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Tourismussektor erholt sich: Chinesische Touristen beflügeln Aufschwung in Asiens wichtigsten Reisezielen

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Tourismus
Foto von Cuong Nguyen (Bildquelle: PGIM Real Estate)

Ein aktueller Kommentar von Cuong Nguyen, Head of Asia Pacific Investment Research bei PGIM Real Estate

Die anhaltende Erholung im internationalen Fremdenverkehr steigert die Nachfrage in tourismusnahen Immobiliensektoren wie dem gehobenen Einzelhandel und der Hotellerie.

Vor der Pandemie verzeichneten die Industrieländer im asiatisch-pazifischen Raum durchschnittlich 130 Millionen Besucher pro Jahr, die einen Jahresumsatz von rund 180 Milliarden US-Dollar erwirtschafteten. Nach den drei „verlorenen“ Jahren aufgrund der Reisebeschränkungen zeigt der Tourismussektor seit der schrittweisen Wiedereröffnung der Länder Mitte 2022 inzwischen wieder Anzeichen einer Erholung.

Es ist jedoch noch ein langer Weg, bis der Tourismussektor sowohl bei der Gesamtzahl der internationalen Besucher als auch bei dem Umsatz wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen wird.

Besucher aus China machten in den Jahren vor der Pandemie 20 bis 30 % aller ausländischen Touristen in den großen asiatischen Ländern aus. Sie sind daher von großer Bedeutung für die Erholung des regionalen Tourismus. Die Entscheidung der chinesischen Regierung, von ihrer Nullcovid-Politik abzukehren und die Landesgrenzen wieder zu öffnen, ist daher ein wichtiger Impuls für die Aussichten des Tourismussektors. Die Daten für die ersten Monate des Jahres 2023 zeigen einen starken Anstieg des Flugverkehrs, der Ankünfte von Touristen aus dem Ausland und deren Ausgaben, insbesondere in Touristenmetropolen wie Singapur und Hongkong.

Ein Blick auf die Mietdaten für den Einzelhandel und die Hotellerie offenbart die Bedeutung des Auslandstourismus. Während der strengen Reisebeschränkungen sanken die Mieten in den Haupteinkaufsstraßen der großen Märkte um 20 %, während die Hotelauslastung und die durchschnittlichen Zimmerpreise um 60 % bis 80 % einbrachen. Nun haben Spitzenobjekte im Einzelhandel und in der Hotellerie wieder gute Aussichten, sich von dem niedrigen Ausgangsniveau zu erholen.

Besonders vielversprechend sind die Erholungstendenzen in den stark vom internationalen Tourismus abhängigen Märkten wie Tokio, Osaka, Hongkong und Singapur. Jüngste Daten zeigen, dass sich die Einzelhandelsmieten in Tokios Haupteinkaufsvierteln Omotesando, Ginza und Shinjuku deutlich erholt haben, wobei die Mieten in Omotesando das Vor-Pandemie-Niveau bereits überschritten haben.

Touristen

Da die Einzelhandelsmieten im Prime-Bereich immer noch deutlich unter dem Niveau von vor der Pandemie liegen, werden sich die Einzelhandelsmärkte in Hongkong, Osaka und Seoul in den nächsten zwei Jahren weiter erholen, während sich der Tourismussektor zunehmend normalisiert. In Hongkong beispielsweise haben die Einzelhandelsumsätze in den ersten Monaten des Jahres 2023 einen starken Aufschwung erlebt, und man geht davon aus, dass sich die Erholungsdynamik weiter fortsetzen wird.

Auch wenn die Daten zeigen, dass die Besucherzahlen immer noch deutlich unter dem Vor-Pandemie-Niveau liegen, haben sich die Zahlen im Hotelgewerbe erholt: Sowohl die Auslastung als auch die durchschnittlichen Zimmerpreise haben fast wieder das Niveau von 2018 erreicht.

Fazit

Der gehobene Einzelhandel und das Gastgewerbe werden am meisten von der zunehmenden Dynamik des Aufschwungs profitieren, da sich die Reisetätigkeit chinesischer Touristen nach Übersee allmählich normalisiert. Am vielversprechendsten sind dabei die Aussichten für Hongkong und Osaka, da sich diese Städte noch in der Frühphase des Aufschwungs befinden. Dies spricht für eine starke Erholung und Performance in den kommenden Jahren.

