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Das KIT auf der Hannover Messe 2026: Fusion, Robotik, Quantentechnologien

Zukunftstechnologien auf der Hannover Messe

Vom 20. bis 24. April zeigt das KIT Highlights der Technologieentwicklung – von Lösungen aus der Energie- und Produktionsforschung über neue Formen der Kommunikation bis hin zur Mobilität der Zukunft. Lösungen zu Fusionstechnologie, das Erzeugen und Nutzen von Wasserstoff sowie die Kalibrierung und Kooperation von Industrierobotern – auf der Hannover Messe vom 20. bis 24. April 2026 präsentieren Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Halle 11 am Stand B06 innovative Technologien. Zudem geht es um additiv gefertigte Multi-Material-Keramiken, elektrochemische Syntheseprozesse und Quantentechnologien. Studierende stellen ein eigenes Hyperloop-Konzept vor.

Weitere Informationen zu den Exponaten des KIT finden Sie in der digitalen Pressemappe des KIT zur Hannover Messe 2026.

„Wie wir uns fortbewegen, kommunizieren oder Energie erzeugen – vieles davon wird gerade neu gedacht. Am KIT finden wir Antworten auf solche grundlegenden Veränderungen unserer Lebenswirklichkeit“, sagt Professor Jan S. Hesthaven, Präsident des KIT. „Auf der weltgrößten Industriemesse präsentieren wir deshalb wegweisende Zukunftstechnologien. Ob visionäre Reiseformen, neue Möglichkeiten im Bereich Robotik, entscheidende Schritte auf dem Weg zum ersten Fusionsreaktor oder sichere Kommunikation durch Quantennetzwerke: Das KIT zeigt, was möglich ist, wenn die besten Köpfe aus der ganzen Welt unsere exzellenten Forschungsstrukturen nutzen.“

KIT im Konferenzprogramm der Messe

Am Dienstag, 21. April, von 16:15 bis 17:00 Uhr nimmt Hesthaven an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Europäische Verteidigung: Wie wir die industrielle Landschaft schaffen, die wir brauchen“ teil. Die Veranstaltung findet auf der Center Stage in Halle 25 statt.

Tritium-Brutblanket als Schlüsseltechnologie

Fusion gilt als Schlüsseltechnologie für sichere, klimafreundliche Energieversorgung der Zukunft. Forschende des KIT leisten dazu einen Beitrag: Mit dem Herzstück des Reaktors – dem Tritium-Brutblanket (TBB). Sie befindet sich zwischen dem 150 Millionen Grad Celsius heißen Plasma und den supraleitenden Magneten mit einer Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt. Dieser Temperaturunterschied ist eine große technische Herausforderung. Zugleich muss das TBB den für die Fusion unverzichtbaren Brennstoff Tritium erzeugen. Die Entwicklung der Komponenten eröffnet neue Perspektiven für die Industrie, etwa in der Produktion belastbarer Materialien und präziser Fertigungstechnik.

Wasserstoff aus Sonnenlicht mit photreon

Ein am KIT entwickeltes Photoreaktorpaneel ermöglicht die Produktion von Wasserstoff aus nichts als Wasser und Sonnenlicht. Das patentgeschützte Design von photreon lässt sich über Massenfertigungsverfahren in großen Stückzahlen verwirklichen. Damit erlaubt es die Skalierung der Produktion von kostengünstigem grünem Wasserstoff. So macht photreon die Umstellung auf grünen Wasserstoff wirtschaftlich und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Standorten.

Kompressorlose Gasturbine für grüne Energie

Neue Maßstäbe für die Nutzung von Wasserstoff in der Energieversorgung setzt eine innovative kompressorlose Gasturbine: Der Detonationsbrenner mit Druckgewinnverbrennungstechnologie erreichte eine Rekordlaufzeit von 303 Sekunden – dies übertrifft den bisherigen NASA-Rekord von 250 Sekunden. Um die Luft vor der Zündung zu verdichten, bedarf es keiner zusätzlichen Energie. Wasserstoff lässt sich anders als Erdgas mit erneuerbaren Energien produzieren. Mit der kompressorlosen Gasturbine ist dem KIT ein wichtiger Schritt für eine effiziente Hochleistungstechnologie zur grünen Stromerzeugung mit Wasserstoff gelungen.

Automatisierte Kalibrierung von Industrierobotern

Der Einsatz von Industrierobotern ist heute Standard in der Produktion. Mit Kameras ausgestattet, können sie flexibel auf ihre Umgebung reagieren. Bei Anwendungen, die eine hohe Genauigkeit erfordern, ist eine Roboterkalibrierung essenziell: Die Geometrie des Roboters wird bestimmt, das heißt, seine kinematischen Parameter werden ermittelt. Ein vom KIT in Kooperation mit der MVTec Software GmbH neu entwickeltes Verfahren nutzt die am Roboter vorhandene Kamera für die Kalibrierung – vollautomatisch, kostengünstig, schnell und genau.

