Inhaltsverzeichnis
AI-Slop raubt nicht nur Zeit sondern kann über den Aufstieg oder Fall von Unternehmen entscheiden
Essen, März 2026. KI überall: Noch vor zwei Jahren steckte Künstliche Intelligenz im Lern- und Strategiebereich in den Kinderschuhen. Auf allen namhaften Messen und Kongressen ging es darum, was KI überhaupt ist, gefolgt von Prognosen, worin es unterstützen kann und wird. Heute ersetzen diese Grundkurse tiefgehende Workshops, die sich mit detaillierten KI-Windungen und Funktionen im L&D auseinandersetzen.
Es steht fest, dass KI einen Umbruch im Bereich der Personal und Unternehmensentwicklung markiert, doch wie für gehypte und überhastete Einführungen üblich fallen auch hier negative Auswirkungen an. Janine Kappenberg und Rubén Leites García, Mitgründer von SAPERED, zählten von Beginn an zu KI Enthusiasten im Kosmos der unternehmerischen Weiterentwicklung. Sie ziehen ein Resümee der ersten KI Jahre in der vordersten Implementierungsreihe.
Die Gut genug Falle
KI senkt die Eintrittshürde für Lerninhalten dramatisch. Was zunächst positiv klingt, führt in der konkreten Umsetzung zu überhasteten und unabgesprochenen Einführungen. Plötzlich erstellt jede Abteilung eigene Trainings und das ohne didaktische Expertise. Im Ergebnis entsteht eine Menge Content, der auf den ersten Blick hilfreich erscheint, aber keinen Lerneffekt bereithält.
„Die Falle, die sich durch KI ergibt, ist das rapide Erstellen von Content“, erklärt Janine Kappenberg, Lead L&D bei SAPERED. „Für einen effektiven Output muss die KI sehr gut gebrieft werden, braucht Daten zum Unternehmen, zu Trainingsmethoden etc. Doch nur die wenigsten Unternehmen verfügen über solche Prompts. Und am Ende ist der Output nur so gut wie der Input. KI kann super in Planung und Ausführung unterstützen. Wichtig ist aber, vor der Nutzung zu wissen, welches Ziel mit KI erreicht werden soll.“
Verlust der menschlichen Lernbegleitung
Künstliche Intelligenz kann für die Unternehmensentwicklung und die Weiterbildung der Mitarbeitenden und Führungskräfte viel leisten. Aber auch hier löst KI keine menschliche Arbeitskraft ab, sie ergänzt sie nur.
„KI ersetzt keine Menschen sie verschiebt, was Menschen wertvoll macht“, bringt SAPERED CEO Rubén Leites García an. Wenn Unternehmen glauben, KI könne Trainer:innen, Coaches und Mentor:innen ersetzen, gehen die wertvollsten Elemente des Lernens verloren: Reflexion, Feedback, emotionale Unterstützung und der soziale Kontext des gemeinsamen Lernens. „KI wird überschätzt als Entscheider und unterschätzt als Werkzeug.“
Daten und Schutz im KI L&D
Adaptive KI Lernsysteme basieren auf Daten über Lernverhalten, Leistung und individuelle Präferenzen. Wer sie verantwortungsvoll einsetzt, braucht ein Verständnis über DSGVO Konformität hinaus. Eine bewusste Haltung im Umgang mit sensiblen Informationen beinhaltet Fragen wie: Welche Daten werden wirklich gebraucht? Wer hat Zugang und warum?
Ein professioneller KI Einsatz bedeutet, diese Fragen aktiv zu stellen, statt sie dem Tool zu überlassen. Dasselbe gilt für die Qualität der KI Empfehlungen selbst. Lernpfade, die auf historischen Daten basieren, spiegeln immer auch bestehende Muster wider und damit möglicherweise blinde Flecken.
Wer KI Outputs kritisch bewertet, hinterfragt, ob Empfehlungen für alle Mitarbeitendengruppen gleichermaßen sinnvoll sind. „Der menschliche Faktor darf nicht entfallen Das zeigt sich an kaum einer anderen Stelle im KI Einsatz so deutlich. Nur reale Personen können final über Richtig oder Falsch in wichtigen Zusammenhängen entscheiden“, gibt Kappenberg zu bedenken.
Scheinbare Messbarkeit
KI liefert beeindruckende Dashboards über Lernfortschritte. Aber schnell erzeugte Completion Rates und Quiz Scores sagen wenig über tatsächlichen Kompetenzerwerb und Verhaltensänderung aus. Die Gefahr: Unternehmen verwechseln Daten mit Wirkung.
KPI Fokussierung beim Lernen ist gut. Viel zu oft erstellen Unternehmen Trainings ohne klares Ziel, sodass die Weiterentwicklung am Ende keinen messbaren Erfolg hervorbringt. Wenn L&D Abteilungen sich ausschließlich auf KI Tool Schulungen konzentrieren, aber die eigentlichen Zukunftskompetenzen Kontextualisierung, Urteilsvermögen, Kommunikation und Selbstführung vernachlässigen, dann optimieren sie am falschen Ende.
Das Resultat spiegelt sich im Unternehmenserfolg wider. KI einzusetzen um des Einsatzwillens bringt nichts. „Soft Skills sind keine weichen Themen, sondern harte Zukunftswährung“, führt CEO Rubén Leites García an. „Je unsicherer die Welt wird, desto wichtiger werden Fähigkeiten, die Sicherheit im Handeln geben.“
Bild Der Einsatz von KI verschiebt, was Menschen wertvoll macht. | Bildrechte: SAPERED GmbH
Quelle Borgmeier Public Relations GmbH


