Touristen

Tourismussektor erholt sich: Chinesische Touristen beflügeln Aufschwung in Asiens wichtigsten Reisezielen

Foto von Cuong Nguyen (Bildquelle: PGIM Real Estate)

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Biden errichtet Schutzgebiet um Grand Canyon

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Joe Biden (Archiv), über dts NachrichtenagenturTusayan (dts Nachrichtenagentur) – US-Präsident Joe Biden hat am Dienstag ein über 370.000 Hektar großes Gebiet um den Grand Canyon zum „National Monument“ erklärt. Unter dem Namen „Baaj Nwaavjo I`tah Kukveni“ soll das Naturschutzgebiet insbesondere indigene Gruppen und ihre kulturellen Stätten bewahren.

„Heute bin ich stolz darauf, meine Befugnisse im Rahmen des Antiquities Act zu nutzen, um fast eine Million Acre Land rund um den Grand Canyon National Park als neues Nationaldenkmal zu schützen – um die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und dieses Land zu erhalten für alle zukünftigen Generationen“, sagte Biden am Dienstag. Mit der Anerkennung als Nationaldenkmal wird unter anderem der umstrittene Uranbergbau auf dem Gebiet teilweise unterbunden. Umweltschützer und die indigene Gruppe Havasupai hatten sich jahrzehntelang für den Schritt eingesetzt, weil sie eine Verseuchung von Land und Wasser fürchten, wie sie bereits in anderen Uranbergbaugebieten vorgekommen ist. Die US-Regierung will mit der Maßnahme ihrem Ziel näherkommen, bis zum Jahr 2030 rund 30 Prozent der Flächen und Gewässer in den USA zu erhalten und wiederherzustellen.

Der Schritt wird durch ein 44 Millionen US-Dollar umfassendes Programm zur Stärkung der Klimaresilienz der Nationalparks begleitet.


Foto: Joe Biden (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

„Tod gesagte leben länger“. Warum „alte Medien“ noch ihren Wert haben (Teil 2)

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Hoppla, das ging gründlich daneben. Dabei fing doch alles so gut an. Die Deutsche Frauen Fussball-Nationalelf startet fulminant und erwartungsgemäß in das größte Fußballturnier der Welt. Sechs Millionen Deutschen begleiten sie an einem Vormittag bei einem glatten 6:0 Sieg! Toll. Die Spielerinnen aus Marokko ernteten Mitleid. War ja auch klar. Hier die große Fussballnation, da ein Fussballzwerg aus Afrika. Musste ja so ausgehen. Das Ende vom Lied kennen wir. Deutschland scheidet aus, Marokko kommt weiter. War das voraussehbar? Ja, war es. Man musste nur genau hinschauen. In Sachen Athletik machten viele andere „Frauschaften“ einen deutlich fitteren Eindruck als die Deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft. Und Jamaika war bis zum Ende der ersten Halbzeit des Achtelfinales das einzige Team ohne Gegentreffer. Hatte so auch niemand auf dem Schirm. Aber so ist das mit den Prognosen, Vorhersagen und Vorschußlorbeeren.  

Kennen Sie den Schmetterlingseffekt? Demnach kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen. Uff. „Der Schmetterlingseffekt besagt, dass in komplexen, nichtlinearen dynamischen Systemen schon kleinste Veränderungen in den Ausgangsbedingungen dazu führen können, dass eine Vorhersagbarkeit hinsichtlich der weiteren Entwicklung eines Systems grundsätzlich auszuschließen ist. Und weil das so ist, und die Welt immer komplexer und dynamischer wird, sind Voraussagen extrem unzuverlässig geworden“. So steht es im Internet. 

Und schon sind wir beim Siegeszug der sozialen Medien. Das hatten die „alten Medien TV-Radio und Print“ so auch nicht auf dem Schirm. 1990 hatte der Computer-Experte Tim Berners Lee in Amerika die Idee für das World Wide Web. Das war quasi der Schmetterlingsschlag. Der Tornado entwickelte sich dann in den Chefetagen der Medienhäuser. Das war sie, die mediale Zeitenwende. Die Gratiskultur des Internet killt die Businesspläne der etablierten Medien. Die Samstags FAZ hat Schwindsucht und wiegt plötzlich am Wochenende nicht mehr 500 Gramm, weil Stellenanzeigen in Print eben nicht mehr gebraucht wurden.  Google, Facebook, Amazone und Apple übernehmen die mediale Weltherrschaft, Netflix etabliert das Streaming-Bezahlfernsehen.

