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StartStartupsExpansion in deutschen Markt offiziell eingeläutet

Expansion in deutschen Markt offiziell eingeläutet

Der Marktführer für Bio Retterboxen in Österreich, afreshed, hat heute die Übernahme des deutschen Wettbewerbers etepetete bekannt gegeben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit dieser Transaktion läutet afreshed die Expansion in den deutschen Markt ein, dafür hat der Bio Lieferdienst eine Finanzierungsrunde im mittleren siebenstelligen Bereich abgeschlossen. Investor ist die unter anderem auf Nahrungs und Genussmittel spezialisierte Raiffeisen Holding Niederösterreich Wien, die sich mit 25,1 Prozent am Unternehmen beteiligt. Mit der Raiffeisen Holding NÖ Wien an der Seite gewinnt afreshed einen starken strategischen Partner, der die langfristige Wachstumsstrategie unterstützt: die Marktführerschaft im deutschsprachigen Raum ausbauen.

Marktführerschaft und Internationalisierung ausweiten

Mit etepetete haben die Gründer einen etablierten Wettbewerber übernommen, der Kunden in jedem Bundesland hat, insbesondere in Baden Württemberg, Bayern und Berlin. Bernhard Bocksrucker, Mitgründer von afreshed, kommentiert die Übernahme: „Die Marke etepetete bleibt erhalten. Die Übernahme gibt uns nicht nur sofortige Marktpräsenz, sondern auch lokales Know how und einen bestehenden Kundenstamm, auf dem wir aufbauen können. Diese Transaktion soll lediglich die erste ihrer Art sein, auf die weitere in Richtung Internationalisierung folgen sollen. Unser Ziel ist es, der führende Anbieter für gerettete Lebensmittel im deutschsprachigen Raum zu werden. Unter der gemeinsamen Marke werden wir die Bekanntheit der Retterboxen weiter stärken.“ Lukas Forsthuber, Mitgründer von afreshed, unterstreicht: „etepetete war für uns immer ein Vorbild und hat den Markt maßgeblich geprägt. Dass wir dieses Unternehmen jetzt übernehmen, ist für uns ein besonderer Schritt und gleichzeitig große Motivation für die kommenden Jahre.“

etepetetes Entwicklung

Christopher Hallhuber und Georg Lindermair haben etepetete seit der Gründung im Jahr 2014 zum Marktführer für Online Biokisten in Deutschland aufgebaut. Während der Pandemie wuchs das Unternehmen nochmals deutlich und war in den Jahren 2020 und 2021 profitabel. Zu Spitzenzeiten beschäftigte etepetete rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Zuge schwieriger Marktbedingungen in 2022 verzeichnete etepetete wie viele E Commerce Marken erstmals seit der Gründung einen Umsatzrückgang. In der Folge führten die Gründer das Unternehmen zurück auf einen stabilen und profitablen Kurs. Seit Q4 2024 ist etepetete wieder profitabel.

Im Zuge der Übernahme geben die Münchner Gründer die operative Verantwortung nun nach Wien ab. „Wir freuen uns sehr über den Zusammenschluss beider Marken. Die drei afreshed Gründer haben in kurzer Zeit gezeigt, wie man auch unter schwierigen Marktbedingungen ein starkes, serviceorientiertes Unternehmen aufbaut. Wir sind überzeugt, dass sich die geplanten Veränderungen sehr positiv auf die zukünftige Entwicklung von etepetete auswirken werden. Wir danken unserem Team, unseren Gesellschaftern und Partnern für die großartige Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren, ohne die die positive Entwicklung von etepetete nicht möglich gewesen wäre. Und wir sind gespannt und freuen uns darauf, die weitere Entwicklung von etepetete und afreshed auch künftig zu verfolgen“, so die beiden Gründer von etepetete.