Präzise kooperative Robotik

Physisch gekoppelte Industrieroboter ermöglichen durch Kooperation in der Produktion anspruchsvolle Fertigungsprozesse, wie sie sich bisher nur mit klassischen Werkzeugmaschinen realisieren ließen. Forschende des KIT haben in Kooperation mit dem FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe ein neuartiges Regelungssystem entwickelt, das zwei Roboter koppelt, die Kräfte zwischen ihnen optimal verteilt und interne Verspannungen reguliert. So lassen sich hohe Fertigungsgenauigkeiten erzielen.

Additive Fertigung von Multi-Material-Keramiken

Ein am KIT entwickeltes Materialsystem ermöglicht es, zwei verschiedene Keramikwerkstoffe bereits während eines Druckvorgangs zu einem einzigen Bauteil zu vereinen. Es bildet die Grundlage für das Multi-Material Additive Manufacturing (MMAM). Dadurch lassen sich unterschiedliche funktionale, mechanische, elektrische oder thermische Eigenschaften innerhalb eines Bauteils gezielt kombinieren. So entstehen hochpräzise Hybridkeramiken mit lokal variierenden Eigenschaften, beispielsweise mit hartem Rand und porösem Kern. Zusätzliche mechanische Nachbearbeitungsschritte wie Fräsen oder Drehen sind nicht erforderlich.

Nachhaltige chemische Produktion

Im Innovationsnetzwerk ETOS arbeiten Akteure aus Forschung und Industrie an neuen Verfahren, welche die chemische Produktion nachhaltiger machen. Im Zentrum steht das Konzept Power-to-Chemicals – die Nutzung elektrischer Energie, idealerweise aus erneuerbaren Quellen, zur Herstellung von Chemikalien. Dadurch lassen sich chemische Produktionsprozesse kosteneffizienter, sicherer und umweltfreundlicher gestalten. Die offene Flusselektrolysezelle zeigt das Funktionsprinzip elektrochemischer Syntheseprozesse im Durchflussbetrieb.

Quantennetzwerke für sichere Kommunikation

Sichere Kommunikation ist für moderne digitale Infrastrukturen unverzichtbar. Quantennetzwerke eröffnen dafür grundlegend neue Möglichkeiten: Sie verteilen geheime Schlüssel für die Verschlüsselung mithilfe einzelner Photonen, die Gesetze der Quantenphysik gewährleistet dabei die Sicherheit. Jeder Abhörversuch verändert diese Zustände zwangsläufig und wird dadurch sofort erkannt. Am KIT entwickeln Forschende zentrale Technologien, die für die praktische Realisierung der Quantenkommunikation erforderlich sind.

Hyperloop als Mobilität der Zukunft

Transportkapseln bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit durch weitgehend luftleere Röhren – darin besteht das Hyperloop-Konzept. Initiativen auf der ganzen Welt befassen sich mit dem Hyperloop – unter ihnen der Studierendenclub mu-zero HYPERLOOP e.V. am KIT. Neben Straßen-, Schienen-, Wasser- und Luftfahrzeugen könnte sich der Hyperloop als fünftes Verkehrsmittel für die Mobilität der Zukunft etablieren.

KIT an weiteren Messeständen

Am Stand des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Halle 11, Stand B59, stellt sich die neueste Generation der am KIT entwickelten ARMAR-Roboterfamilie vor: Der humanoide Roboter ARMAR-7 lernt seine Fähigkeiten von Menschen, aus eigener Erfahrung und versteht sogar Sprache.

Am Messestand „German Pavilion – Baden-Württemberg“ in Halle 12, Stand E63, präsentiert sich die vom KIT mitgetragene Forschungsplattform CELEST. Sie befasst sich mit elektrochemischer Energiespeicherung. Zudem stellt sich das Karlsruhe Mobility High Performance Center (KAMO), an dem das KIT beteiligt ist, vor.

Die KIT-Gründerschmiede stellt in Halle 11, Stand D40, zehn Start-ups vor, darunter BEnergy GbR, nanoshape GmbH, Spotium GmbH und weitere innovative Teams.

Beim Landesempfang Baden-Württemberg am 21. April kommt das automatische Übersetzungssystem des KIT zum Einsatz. Der Lecture Translator übersetzt die Grußworte simultan und automatisch in verschiedene Sprachen.

Vorträge und Programmpunkte des KIT

Montag, 20. April, 15:20 Uhr: Vortrag zur Wasserstoffgewinnung aus Sonnenlicht
Dienstag, 21. April, 16:15 Uhr: Podiumsdiskussion zur europäischen Verteidigung
Mittwoch, 22. April, 10:50 Uhr: Vortrag zur Kalibrierung von Industrierobotern
Donnerstag, 23. April, 15:20 Uhr: Vortrag zu additiv gefertigten Hochleistungs-Keramiken

Bild Quantentechnologie: Diese optische Schnittstelle für einen Quantenspeicher wird ein wesentlicher Bestandteil von zukünftigen Quantennetzwerken sein. (Foto: Markus Breig, KIT)

Quelle Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

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