Das Ende der „alten Medien“, sozusagen 6:0 für social media und das Internet. Die etablierten Medien sind jetzt nicht mehr TV, Radio und Print, sondern eben Facebook, YouTube, Whatsapp, Google, Tik Tok und Netflx. TV, der langjährige Medien-Weltmeister ist scheinbar abgestiegen. Ist das wirklich so? Schauen wir uns die nüchternen Fakten an. Das Fussball WM-Finale Deutschland – Argentinien 2014 sahen alleine in Deutschland 34 Mio. Menschen im Fernsehen. Okay, ist schon eine Weile her, aber auch damals gab es schon Internet und soziale Medien. 2022: Rund 1 Milliarde Menschen schauen das Begräbnis von Queen Elisabeth in London im TV.  Die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer 2022 wird von Statista wie folgt angegeben: Fernsehen: 213 Minuten, Radio 91 Minuten, Internet 83 Minuten. Und noch eine Zahl ist spannend. Mit 89 Prozent besaß das Fernsehen den weitesten Nutzerkreis der Medien, noch vor kostenlosen Onlinevideos.

Und noch etwas spricht eindeutig für TV. Rund 150 TV-Sender konkurrieren um die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Im Internet gibt es Milliarden von Seiten. Alle TV-Sender sind von den jeweiligen Landesmedienanstalten reguliert und werden auch regelmäßig kontrolliert. „Hate-Speaches“ und super dämliche, unqualifizierte Kommentare sind im regulären TV gar nicht möglich. Das heißt, Werbetreibende finden bei TV ein reguliertes und auch meist hochwertiges redaktionelles Umfeld. Brand Safetyness läßt grüssen. Bei youtube, quasi das TV-Äquivalent der Onlinewelt, kann es Werbetreibenden durchaus passieren, dass der härteste Konkurrent seine Werbung ausgerechnet vor den eigenen Inhalt schaltet.  

Und dann spielt das Wort Emotion auch noch eine gewichtige Rolle. Es kann Unternehmen ja nicht nur um die quantitative Bekanntheit gehen. Reichweite lässt sich im Internet einfach kaufen, Glaubwürdigkeit aber nicht. Und genau hier schließt sich der Kreis. Marken brauchen glaubwürdige Umfelder und eine hohe Reichweite. Eines von beiden alleine reicht nicht um immer misstrauischer werdende Verbraucher zu überzeugen. Im Fussball braucht es ja auch Athletik und Spielkunst. Eines alleine reicht eben nicht. 

Wenn Unternehmen also medial auf sich aufmerksam machen wollen – und das auch noch positiv besetzt, dann ist TV-Werbung immer noch erste Wahl.

Okay, ich höre schon das Rumoren im Untergrund. Zu teuer, zuviel Streuverlust. Darüber sprechen wir dann nächste Woche. Fest versprochen: TV-Werbung ist viel günstiger als die meisten Unternehmer glauben und Streuverluste gehören zur Vergangenheit. Stichwort TV-Targeting. Mehr im nächsten Artikel. 

 

Über den Autor:
Axel Link ist Medienpionier und baute im Team der ersten Stunde das „Frühstücksfernsehen“ für RTL  auf.
4 Jahre war Axel Link Mitglied im Rundfunkrat des WDR und gründete 2012 den ersten eigenen TV Senders SYLT1.

https://www.tvlink.de

„Tod gesagte leben länger“. Warum „alte Medien“ noch ihren Wert haben (Teil 2)

Foto: Axel Link Privat

US-Börsen lassen nach – Moody`s stuft Banken herab

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Wallstreet in New York, über dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Dienstag nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 35.314 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,5 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 4.499 Punkten 0,4 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 13.884 Punkten 0,8 Prozent schwächer. Nach einem verhaltenen Tagesstart verloren die Indizes zunächst weiter, reduzierten jedoch in der zweiten Tageshälfte kontinuierlich einen Teil der Verluste. Nach wie vor beschäftigt die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Fitch die Anleger. Zu den Krisenängsten trug zudem bei, dass die Ratingagentur Moody`s mehrere kleine und mittelgroße Banken herabstufte und eine Überprüfung der Scores größerer Banken ankündigte.

