor. „Unsere Flagge und unsere Hymne stehen für unsere Demokratie, unsere Grundrechte und unseren Rechtsstaat“, sagte Linnemann der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Wer damit fremdelt, hat ein Problem mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unseres Landes.“
Ramelow suche „den Kulturkampf“ und knüpfe sich dafür ausgerechnet das Grundgesetz vor. Einigkeit und Recht und Freiheit sowie Schwarz-Rot-Gold würden nicht spalten, „sie stehen vielmehr für das, was uns eint“, sagte Linnemann.
Foto: Bodo Ramelow (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
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Hamburg/Eisenhüttenstadt (dts Nachrichtenagentur) – Ein halbes Jahr nach dem Start der sogenannten Dublin-Zentren in Hamburg und Brandenburg hat es bislang nur wenige Rücküberstellungen an die jeweils zuständigen EU-Länder gegeben. Von März bis Ende August dieses Jahres konnten nur fünf Migranten aus dem Dublin-Zentrum in Eisenhüttenstadt nach Polen zurück überstellt werden, teilte das Brandenburger Innenministerium der „Welt“ (Samstagausgabe) mit. 72 Personen waren bisher insgesamt auf dem Gelände untergebracht – damit gelingt nur etwa jeder vierzehnte Transfer.
Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Zum Wochenausklang hat der Dax nachgelassen. Der Index wurde zum Xetra-Handelsschluss mit 23.902 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Start erholte sich der Dax im Tagesverlauf. Er erreichte am Nachmittag sein Hoch, fiel dann jedoch erneut ab.
Toulon (dts Nachrichtenagentur) – Die Regierungen von Deutschland und Frankreich haben sich im gemeinsamen Ministerrat in Toulon am Freitag auf eine Wirtschaftsagenda geeinigt. Das erklärte Ziel ist, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat sich gegen Forderungen gestellt, den Kündigungsschutz abzuschwächen. Dass die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit 2015 wieder die Drei-Millionen-Marke überschritten habe, sei ein „deutliches Warnsignal“, sagte die SoVD-Vorstandschefin Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). „In dieser Situation über Flexibilisierung durch Lockerung des Kündigungsschutzes zu sprechen, wie es Wirtschaftsweise Veronika Grimm tut, ist ein sozialpolitischer Irrweg mit gravierenden Folgen“, kritisierte Engelmeier.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Diskussion um die Angabe von Mehrfach-Staatsangehörigkeiten bei Straftaten spricht sich das Bundesinnenministerium für einen entsprechenden Vorstoß in NRW aus.
Monaco (dts Nachrichtenagentur) – Der 1. FSV Mainz 05 empfängt in der Ligaphase der Conference League AC Florenz. Das ergab die Auslosung am Freitag in Monaco.
Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Freitag nach Kursverlusten am Morgen bis zum Mittag noch weiter in den roten Bereich gerutscht. Gegen 12:30 Uhr wurde der Index mit rund 23.920 Punkten berechnet, dies entspricht einem Minus von 0,5 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag.
Offenbach (dts Nachrichtenagentur) – Der Sommer 2025 ist in Deutschland deutlich wärmer als das langjährige Mittel gewesen und von zwei markanten Hitzewellen geprägt worden, die durch eine kühle und nasse Juli-Phase unterbrochen wurden.
Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die bundesweite jährliche Inflationsrate, die im Juli bei 2,0 Prozent gelegen hatte, dürfte sich im August leicht erhöht haben. Darauf deuten erste Zahlen aus den Bundesländern hin, die bereits am Freitagvormittag veröffentlicht wurden.