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Donnerstag, Mai 19, 2022

Das Leben leben lernen – Traumata und Krisen zulassen

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Ständige Anspannung, Selbstzweifel, Angststörung und schlechter Schlaf – Das sind nur einige der Wirkungen, die ein Trauma auf einen betroffenen Menschen haben kann. Wer sich mit Traumata einmal auseinandergesetzt hat, wird vermutlich im Familien-, Freundes- sowie Bekanntenkreis oder Arbeitsumfeld Personen als Trauma-Patienten wiederkennen. Doch nicht jeder Betroffene erkennt sein Trauma, stellt sich der Heilung und kann irgendwann in der Zukunft ein selbstbestimmteres, freies Leben leben. Ehe es nun darum geht, wie wichtig es ist Traumata und Krisen zuzulassen, muss folgendes verinnerlicht werden: Nur wer sich als Betroffener helfen lassen will und Bereitschaft mitbringt, nur dem kann bei der Verarbeitung seines Traumas geholfen werden!“

Woher kommen Traumata?

Wer an Traumata denkt, dem fallen meist Personen ein, die Katastrophen oder schwere Krisenfälle erlebt haben. Per Definition bedeutet Trauma das Vorliegen einer psychischen Ausnahmesituation. Diese wurde durch Situationen ausgelöst, die eine Person in ihrer Wahrnehmung, Verarbeitung von Erlebtem und der Reaktion auf allen Ebenen des Fühlens, Spürens und Denkens nachhaltig überwältigen. Die Situationen können dabei selbst erlitten oder in der Rolle des Augenzeugens erfolgt sein.

Die Folgen von Traumata 

Das wichtigste Merkmal traumatisierter Menschen liegt im sofortigen Übergang vom Reiz zur tiefsitzenden Reaktion. Von einem Moment zum anderen kann der Betroffene nicht mehr über Realität & das Trauma aus der Vergangenheit unterscheiden. Im Erleben findet die traumatisierende Erfahrung auf diese Weise wiederkehrend statt. Je nach Tiefe und damit Intensität des Traumas genügen mitunter bereits niederschwellige Reize, um sofort heftigste Emotionen, Gefühle oder Körperempfindungen und -reaktionen bei Betroffenen auszulösen.

Häufige negativ besetzte Empfindungen sind dabei Wut, Angst, Schmerz, toxischer Scham und Panik. Die Art und die Schwere der traumatischen Erfahrung führt dann zu unterschiedlichsten und in der Regel reproduzierbaren Reaktionen des Betroffenen. Zu den häufigsten Handlungen als Resultat auf ein Wiedererleben gehören die Überreaktion, emotionale Flashbacks oder das Erstarren.

Umgangsformen von Betroffenen mit Traumata

Zu den klassischen Fällen betroffener Traumata-Patienten gehört jegliche Vermeidung von Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wecken. Damit wollen Betroffene die Kontrolle über das Auftreten von zum Beispiel intrusiven Gedanken, wie Flashbacks oder Alpträume, sowie dissoziativen Störungen, erlangen. Aufgrund dieser Form des Alltagsmanagements der Betroffenen stehen die Physis und Psyche der Betroffenen unter dauerhaftem Stress. Treten Krisen auf, die im Alltag oder im Beruf eines Nichtbetroffenen bewältigt werden können, verschärfen sich diese bei Betroffenen immens.

Zum Trauma stehen & Verantwortung für sich übernehmen

Dieser Schritt gehört zu den wichtigsten, wenn man als Betroffener irgendwann am realen Leben authentisch teilnehmen möchte. Je nach Trauma kommt es auf einen angepassten Weg der Traumabehandlung an. Wird der zum Betroffenen passende Weg gefunden, beginnt die Heilung und Stärkung der Resilienz. Wider der Annahme vieler Betroffener hat die Akzeptanz des Traumas nichts mit dem Abwerten des Erlebten zu tun. Im Gegenteil: Es geht um das Zulassen und Annehmen der Fakten der eigenen Geschichte, damit das Würdigen der Traumata geschehen kann.