Der KBW Banken-Index fiel bis kurz vor Handelsschluss um über ein Prozent. Unterdessen tendierte die europäische Gemeinschaftswährung am Dienstagabend schwächer. Ein Euro kostete 1,0957 US-Dollar (-0,44 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9127 Euro zu haben. Der Goldpreis zeigte sich ebenfalls schwächer, am Abend wurden für eine Feinunze 1.924,94 US-Dollar gezahlt (-0,61 Prozent).

Das entspricht einem Preis von 56,48 Euro pro Gramm. Der Ölpreis stieg hingegen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 86,11 US-Dollar, das waren 77 Cent oder 0,9 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, über dts Nachrichtenagentur

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Demokratische Parteien loben Haldenwang für Äußerungen zur AfD

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AfD-Logo am 05.08.2023, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Aus den prodemokratischen Parteien kommt viel Rückhalt für die kritischen Äußerungen des Verfassungsschutzpräsidenten Thomas Haldenwang zur AfD. Die AfD befinde sich auf einem „Kurs der fortwährenden Radikalisierung“, sagte Sebastian Hartmann, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, der „Welt“ (Mittwochausgabe). Haldenwang habe mit seinen Aussagen entsprechend recht, das Informieren der Öffentlichkeit sei Teil seiner gesetzlichen Aufgabe.

Der Verfassungsschutz diene in erster Linie als Frühwarnsystem, heißt es aus der Union. „Ich erwarte geradezu, dass Herr Haldenwang auf extremistische Umtriebe hinweist, sobald er sie feststellt“, sagte der CDU-Innenpolitiker Alexander Throm der Zeitung. Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Irene Mihalic, ergänzte: „Die AfD ist eingewoben in rechtsextreme Zusammenhänge in diesem Land. Es ist die Pflicht der Sicherheitsbehörden, zuvorderst auch des Verfassungsschutzes, diese Gefahr scharf im Blick zu behalten und gewonnene Erkenntnisse mitzuteilen.“

Der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Stephan Thomae, sagte: „Ob sich Herr Haldenwang dazu öffentlich äußern will, liegt in seinem eigenen Ermessen.“ Inhaltlich teile er die Auffassung des Verfassungsschutz-Chefs. Martina Renner, Linken-Sprecherin für antifaschistische Politik, sagte: „Die AfD ist keine demokratische Partei. Wenn man prinzipiell der Meinung ist, dass eine Demokratie einen politisch agierenden Geheimdienst braucht, dann ist so eine Einschätzung die Aufgabe des Verfassungsschutzes.“

Scharfe Kritik kommt lediglich von der vom Verfassungsschutz-Chef kritisierten Partei selbst. „Thomas Haldenwang lernt nicht dazu. Um, als CDU-Mitglied, unter einer SPD-Innenministerin seinen Job zu behalten, muss er wahrscheinlich so unbelehrbar agieren“, sagte Stephan Brandner, stellvertretender Bundessprecher der AfD.


Foto: AfD-Logo am 05.08.2023, über dts Nachrichtenagentur

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Mindestens sechs Migrationsabkommen in Arbeit

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesregierung verhandelt mit mindestens sechs Staaten über Migrationsabkommen, mit denen einerseits der Fachkräftemangel bekämpft und andererseits die irreguläre Zuwanderung begrenzt werden soll. „Die Erarbeitung von Migrationsabkommen erfordert in vielen Fällen Vertraulichkeit“, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums dem „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe) auf Anfrage mit.

„Genannt werden können aktuell Gespräche in Georgien, Moldau, Usbekistan, Kirgisistan sowie Vorbereitungen für Gespräche in Kenia und Marokko.“ Besonders die zwei potenziellen EU-Beitrittskandidaten stehen dabei im Fokus. „Für mich haben Georgien und Moldau Priorität, weil wir hier sofort irreguläre Migration reduzieren könnten und sich beide Länder Partnerschaften wünschen“, sagte der Sonderbevollmächtigte der Bundesregierung für die Migrationsabkommen, Joachim Stamp (FDP). „Sie sind deshalb besonders relevant, weil über zehn Prozent der abgelehnten Asylanträge in Deutschland allein aus diesen beiden Ländern kommen.“

Die Abkommen würden „Kommunen und Gerichte in Deutschland entlasten – dazu müssen beide Staaten auch als sichere Herkunftsländer eingestuft werden“, so Stamp. Aus diesem Grund haben die Grünen laut „Tagesspiegel“ ihren Widerstand gegen die Ausweitung dieses Länderkreises aufgegeben. Nach wochenlanger Blockade in der Ressortabstimmung durch das Familien- und das Wirtschaftsministerium ist demnach nun für Anfang September der Kabinettsbeschluss geplant. Zu den Erfolgsaussichten von Abkommen mit Usbekistan und Kirgisistan sagte Stamp, dass ihm „die dortigen Regierungsvertreter eine enge Rückkehrkooperation zugesichert“ haben.