Ausbau der Logistik Infrastruktur und Digitalisierung

Dass das Geschäftsmodell des Wiener Bio Lieferdienstes funktioniert und skalierbar ist, hat das Gründer Trio bewiesen. Der Lieferdienst operiert flächendeckend in Österreich und hat den Break even erreicht. Täglich werden tausende Lieferungen in Deutschland und Österreich an Endkunden zugestellt. Die Gründer haben das Modell stetig verbessert, ihr Produkt stark digitalisiert und in die eigene Logistik Infrastruktur investiert, die das Herzstück bildet. afreshed unterhält in Österreich eine eigene Lieferdienst Flotte mit knapp 20 Fahrzeugen. Die Touren werden über eine eigens entwickelte Software CO2 optimiert geplant. So wird die sogenannte Last Mile der Schritt vom Verteilzentrum bis zur Haustür des Endkunden effizient organisiert.
„Während das Obst und Gemüsegeschäft ein stabiler und starker Nischenmarkt ist, hat die Digitalisierung um unser Marktsegment der Landwirtschaft allerdings einen Bogen gemacht. Das frische Kapital fließt in den Ausbau der Logistik Infrastruktur und die punktuelle Produkterweiterung“, kommentiert Maximilian Welzenbach die zukünftigen Pläne.

Ein zentrales Element der deutschen Expansionsstrategie ist der Aufbau einer solchen Logistik Infrastruktur ähnlich wie in Österreich, die in dieser Form überregional noch nicht existiert: afreshed führt das erste flächendeckende Mehrwegkonzept in der Last Mile Logistik ein, das eine geschlossene Kreislaufwirtschaft für Verpackungen ermöglicht. Die Umstellung erfolgt schrittweise nach Bundesland angefangen im Süden gen Norden gehend und markiert eine strukturelle Abkehr vom reinen Online Versand hin zum echten Bio Lieferdienst. Möglich wird das durch den Einsatz einer eigenen Fahrzeugflotte: Die Fahrer stehen nicht nur für eine verlässliche persönliche Lieferqualität, wie Kundinnen und Kunden sie aus anderen Dienstleistungsbereichen kennen, sondern ermöglichen gleichzeitig den Rücktransport der Mehrwegboxen. Für die Endkunden bedeutet das eine spürbar bessere Erfahrung: pünktliche Zustellung mit bekanntem Gesicht kombiniert mit einem konsequent nachhaltigen Verpackungsmodell.

Überblick der Obst und Gemüsemarkt in Deutschland

Laut Statista wurde online mit Lebensmitteln in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich mehr umgesetzt. 2024 lagen die Umsätze des Lebensmittelhandels im Internet bei knapp vier Milliarden Euro. Weiterhin ist der Online Markt für FMCG Produkte mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 7,3 Prozent im Jahr 2024 einer der dynamischsten Online Märkte des Landes.
Rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich auf dem Weg vom Feld bis auf den Teller entsorgt, davon entfallen rund 200.000 Tonnen Lebensmittel allein auf die Landwirtschaft, obwohl 85 Prozent davon vermeidbar wären, schreibt die Verbraucherzentrale. In privaten Haushalten entfallen zudem 35 Prozent aller vermeidbaren Lebensmittelabfälle auf frisches Obst und Gemüse. Obst und Gemüse, das nicht der Norm entspricht, kommt mitunter nicht in die Regale und wird teilweise direkt vom Landwirt vernichtet.

„Der Gründungsgedanke beider Unternehmen ist im Kern derselbe: die Rettung von Lebensmitteln und deren direkte Weitergabe an die Verbraucherinnen und Verbraucher. Das alles über eine optimierte Supply Chain. In den vergangenen Jahren haben wir unabhängig voneinander gezeigt, welches Potenzial in dieser Vision steckt. Mit der Übernahme von etepetete gehen wir nun den nächsten logischen Schritt in unserer Expansion und bündeln unsere Kräfte, um diese gemeinsame Mission weiter zu stärken“, ergänzt Lukas Forsthuber.

Bild afreshed-Gründer, von links nach rechts: Maximilian Welzenbach, Lukas Forsthuber, Bernhard Bocksrucker (vorne). Bildcredits afreshed

Quelle Euro Comms

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