Gesellschaftlich wurde es noch bis vor wenigen Jahren als Schwäche angesehen mit einer traumatischen Erfahrung nicht zurecht zu kommen, daran zu zerbrechen und sein Leben nicht mehr im Griff zu haben. Diese Sichtweise hat sich nach 09/11 zusehends verändert. Traumata sind damit auf dem besten Weg kein Tabuthema der Gesellschaft zu sein, wenngleich man noch auf Stigmatisierung treffen kann. Der Grund für das berechtigte Verhalten und die Lebenswege des Betroffenen sind u.a. Kindheitstraumata, Gewalt und Krankheiten wie die COVID-Pandemie

Sein eigenes Leben erleben & leben lernen

Niemand kann das eigene Trauma oder eine persönliche Krise von einem anderen lösen lassen. Um diesen Weg zu gehen, muss man zuerst an der bei nahezu allen Betroffenen implementierten Vermeidungsstrategie vorbei. Diese ist für einen Zeitraum hilfreich und diente dem Überleben, schneidet auf Dauer aber essenzielle Lebensbereiche Betroffener ab. Die Vorgehensweise führt schnell und dauerhaft zur aktiven Abwendung von sich selbst und vom gesellschaftlichen Leben und hat die Verkleinerung der eigenen Welt zur Folge. Aufgrund von Dissoziationen und lange zurückliegenden, unbehandelten Traumata erinnern sich die Vielzahl an Betroffenen nicht, wie es ist alle typischen Lebensbereiche oder sein eigenes Leben mit dem echten Lebensgefühl zu füllen.

Wege aus dem Trauma (Er-)leben

Finden Betroffene mit unbehandelten, schweren Traumata keinen eigenen Weg, um sich teilweise zu heilen oder davon zu genesen, liegen die Nachteile in der Gegenwart. Um sein Leben erstmalig zu leben oder zurückzuerlangen, bieten sich unterschiedliche Wege an. Nachdem die Existenz und die Einflüsse des Traumas auf das eigene Leben vom Betroffenen erst einmal akzeptiert wurden, gibt es verschiedene Hilfestellungen. Diese sind nach individuellem Ermessen des Betroffenen und dessen Trauma oder seiner Krise abzuwägen. Viele Betroffene testen die Hilfsmöglichkeiten auch erst nach und nach aus. Mit der Zeit findet sich dann entweder die optimale Hilfe, beispielsweise in Form einer Psychotherapie. Oder Betroffene nehmen sich aus verschiedenen Ansätzen und Verfahren zur Traumabewältigung das wirkungsvollste Werkzeug heraus und bauen daraus ihre eigene Heilungsstrategie.

Traumasensitives Coaching: Schritt für Schritt zu mehr Lebensqualität

Je nach Verarbeitung des Traumas greifen die Hilfsverfahren nicht für immer und müssen dem Verarbeitungsstand und dem gegenwärtigen Bedarf des Betroffenen entsprechen. Neben stationärer Traumaexposition, Selbsthilfegruppen, Psychotherapie oder Hilfsorganisationen gibt es auch die Möglichkeit Traumasensitives Coaching in Anspruch zu nehmen. Da jedes Trauma und jede Krise so einzigartig wie die Lebenswege jedes Einzelnen sind, ist es wichtig, dass Betroffene ihren Fahrplan zur Heilung oder Genesung individuell erstellen und nachhaltige Begleitung in Anspruch nehmen können.

Autor

Frau Gabriella Rist ist psychologische Beraterin und Expertin für das Kernthema „Traumasensitives Coaching“. Sie hat sich bundesweit unter anderem damit einen Namen gemacht mit ihrem Coaching einfühlsam und ganzheitlich auf die individuellen Bedürfnisse von Betroffenen einzugehen. Dabei stehen ebenso kleine bis riesige Entwicklungen gleichberechtigt im Mittelpunkt ihrer Trauma-Arbeit.

Bild pixabay

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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