Harsche Kritik an der Arbeit von Stamp, der noch kein neues Migrationsabkommen zum Abschluss gebracht habe und zudem die falschen Akzente setze, kommt von der Union. Die Ampel habe „mal wieder heiße Luft“ produziert, sagte Alexander Throm (CDU), innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion dem „Tagesspiegel“. Stamp bemühe sich „nicht um Rückführungen, sondern um Arbeitskräfteeinwanderung“.


Foto: Flüchtlingskind in einer „Zeltstadt“ (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Siemens Energy will Wachstumstempo im Windgeschäft drosseln

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Windräder (Archiv), über dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Siemens Energy will seine Wachstums- und Investitionspläne im Geschäft mit den erneuerbaren Energien zusammenstreichen. „Wachstumsfantasien sind nicht angesagt“, sagte CEO Christian Bruch dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).

Stabilität und Profitabilität hätten jetzt Priorität. Siemens Energy hatte einen Quartalsverlust von knapp drei Milliarden Euro verkündet. Hauptursache sind Qualitätsprobleme bei Siemens Gamesa. Die Windkrafttochter habe eine neue Turbinengeneration sehr schnell auf den Markt gebracht, sagte Bruch.

„Wettbewerber haben sich da mehr Zeit gelassen und haben ihre Turbinen evolutionärer entwickelt.“ Eine Windturbine könne man nicht mal eben entwickeln. „So etwas braucht Jahre.“ Bruch erklärte, dass er an der Windkraft festhalten wolle.

Doch habe die Sparte einen massiven Investitionsplan gehabt. „Vielleicht investiere ich da jetzt erst mal nicht in drei zusätzliche neue Fabriken, sondern versuche erst mal, die bestehenden hinzubekommen.“ Der Dax-Konzern kann die Belastungen nach Einschätzung Bruchs finanziell und bilanziell verkraften. „Wir sind kein Sanierungsfall“, sagte er.

Die Bilanz des Unternehmens sei gut und man könne aus eigener Kraft wieder profitabel werden. Zum jetzigen Zeitpunkt brauche Siemens Energy kein frisches Kapital, so Bruch.


Foto: Windräder (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Bisher 960 antisemitische Straftaten in diesem Jahr

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Polizei in Hamburg (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Bundeskriminalamt hat im ersten Halbjahr 2023 bereits 960 antisemitische Straftaten registriert, darunter 25 Gewaltdelikte. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Vizepräsidentin des Bundestags, Petra Pau (Linke) hervor, über die die „Welt“ (Mittwochausgabe) berichtet.

Im Vorjahr wurden zu diesem Zeitpunkt 965 antisemitische Straftaten gemeldet. Die Zahlen werden durch Nachmeldungen später oftmals massiv nach oben korrigiert. Der Großteil der Straftaten im zweiten Quartal dieses Jahres werden der politisch motivierten Kriminalität „rechts“ zugeordnet. Demnach entfallen 380 der 446 für diesen Zeitraum gemeldeten Taten auf diesen Phänomenbereich.

Unter den Delikten dominiert die Volksverhetzung, zudem wurden gefährliche Körperverletzung, Raub, Sachbeschädigung und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gemeldet. Der Zentralrat der Juden zeigt sich besorgt. „Wir erleben eine Geisteshaltung, die jüdisches Leben nicht zu Deutschland zählt“, sagte Präsident Josef Schuster der „Welt“ (Mittwochausgabe). Viele Taten rechnet Schuster dem Verschwörungsideologie-Milieu zu.

„Wer geglaubt hat, nach Corona verschwinden alle Verschwörungsideologien, der wird nun eines Besseren belehrt“, so Schuster. Hinzu komme ein Graubereich außerhalb der Kriminalitätszahlen: „Viele kleinere Übergriffe oder auch Beleidigungen, meistens im Raum des muslimisch geprägten Antisemitismus, werden zudem von der Statistik gar nicht erfasst.“ Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nannte die Zahlen „beschämend“. „Antisemitismus ist ein Angriff auf alle Werte, für die wir als demokratischer Rechtsstaat stehen“, sagte sie der Zeitung.

„Unsere Sicherheitsbehörden handeln entschlossen, um jüdische Einrichtungen in Deutschland zu schützen.“ Die SPD-Politikerin sieht eine konsequente Strafverfolgung und ein entschiedenes Einschreiten der Polizei als wichtige Strategie. Petra Pau (Linke), Vizepräsidentin des Bundestags, sagte, es „kann und darf nicht sein“, dass Juden sich im öffentlichen Raum immer unsicherer fühlen müssten. „Es lässt sich weiterhin ein beunruhigender Aufwärtstrend beobachten, der sicherlich nicht durch ein Einreißen von vermeintlichen Brandmauern gegen rechts gestoppt wird“, so Pau.


Foto: Polizei in Hamburg (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Impfstoffe: Moderna pocht auf fairen Wettbewerb in Deutschland

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Impfampulle von Moderna (Archiv), über dts NachrichtenagenturCambridge (dts Nachrichtenagentur) – Der US-Konzern Moderna wirft der Bundesregierung eine Bevorzugung des deutschen Herstellers Biontech bei der Belieferung mit Covid-Impfstoffen vor. „Wir sorgen uns um den fairen Wettbewerb in Deutschland“, sagte Gerald Wiegand, Deutschlandchef von Moderna, dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).

Während der Coronapandemie hatte die Bundesregierung Lieferverträge für Covid-Impfstoffe mit verschiedenen Herstellern geschlossen. Mittlerweile gibt es nur noch einen Vertrag mit dem Mainzer Unternehmen Biontech über insgesamt 44 Millionen Impfdosen bis 2025 – außerdem stehen noch 10,6 Millionen Lieferungen des Impfstoffs des Herstellers Novavax aus. Die restlichen Hersteller fallen mit ihren Impfstoffen in die normale Regelversorgung, also die Beschaffung über den Markt. Das US-Unternehmen Moderna, das in der Pandemie nach Biontech in Deutschland am zweithäufigsten zum Zuge kam, dürfte in Zukunft deshalb wohl weitgehend leer ausgehen.

Anders als vom Bund beschaffte Impfstoffe, also in diesem Fall künftig nur noch das Biontech-Mittel, sind die Impfstoffe in der Regelversorgung für die Krankenkassen nicht kostenlos. „Das sind keine fairen Marktvoraussetzungen“, kritisierte Wiegand.


Foto: Impfampulle von Moderna (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Union kritisiert Verschleppung von "Startchancen"-Programm

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Klassenraum in einer Schule (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Unionsfraktion attackiert Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) für den schleppenden Verhandlungsfortschritt beim geplanten Startchancen-Programm. „Die Ministerin hat nur noch ein Jahr bis zum Start ihres Prestige-Projekts, dem Startchancen-Programm und noch immer steht sie ohne konkrete Zielvorstellung und Zeitplan da“, sagte Thomas Jarzombek (CDU), bildungspolitischer Sprecher, dem „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe).

Das untermauert die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Unionsfraktion, über die die Zeitung berichtet. Zur Frage nach den Vorstellungen der Ministerin heißt es nur, die konkreten Zielsetzungen seien Gegenstand der laufenden Verhandlungen. Jarzombek kritisiert auch, es werde zu stark auf bauliche Maßnahmen gesetzt. „Wir brauchen ein Programm, das in Kinder und Jugendliche investiert, und nicht rein in Beton.“

Wie soll das Geld verteilt werden, damit es die Schulen mit dem dringendsten Bedarf erreicht, und welchen Eigenanteil steuern die Länder bei? Die Vorstellungen von Bund und Ländern liegen noch weit auseinander. Ministerin Stark-Watzinger will, dass das Geld dorthin geht, wo der Bedarf am größten ist. Die Länder bestehen aber bisher darauf, fast vollständig nach dem Königsteiner Schlüssel, also Wirtschaftskraft und Einwohnerzahl, zu verteilen. Die Kommunen sind bisher in die Verhandlungen nicht eingebunden.

„Zu gegebener Zeit im weiteren Prozess“ würden die kommunalen Spitzenverbände einbezogen, heißt es in der Antwort. Die Unionsfraktion sieht auch das kritisch. „Frau Stark-Watzinger verweigert den Kontakt zu den kommunalen Spitzenverbänden“, sagte Daniela Ludwig (CSU), Berichterstatterin für Schulbildung.


Foto: Klassenraum in einer Schule (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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